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Der Schusstechnik verfallen

DORTMUND Acht Minuten waren am Samstag zwischen Cottbus und Dortmund gespielt, da erhielt BVB-Stürmer Mladen Petric (27) den Kevin-Kuranyi-Gedächtnispreis. Er traf. Er jubelte. Er zog sein Trikot aus. Er sah Gelb. Nur gesperrt wurde Petric im Gegensatz zu seinem Schalker Kollegen nicht. Es war im 18. Spiel der erste farbige Karton für den Kroaten.

von Von Sascha Fligge

, 17.02.2008
Der Schusstechnik verfallen

Auch Energies Abwehrspieler Igor Mitreski konnte Mladen Petric nicht stoppen.

Einer mit Vorgeschichte: Noch in den Katakomben des Stadions hatte sich Petric, der „nur aus einem Gefühl heraus zwei Trikots übereinander“ trug, beim Schiedsrichter-Assistenten erkundigt, was denn geschehe, wenn er sich im Falle eines Torjubels von einem Shirt trennen, aber keine Haut zeigen würde. Petric: „Er hat mir geantwortet: ‚Sie bekommen auf jeden Fall Gelb.‘“ Gesagt, getan. „Ein wenig mehr Humor hätte ich dem Unparteiischen-Gespann schon zugetraut“, meinte der Stürmer: „Immerhin hat der Linienrichter mich angegrinst...“

An die Trikot-Anekdote wird man sich irgendwann nicht mehr erinnern, wohl aber an Petrics Treffer. In Cottbus erzielte der 3,5 Mio.-Einkauf vom FC Basel seine Saisontore Nummer 10 und 11 (alleine vier Doppelpacks) und setzte sich als zweiter der Torjägerliste fest. „Ein schönes Gefühl, da oben zu stehen. Wenn‘s am Ende der Saison auch noch so ist, bin ich glücklich“, sagte Petric, der erstmals von Beginn an ein Angriffsduo mit Alexander Frei bildete und beim 0:2 in der 84. Minute von dessen präziser Ecke profitierte. Trainer Thomas Doll ist vor allem Petrics Schusstechnik verfallen.

"Starker Bumms"

 „Er hat einen extrem starken Bumms mit dem Vollspann, gibt der Kugel im letzten Moment der Ausholbewegung viel, viel Druck mit. Klar verfügen Alex Frei oder Hamburgs Rafael van der Vaart auch über eine Klasse-Technik, aber ihre Schüsse haben mehr Effet. Mladens sind geradlinig.“

Petric und Frei – sie gehören bei voller Fitness zu den wenigen Profis im Kader, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen. Solche von der Sorte, die man nicht greifen kann. Doll spricht von „Instinkt“, von „Präsenz“.

Spielern mit derlei Qualitäten verzeiht der Trainer auch gelegentliche Dummheiten. „Nur wer vor tausenden Fans in einer Drucksituation schon mal das entscheidende Tor erzielt hat, kann verstehen, warum Mladen im Jubel sein Trikot auszog“, betonte der Trainer. Und schob gleich hinterher: „Aber ich verstehe die Leute, die in ihren dicken Jacken mit einem warmen Tee auf der Tribüne sitzen und meinen: ‚Mensch, der muss doch wissen, dass er das nicht darf.‘“

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