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Der Traum geht weiter

DORTMUND „Wir müssen auf dem Boden bleiben. Und das werden wir auch“, kündigte Hans-Joachim Watzke nach Borussia Dortmunds Einzug in das Halbfinale des DFB-Pokals am Dienstag an. Doch die Worte des Chefs drangen nicht bis zur Südtribüne vor. Dort tanzten zum selben Zeitpunkt die BVB-Profis. Völlig euphorisiert.

von Von Sascha Fligge

, 27.02.2008
Der Traum geht weiter

Siegertanz: Dortmunds Pokal-Samba vor der Südtribüne.

19 Jahre ist es her, dass der Klub zum bislang letzten Mal Halbfinal-Luft schnupperte. Und es reicht schon ein flüchtiger Blick in die Annalen, um festzustellen, dass es sich bei der Qualifikation für die Vorschlussrunde um den größten BVB-Erfolg seit der Meisterschaft 2002 handelt.

„Otto Rehhagel hat einst den Begriff kontrollierte Offensive geprägt. Bei uns herrscht nun kontrollierte Freude“, sagte Torhüter Marc Ziegler, der die Borussia mit seinen Paraden beim 3:1 gegen Hoffenheim vor einer Zitterpartie bewahrt hatte.

Stürmer Alexander Frei und einige Kollegen mussten die Freude allerdings zügeln. Gerade erst genesen verzichtete der zweifache Tor-Vorbereiter nach dem Spiel bewusst darauf, sich auf den kalten Rasen neben kränkelnde Mitspieler zu hocken und die so genannte „Humba“ zu feiern. Frei: „Ich habe mich bei allen Fans verabschiedet. Das ist das Mindeste! Aber hier hat der eine Husten, der andere die Grippe. Da muss man echt aufpassen.“ Zumal die Pokalreise noch lange nicht beendet sein soll …

Millionen-Chancen

„Das könnte ein richtig gutes Jahr 2008 werden“, mutmaßte Trainer Thomas Doll. Schon in finanzieller Hinsicht, denn der Borussia, die im laufenden Wettbewerb bereits 3 Mio. Euro eingenommen hat (veranschlagt waren 250 000 €) und im Semifinale erneut 1,5 bis 2 Mio. erlösen wird, könnte unter Umständen schon die Finalteilnahme in Berlin zum Comeback auf internationalem Terrain reichen.

In diesem Fall würden ihre Sponsoren im Schnitt eine Prämie von 15 Prozent auf ihre Vertragszahlungen leisten, was 5 bis 6 Mio. Euro entspräche. Das Erreichen der Gruppenphase des UEFA-Cups würde gar mit weiteren 6 Mio. Euro zu Buche schlagen. Zukunftsmusik...

Kringe: Muskelfaserriss

Im Tagesgeschäft Bundesliga steht der zarte Aufschwung – getragen durch wenig überzeugende Siege gegen die Bundesliga-Kellerkinder Cottbus (2:0) und Rostock (1:0) sowie den Pokalerfolg gegen Zweitligist Hoffenheim – nun zunächst einmal auf dem Prüfstein. Am Samstag in Bremen. Und am Freitag darauf gegen Berlin. Doll selbst („Wir haben gegen Hoffenheim phasenweise keine Gegenwehr gezeigt und Konter nicht sauber ausgespielt“) verdeckte den Blick auf spielerische und taktische Mängel nicht. Er muss durchaus befürchten, dass Teams der gehobenen Kategorie diese für sich nutzen könnten.

Florian Kringe, seit Wochen verletzt oder krank und trotzdem im Einsatz, will für sich vorerst einzig den Faktor Zeit nutzen. Der Mittelfeldspieler hat einen Faserriss an der rechten Oberschenkel-Rückseite erlitten und wird erst dann wieder mitwirken, wenn sein Körper den Teilzeit-Streik endgültig beendet. Das Bremen-Spiel kommt definitiv zu früh für ihn.

 

AM RANDE DER BANDE:

  • Borussia Dortmund könnte auch als Verlierer des Pokal-Finals noch den UEFA-Cup erreichen. Nämlich dann, wenn der spätere Pokalsieger im Endklassement der Bundesliga die Plätze 1,2 oder 3 (Champions League bzw. CL-Qualifikation) belegt.
  • Lutz E. Dreesbach, BVB-Beauftragter des Dortmunder Hauptsponsors Evonik, versprach am Mittwochnachmittag spontan: „Sollte Borussia Dortmund im Halbfinale auswärts spielen müssen, werden wir alles mobilisieren, damit so viele Fans wie möglich den BVB ins Finale schreien können.“
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