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Normalität mitten im Wahnsinn

DORTMUND Kein Hass. Kein Groll. Keine Drohungen. Selten ist es vor einem G2-Gipfel des Revierfußballs so ruhig zugegangen wie vor dem 131. Derby zwischen Dortmund und Schalke am Sonntag (17 Uhr) im Signal Iduna Park. Trotzdem bleibt die Paarung der Fußball-Herzensbrecher schlechthin.

von Von Thomas Rellmann

, 08.02.2008

Thomas Doll hatte das Duell bis zum Freitagmittag noch nicht in seinen Bann gezogen. „Mit diesem Kribbeln“, sagte der BVB-Trainer, „rechne ich erst kurz vor dem Spiel.“

Doll wirkte entspannt, als er sprach. Aus gutem Grund: Linksverteidiger Dede (Oberschenkelzerrung) hatte am Freitagmorgen sein Comeback im Training gegeben. „Er wird auflaufen“, sagte Doll. Im Fall von Manndecker Robert Kovac, der mit Schulterschmerzen von Kroatiens 0:3 gegen die Niederlande zurückkehrte, ließ der Trainer eine klare Ansage folgen: „Er wird auf die Zähne beißen müssen.“

"Ich hatte Angst, sie schlagen mich tot"

Kovac soll am Sonntag Christian Wörns ablösen, im Angriff wird Diego Klimowicz, der in Duisburg (3:3) zwei Mal getroffen hatte, an der Seite von Mladen Petric erwartet. Alex Frei dürfte die Jokerrolle im Duell des Tabellenzwölften gegen den Fünften zukommen.

Dortmund – Schalke, das war vor neun Monaten selbst auf der Funktionärsebene ein Hassduell. Die Königsblauen hatten durch das 0:2 am 33. Spieltag in der für sie „verbotenen Stadt“ den Titel verspielt. Das Verhalten einiger Fans veranlasste den damaligen S04-Präsidenten Gerd Rehberg zu einem Vergleich „mit dem Fanatismus im Fernen Osten. Ich hatte Angst, sie schlagen mich tot“. Aufsichtsrats-Boss Clemens Tönnies betonte, er werde „dieses Stadion nie mehr betreten“.

Verzicht auf Tränen

Tönnies wird am Sonntag um 15 Uhr zwar mit der BVB-Spitze im „hotellennhof“ Kaffee trinken, während des Spiels will er den verhassten VIP-Bereich aber meiden und sich in den Fanblock stellen. Rehberg reist dem Vernehmen nach gar nicht erst an. Vielleicht werde er in einem persönlichen Gespräch versuchen, „diese Bitterkeit bei ihm noch zu lösen“, sagt Watzke. Und dann: „Aber in Tränen brechen wir nicht aus, wenn Herr Rehberg zu Hause bleibt.“

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