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BVB steht vor einem Neuanfang

Nuri Sahin spricht über große Probleme in der Kabine

SINSHEIM Außergewöhnlich offen spricht BVB-Mittelfeldspieler Nuri Sahin nach der Partie in Sinsheim über die Schwierigkeiten innerhalb der Mannschaft. Diese hätten wesentlich zur schwierigen Saison beigetragen.

Nuri Sahin spricht über große Probleme in der Kabine

Nehmen Sie Glückwünsche an für das, was in der Endabrechnung auf dem Zettel steht?

Ich habe zwei Sichtweisen. Einmal die nüchterne, einmal die emotionale. Emotional bin ich froh, das Minimalziel ist erreicht. Auf gut Deutsch: Leck mich am Arsch, wir haben uns qualifiziert. Im Urlaub werde ich mich bestimmt mal freuen, dass wir nächste Saison Champions League spielen. Ich möchte auch nicht tauschen mit den Leverkusenern, wie die sich jetzt fühlen müssen.

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Und die nüchterne Sichtweise?

Nüchtern betrachtet müssen wir analysieren, dass das Spiel heute unser Jahr, unsere ganze Saison widerspiegelt. Trainerwechsel vor der Saison, Trainerwechsel in der Saison, ein streikender Spieler vor der Saison, der für uns sehr wichtig war, und dann noch ein Spieler, der unbedingt weg wollte mit Auba, der hat mit seiner Qualität gefehlt. Der war dreimal nicht im Kader, mit ihm hätten wir zwei, drei Punkte mehr gehabt. Es gab am Anfang der Saison viele Probleme, auch in der Kabine hatten wir große Probleme. Vor allem disziplinarischer Natur. Das kostet immer wieder Energie, die wir verloren haben, in der Mannschaft, im Trainerteam, im ganzen Verein. Wir konnten uns selten in Ruhe auf die Spiele fokussieren. Deswegen muss man ehrlich sagen: Mehr als Platz vier war nicht drin. Wenn man am letzten Spieltag noch darum kämpfen muss als Borussia Dortmund, dann passt irgendwas nicht. Ich wünsche uns allen sehr viel Selbstkritik und ehrliche Analyse. Dann bin ich mir sicher, dass wir in der nächsten Saison wieder unser wahres Gesicht zeigen. Wir müssen wieder zueinander finden. Mir tut es weh, wenn wir zu den Fans in die Kurve gehen wollen, um uns zu bedanken für die Unterstützung, und dann wieder zurückgeschickt werden. Unser Stadion muss wieder eine Festung werden. Wir müssen viel besser Fußball spielen, uns besser auf die Spiele vorbereiten. Es wird sehr viel Selbstkritik geben, glaube ich.


Trauen Sie diese Selbstkritik allen Spielern zu?

Sonst hätten sie ihren Beruf verfehlt, finde ich. Jeder Einzelne, nicht nur die Spieler, muss Selbstkritik anbringen, von A bis Z. Ich weiß auch, woran ich selbst anknüpfen muss. Alles andere wäre in die Tasche gelogen.


Warum kann das in der Pause besser gelingen?

Ruhe. Wir werden uns jetzt vielleicht sechs Wochen nicht sehen. Man bekommt eine andere Sichtweise, wenn man etwas Abstand gewinnt, im Urlaub ist. Schauen wir mal, was die Vorbereitung bringt. Hoffentlich kommt auch noch mal Qualität hinzu, das schadet ja auch nicht.


Auch das Spiel war heute wackelig, wie die gesamte Saison.

Die erste Hälfte war gut, für die muss ich mich nicht entschuldigen. Aber nach dem 1:2 war es vorbei. Ich war der Erste, der zur Bank geguckt und nach dem Ergebnis gefragt hat. Es ist ja absolut menschlich, dass man das nicht mehr aus der Hand geben will. Nach dem 1:1 dachte ich, vielleicht wird es besser. Aber dann kassieren wir das Tor.


Wie haben Sie die letzten Minuten auf dem Feld erlebt? Es war ja knapp, als Leverkusen 3:0 führte.

Wir hatten Kontakt zur Bank. Ich wünsche es niemandem. Ich will gar nicht wissen, wie es Mannschaften geht, die gegen den Abstieg spielen und immer wieder auf die anderen Plätze gucken müssen. Auch da Selbstkritik: Wir hätten die Qualifikation bereits vor einer Woche klarmachen können.

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Es stehen ja viele erfahrene Spieler in der Mannschaft. Sind da Strömungen nicht rechtzeitig erkannt worden?

Wenn etwas eine Eigendynamik gewinnt, wird es sehr schwer, das zu stoppen. Wir stehen ja auch nicht außerhalb der Kritik. Ich lese ja auch viel, ich lese ja auch, dass wir Wortführer wären, viel Politik machen, etc. In der Kabine, glauben Sie mir, da gab es Probleme, die gibt es jetzt nicht mehr. Wir kriegen nur keine Leistung auf dem Platz. Das hat viel mit Physis zu tun, mit Vorbereitung, mit dem Kopf. Das sind alles Sachen, die wir anpacken müssen.

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