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Guerreiro reagiert vor Gericht emotional

Prozess um BVB-Anschlag: Bürki noch immer schreckhaft

DORTMUND Im Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund vernimmt das Schwurgericht weitere Profis als Zeugen. Besonders emotional reagiert Raphael Guerreiro.

Prozess um BVB-Anschlag: Bürki noch immer schreckhaft

BVB-Profi Raphael Guerreiro sagte am Mittwoch im BVB-Prozess aus. Foto: dpa

Der Portugiese muss sich während seiner Befragung am Mittwochvormittag mehrmals die Tränen aus den Augen wischen. Eine Unterbrechung seiner Befragung lehnt er aber ab.

Prozess weckt die Erinnerungen

„Es ist für mich sehr schwer, hier darüber zu sprechen“, sagte Guerreiro, ehe ihm zum ersten Mal die Tränen in die Augen schossen. Eigentlich habe er gedacht, mit dem Geschehen vom 11. April 2017 abgeschlossen zu haben. Die Ladung zur Zeugenvernehmung und die jetzige Aussage habe aber alles wieder hochkochen lassen. Guerreiro erinnerte sich im Prozess an einen lauten Knall, Schreie und Angst. Niemand habe gewusst, was wirklich passiert war.

BVB-Spieler sagen am 25. April vor dem Schwurgericht aus

BVB-Spieler sagen am 25. April vor dem Schwurgericht aus.
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BVB-Spieler sagen am 25. April vor dem Schwurgericht aus.
BVB-Spieler sagen am 25. April vor dem Schwurgericht aus.

Ganz ähnlich äußerte sich auch Verteidiger Sokratis Papastathopoulos. „Ich hatte richtig Angst, ich dachte, jemand würde auf uns schießen“, sagte der Grieche. Natürlich habe der Anschlag Spuren in seiner Psyche hinterlassen. „Das ist mit Sicherheit etwas, das ich niemals vergessen werde“, sagte der Abwehrspieler. Er habe für sich jedoch beschlossen, dass das Leben weitergehen müsse.

Bürki noch immer schreckhaft

Torwart Roman Bürki erzählte den Richtern von Momenten, in denen er heute noch schreckhaft reagiere. Immer dann, wenn jemand in seinem Rücken etwas auf den Boden fallen lassen würde, zucke er zusammen. „Ich werde dann richtig wütend“, so Bürki.

hzEin Jahr nach dem Anschlag auf den BVB-Bus

Das hat der 11. April 2017 mit den Spielern gemacht

Dortmund Vor einem Jahr geschah das Unfassbare: Der Mannschaftsbus mit den Profis von Borussia Dortmund wurde Ziel eines Bombenanschlags. Die Zeit hat nicht alle Wunden geheilt. Die Folgen des 11. April 2017 begleiten viele BVB-Profis seelisch noch bis heute. mehr...

Am frühen Nachmittag folgten Nuri Sahin, Shinji Kagawa, Julian Weigl, Lukasz Piszczek und Christian Pulisic als Zeugen. Piszczek erklärte: „Die ersten zwei, drei Monate waren nicht leicht. Da habe ich schon noch viel nachgedacht. Jetzt denke ich aber, ich habe das schon ganz gut verarbeitet.“

„Ein Tag, den man nie vergessen wird“

Weigl schildete, dass „wenn heute im Stadion Böller hochgehen oder wenn Leute von außen gegen den Bus schlagen“, zucke man anders zusammen als früher. Sahin habe „einen Weg gefunden, damit abzuschließen“, erklärte der 29-Jährige. „Mir geht es gut, aber das war ein Tag, den man nie vergessen wird.“

Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus am 11. April wurden Abwehrspieler Marc Bartra und ein Polizist verletzt. Der Bus war gerade am Dortmunder Mannschaftshotel l'Arrivée abgefahren, um die Spieler zum Champions-League-Viertelfinalspiel gegen AS Monaco in den Signal Iduna Park zu bringen, als drei Sprengsätze detonierten.

Erlebnisse noch nicht verarbeitet

Bartra erlitt einen Bruch der Speiche im rechten Handgelenk, mussten operiert werden und fiel mehrere Wochen aus. Das Spiel wurde daraufhin um einen Tag verschoben. Einige Spieler des BVB berichteten auch Wochen und Monate nach dem Anschlag, dass sie die Erlebnisse noch nicht verarbeitet hätten.​

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