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Remis mit Verlierern

DUISBURG Hans-Joachim Watzke war kaum zu beruhigen. Ziel seines Zorns nach dem Dortmunder 3:3 (2:0) beim Tabellenletzten Duisburg: Schiedsrichter Michael Kempter (Sauldorf). Hauptvorwurf des KGaA-Chefs an die Adresse des Unparteiischen: ein akuter Mangel an Courage.

von Von Sascha Fligge

, 03.02.2008

Die 59. Minute: Dede bearbeitet Grlic im Strafraum mit einer unnötigen Grätsche, berührt sowohl den Ball als auch den Fuß seines Gegners. Kempter zeigt auf den Punkt, lässt sich auch von seinem besser postierten Assistenten nicht belehren. Und Mihai Tararache trifft mitten in eine Dortmunder Drangphase hinein – 3:1 für Duisburg, den BVB-Schreck. Sage und schreibe 35,29 Prozent seiner Saisontore erzielte der MSV gegen die Schwarzgelben.

Doll schimpft

Der eingewechselte Diego Klimowicz rettete Dortmund mit einem Doppelpack (68. und 90.+2) letztlich zwar noch einen Punkt, doch dieser konnte Trainer Thomas Doll nicht vollends versöhnen: „Der Schiedsrichter“, schimpfte er, „bekommt es nicht hin, eine Entscheidung zu revidieren. Mehr Rückgrat wäre wünschenswert.“ Nach dem Schlusspfiff verdeckte die Diskussion über den Strafstoß alle Blicke auf die dringlichere Analyse des BVB-Versagens in der ersten Hälfte. Es basierte diesmal nicht auf mangelnder Inbrunst, sondern auf taktischem Fehlverhalten (abermals stand die Elf zu tief, verschob ungeschickt), Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung und individuellen Patzern. Torhüter Marc Ziegler, am Dienstag Elfmeter-Held im Pokal gegen Bremen (2:1), segelte an einer Grlic-Ecke vorbei – Filipescu traf aus elf Metern (18.). Wenig später wurde Mladen Petrics Ballverlust mit dem ersten Ligator von Tobias Willi im 141. Spiel bestraft (30.). Dortmund schien früh am Ende. Doll urteilte später scharf: „Wir waren nicht wach! Wenn man „zwei, drei Leute mitschleppt, die ihre Leistung nicht bringen, dann ist das nicht zu kompensieren“, raunzte er. Und entlarvte auf Nachfrage zumindest einen der Angesprochenen. „Ja“, betonte Doll, „Florian Kringe kann viel besser spielen.“ Selbiges galt auch für den Positions-Fremdgeher Tinga. Für Nelson Valdez, Borussias Torjäger von der traurigen Gestalt. Für den anfangs apathischen Regisseur Giovanni Federico – und für andere.

Rukavina beherzt

Erst in der zweiten Hälfte wurden sie mutiger, geschickter, zielstrebiger und nährten, angetrieben durch Verteidiger Antonio Rukavina und nun auch Federico sowie Petric, beherzt die Hoffnung auf zumindest einen Punkt. Sebastian Kehls eingesprungenes Glückstor mit dem Rücken (50.) war ein Anfang. Das, was folgte, trieb Duisburgs Trainer Rudi Bommer Fassungslosigkeit in die Augen: „Wir haben Leidenschaft und Herz gezeigt. Jetzt sind wir unglaublich traurig.“ Das 3:3 in Duisburg – ein spannender Ruhrpott-Krimi mit Tiefgang. Aber auch einer, der niemanden befriedigen konnte. Die Gastgeber verpassten den Sprung auf Rang 16, der wieder einmal inkonstante BVB ist nur noch Zwölfter, zehn Zähler trennen ihn inzwischen von Platz fünf. Watzke hat also allen Grund sich aufzuregen.  

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