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Schlafstörungen

DORTMUND Zumindest Dede klang am Morgen danach schon etwas zurückhaltender. Hatte er nach seinem Platzverweis noch heftig auf Schiedsrichter Peter Gagelmann geschimpft, gab er am Montag nach dem Auslaufen doch zu: „Wir waren beim 2:3 ein Mann weniger - und das war meine Schuld.“

von Von Thomas Rellmann

, 11.02.2008

Keine Frage, diese Pleite gegen den Erzrivalen hatte weh getan. Nein, sie tut immer noch weh. Sie wird noch einige Tage schmerzen. „Ich werde wohl die ganze Woche schlecht schlafen“, gestand Dede. Dass seine Rote Karte völlig berechtigt war, kam dem Brasilianer zwar nicht über die Lippen. Dafür aber zumindest die wohltuende Einsicht: „Wir dürfen nicht nur dem Schiri die Schuld geben.“ Der 29-Jährige setzte mit seiner Kritik lieber da an, wo es am Sonntag gegen Schalke mehrfach lichterloh brannte: im Abwehrverbund. „In der Viererkette müssen wir viel mehr miteinander sprechen.“ Immerhin sah Dede auch so etwas wie positive Ansätze. „In der Hinrunde haben wir aufgegeben und verloren, wenn wir ein Tor kassiert haben. Jetzt kommen wir wenigstens zurück.“ Stimmt. In Duisburg angelte sich der BVB so noch einen Punkt. Und auch diesmal glichen die Schwarzgelben zweimal einen Rückstand aus.

Petric liegt bis 5 Uhr wach

Trösten konnte das an diesem Tag allerdings niemanden. Auch nicht Mladen Petric, der ebenso die Moral nach dem 0:1 und 1:2 lobte, aber vor allem an die Fans dachte: „Für sie ist es das wichtigste Spiel der Saison, also für uns auch.“ Und das ging eben verloren. Deshalb konnte sich Petric auch nicht über sein neuntes Saisontor freuen. „Ich habe bis 5 Uhr wach gelegen“, erklärte der Kroate. Seine Gedanken dürften sich auch ums nächste Match in Cottbus am kommenden Samstag gedreht haben. Dass das Team mit einer Niederlage in den Abstiegskampf gerissen werden könnte, ist nun nicht einmal mehr utopisch.

Auf die Frage, ob man in der Lausitz zwingend gewinnen müsse, um den ganz tiefen Fall ins Rotlicht-Viertel der Liga zu vermeiden, antwortete Ersatz-Kapitän Sebastian Kehl am Sonntagmittag knapp, aber realitätsnah: „Das ist richtig.“ Der Mittelfeldchef klagte: „Es ist sehr, sehr bitter, dass wir mit leeren Händen da stehen, aber diesmal ist alles gegen uns gelaufen.“

Drei Punkte schwächer als 2006/2007 Was also gibt Hoffnung für dieses Team, das vor einem Jahr sogar drei Zähler mehr auf dem Konto hatte und sich seither offenbar keinen Zentimeter nach vorn entwickelt hat? Die neue Offensivstärke? „Wir machen in Duisburg drei Tore, gegen Schalke zwei“, wirft zumindest Florian Kringe ein: „Aber wir gewinnen trotzdem nicht, weil wir viel zu leicht unsere Gegentore kassieren.“

Neue Stabilität in der Defensive soll der Schlüssel sein. Fragt sich nur, in welcher Besetzung. Dede muss vier Wochen pausieren. Und in der Innenverteidigung kann Trainer Doll zwischen vier Akteuren wählen, von denen bislang keiner im Ansatz überzeugen konnte. Rosig sieht anders aus. Vielleicht ergibt sich ja früher als gedacht eine Chance für das gelobte Talent Mats Hummels.

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