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Unmut wegen der Trainerfrage überlagert das Sportliche

Der FC Bayern wirkt angeschlagen

Das Weißbier soll schäumen, und die an die Drei-Liter-Gläser montierten GoPros mögen stimmungsvolle Bilder liefern - so hätte es der FC Bayern am Samstagabend gerne. Dabei hat der FCB derzeit ganz andere Probleme. Günter Klein analysiert. 

MÜNCHEN

von Günter Klein

, 30.03.2018
Unmut wegen der Trainerfrage überlagert das Sportliche

Uli Hoeneß (l.) und Karl-Heinz Rummenigge sehen nicht gut aus beim Thema Trainerfrage. © dpa

Schon deswegen, weil eine Meisterfeier, die wirklich eine Meisterfeier ist, in der Allianz Arena noch nicht stattgefunden hat. Der berühmte Fluch des 2005 eröffneten Stadions: Perfekt gemacht haben die Münchner ihre Titelgewinne immer außerhalb Münchens. Die Partys am Saisonende mit Übergabe der Meisterschale war dann immer wie von einer Eventagentur geplant.

Charmeoffensive bringt nichts

Jubel und große Gefühle wünscht sich der FC Bayern für exakt diesen Spieltag allerdings auch, weil die Geschichte der Meisterschaft die andere Geschichte für ein Wochenende übertönen würde: Der große FC Bayern, dem die Trainerfindung nicht gelingen will. Jupp Heynckes auch mit einer Charmeoffensive nicht umzustimmen, und Thomas Tuchel, die fachlich logische Lösung, zieht ein anderes Engagement vor.

Präsident Uli Hoeneß und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge sehen nicht gut aus in dieser Sache, in der Mannschaft soll sich schon länger Unmut regen, weil die Spieler halt gerne Bescheid wüssten, auf wen sie sich ab dem 1. Juli oder nach Rückkehr von der WM einzustellen haben.

Scharmützel mit dem FC St. Pauli

Und Rummenigge verzettelt sich auch noch in ein Scharmützel mit dem beliebten FC St. Pauli, dem erfolgreichen Anti-50+1-Wortführer im deutschen Fußball. Der FCB hat derzeit schlechte Presse. Und das Viertelfinale der Champions League gegen Sevilla vor sich. Wieder ein spanischer Klub, wie in den vergangenen vier Jahren, als man an Real, Atletico, Barcelona scheiterte.

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Ohne dass es einen sportlichen Anlass gäbe, wirkt der FC Bayern etwas angeschlagen. Zumindest in der Außenansicht. Die dem Klub verbunden sind, sehen das anders. Giovane Elber ist sich ganz sicher, „dass Uli, Kalle und Hasan Salihamidzic längst eine erstklassige Lösung gefunden haben“.

„Do the unexpected“

Etwas gänzlich Überraschendes, Verblüffendes - wie im Herbst mit der Entrentung von Jupp Heynckes. „Do the unexpected“, das Unerwartete tun, ist eine von Karl-Heinz Rummenigge ausgegebene Bayern-Losung. Erwartbar sollen nur die Meisterfeiern sein.

Günter Klein , 55, ist Chefreporter Sport beim Münchner Merkur.
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