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Von Sammer und Co. hat Uwe Neuhaus viel gelernt

DORTMUND Vielleicht ist Uwe Neuhaus ja viel zu sehr Pragmatiker, als dass er sich vor der ersten Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte besondere Gefühlsregungen gestattet. "In erster Linie", sagt der Trainer des ersten Regionalliga-Gastes des BVB II nüchtern, "geht es ja für uns um die drei Punkte." Eine Aussage, wie geschaffen fürs Phrasenschwein.

von Von Dirk Krampe

, 14.02.2008

Dann aber gibt Union Berlins Trainer doch noch kleinere Einblicke in seine Gefühlswelt: "Es waren sieben tolle Jahre", gibt der 48-Jährige zu. "Jahre, die mich als Trainer enorm geprägt haben." 1998 rückte er in den Trainerstab des BVB, Michael Skibbe war der Dortmunder Chef-Trainer, Uwe Neuhaus sein Co. Er erlebte danach Matthias Sammer, auch die Kurzgastspiele von Bernd Krauss und Udo Lattek.

2004 wurde Neuhaus dann Nachfolger von Horst Köppel als Trainer der Amateure. Der Rest ist bekannt. Kaum ein Jahr später folgte Neuhaus über Nacht dem Werben RW Essens, dort erlebte er nach einem Auf und Ab auch das, was zur Jobbeschreibung ungeschrieben dazugehört: die erste Entlassung. Seit Sommer ist er in Berlin. Bei Union. Ein Kultklub mit enormem Fan-Potenzial.

Neuhaus hat im Winter seinen Vertrag vorzeitig verlängert. "Das macht man nur, wenn man zufrieden ist", sagt er. Mit Platz neun vor Beginn der Restserie ist er selbstredend nicht zufrieden. "Jeder Trainer wird Spiele aufzählen können, in denen Punkte verschenkt wurden." Neuhaus braucht nur an das letzte vor der Pause zurückzudenken, da führte Union 3:1 gegen Ahlen und spielte doch nur 4:4.

Daher denkt er vornehmlich erst einmal an die Drittliga-Qualifikation. "Die ist Pflicht", sagt er. "Dem Rest verweigern wir uns nicht, sollte es sich so ergeben."

Drei für die Offensive

Uwe Neuhaus hat drei neue Spieler geholt im Winter, drei, die die Offensive stärken sollen. Dass Union die viertschwächste Defensive der Regionalliga stellt, steht nicht im Widerspruch dazu. "Wir hatten nur zwei Stürmer, da mussten wir dringend was tun." Vor allem auf Shergo Biran, neunfacher Torschütze für den SV Babelsberg, muss sich der BVB einstellen.

Neuhaus wirkt aufgeräumt dieser Tage. Zufrieden mit seiner Arbeit. "Union", sagt er, "ist ein Traditionsklub. Hier lässt sich unheimlich viel bewegen." Er will mit sportlichem Erfolg helfen, die Strukturen anzupassen an die Erfordernisse der Zukunft. Noch immer kickt Eisern Union an der Alten Försterei, die wenig Modernes versprüht. Irgendwann in nicht so weiter Ferne will der Klub in die 2. Liga, "Berlin kann das vertragen", sagt Uwe Neuhaus.

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