Film über Rudi Assauer in der Veltins-Arena

Regisseur im Interview: „Ganz oder gar nicht war sein Motto“

Am 30. April feierte Rudi Assauer seinen 74. Geburtstag. Sozusagen als nachträgliches Geburtstagsgeschenk wird am 4. Mai in der Veltins-Arena der Film „RUDI ASSAUER. - Macher. Mensch. Legende.“ gezeigt. Filmemacher Don Schubert verrät im Interview die besonderen Herausforderungen bei diesem Projekt.

Regisseur im Interview: „Ganz oder gar nicht war sein Motto“

Rudi Assauer und sein „Wohnzimmer“ - damals noch die Arena Auf Schalke.

Haben Sie früher auch Fußball gespielt?

„Nein. Ich komme aus dem Handballsport. Aber in meinem Familienkreis gibt es zahlreiche Personen, die aus dem Ruhrgebiet stammen und stark mit Fußball und Schalke 04 sympathisieren.“

Wer hatte die Idee für den Film und wann haben die Vorbereitungen begonnen?

„Die Idee hatte der bekannte Filmproduzent Michael Souvignier. Vor fast vier Jahren haben wir die Arbeit aufgenommen.“

Was war neu für Sie bei diesem Projekt?

„Einmal die Sportthematik und dann der Protagonist selbst. Wenn Sie eine Dokumentation über einen Menschen drehen, gibt es meistens nur zwei Möglichkeiten. Entweder die betreffende Person ist gestorben und sie arbeiten mit Archivmaterial und befragen Weggefährten. Oder der Betreffende kann selbst noch Auskunft über sein Leben geben. Bei Rudi Assauer war es eine spezielle Situation aufgrund seiner Demenz-Erkrankung.“

Wie haben Sie ihn erlebt?

„Ich habe schnell gespürt, wie wichtig der Fußball immer für ihn war und noch ist. Imponiert hat mir auch seine Arbeitseinstellung. Wenn er von einer Sache überzeugt war, hat er sich hundertprozentig dafür eingesetzt. Ganz oder gar nicht war sein Motto. Das wird im Film deutlich, ebenso wie einige Facetten von Assauer, die die Öffentlichkeit nicht unbedingt mit ihm verbindet. Ich meine seine Sanftmut und seine Großzügigkeit.“

Wie ist der Film aufgebaut?

„Wir haben viel Archivmaterial gesichtet, 19 Interviews mit langjährigen Weggefährten und Personen geführt, von denen einige bisher sehr selten über Assauer gesprochen haben. Der Film wird auf vier Leinwänden mit einer Gesamtfläche von 650 Quadratmetern projiziert und dauert 90 Minuten. Dabei soll für die Besucher ein besonders Kinoerlebnis entstehen. Außerdem haben wir auf moderne Animation zurückgegriffen.“

Das bedeutet?

„Es gibt aufwendig animierte Szenen, die Dinge zeigen, die man heute nicht mehr real präsentieren kann, wie zum Beispiel das Parkstadion.“

Gab es auch die Überlegung, Szenen aus dem Leben von Rudi Assauer mit Schauspielern nachzustellen?

„Die gab es in der Tat. Doch wir haben schnell gemerkt: Rudi Assauer ist als Person einzigartig. Ihn kann kein Schauspieler nachstellen.“

Wird er selbst am Freitag anwesend sein?

„Das ist geplant. Aber man weiß natürlich nicht, ob es ein guter oder nicht so guter Tag für ihn ist. Deshalb wird das kurzfristig entschieden.“

Gibt es Ehrengäste?

„Eine Menge, aber ich will nicht zu viel verraten. So viel kann ich sagen: Schalkes Jahrhundert-Trainer Huub Stevens hat fest zugesagt.“

Wie ist der Vorverkauf gelaufen?

„Wir haben sozusagen schon den halben Weltrekord bei der Zuschauerzahl geschafft. Über 20000 Karten sind verkauft. Wenn jeder, der schon ein Ticket hat, am Freitag noch einen Freund mitbringt, sieht es gut aus. Wir wussten von Anfang an, dass es größenwahnsinnig ist, einen Film in einer Arena zu zeigen und dann zu erwarten, dass ihn sich mindestens 43.625 Fans ansehen. Wenn es jedoch eine Region schaffen kann, diesen Rekord zu knacken, dann ist es der Pott“.