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100 Kilometer - Castrop-Rauxeler beim "Mythos Biel" am Start

CASTROP-RAUXEL Satte 100 Kilometer - seit Erfindung des Otto-Motors haben nur wenige diese Distanz an einem Stück zu Fuß zurückgelegt: Die Castrop-Rauxeler Ilka Maria Banatzki und Hans-Werner Diel absolvierte die 100 Kilometer beim Landschaftslauf von Biel (Schweiz).

100 Kilometer - Castrop-Rauxeler beim "Mythos Biel" am Start

Ankunft nach über 16 Stunden. Begleitet von ihrem Mann Bernd (Hintergrund) legte Ilka Maria Banatzki die 100 Kilometer von Biel zurück.

Nach 12 Stunden und 57 Minuten lief Diel ins Ziel ein (Altersklasse 60). Banatzkis Zeitmessung stoppte nach 16 Stunden und 16 Minuten (AK 45). Doch das war am Ende nicht entscheidend. Den Langstreckenmythos "Biel" hinter sich gebracht zu haben - das ist das wichtigste.

Biel ist der einzige Landschaftslauf Europas über die 100 km-Distanz. Weil der Lauf in der Nacht beginnt, stellt er besondere Anforderungen an den Sportler. 50 Jahre Lauftradition haben für Verankerung und Begeisterung bei den Menschen in der Schweizer Region gesorgt. In den kleinen Städten an der Strecke herrscht Volksfeststimmung.

Viele Überrschungen - auch Risiken hält der Lauf bereit. Diel überraschte in diesem Jahr beispielsweise eine Wadenverletzung. "Leider", sagt der Europastädter, der zwar eine Stunde schneller war als im Vorjahr - aber auch langsamer als er sich vorgenommen hatte.

Läufer Nummer 311 gesucht

Banatzki dagegen feierte ihr Biel-Debüt. Die 45-jährige nahm es 2005 erstmals mit der Marathon-Distanz auf - steigerte sich dann kontinuierlich. "Biel muss man einmal miterlebt haben", sagte sich die Europastädterin und meldete sich an. Auf der Meldeliste entdeckte Diel die Stadtgenossin. Via Telefon kontaktierte der Erfahrene die bislang Unbekannte und gab Tipps.

Banatzkis, die auf der gesamten Distanz von ihrem Mann Bernd auf dem Rad begleitet wurde, hielt während des Rennens Ausschau nach dem Castrop-Rauxeler Mitläufer: "Ich habe den Herrn mit der Nummer 311 gesucht." Nur gesehen haben sich die Europastädter bis heute nicht.

Im Tempo verloren

Kein Wunder: Auf den 100 Kilometern von Biel verliert sich der Sportler rasch im eigenen Tempo. Dann trifft er nur noch vereinzelt "Leidensgenossen". Und: Anfangs gibt es ohnehin wenig zu sehen. Die ersten 10 Stunden in der Schweiz führen den Laufbegeisterten durch die Dunkelheit.

Der erste mentale Einbruch überkam Banatzki bei Kilometer 70. "Jetzt noch 30?", fragte sich die Europastädterin verweifelt, machte sich aber sofort klar: Das meiste ist geschafft - weiter geht's. Und trotz Schmerzen und knapp drei Stunden Laufzeit für die letzten Kilometer, durfte sie sich nach über 16 Stunden "Finisher" nennen.

Doch damit sind die kühnsten Laufträume der passionierte Ausdauersportlerin noch nicht erfüllt. Ein großer Traum steht über Allem, auch wenn Banatzki selber nicht allzu fest an die Erfüllung glaubt: Badwater-Ultra - 217 Kilometer durchs Kalifornische Death Valley bei etwa 50°C im Schatten - das wär's. Das Problem: Für den Ultra-Lauf in den USA müssen bestimmte Kriterien erfüllt - bestimmte Läufe absolviert sein. Erst dann hat eine Bewerbung Chance auf Akzeptanz. Banatzkis weiß nicht ob sie eine Chance hat, aber sie verspricht: "Wenn ich genommen werde, dann mach ich's!"

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