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Polizeieinsätze am letzten Schultag

Angehende Abiturienten verunstalten die Europahalle

Castrop-Rauxel Sie wollten feiern, dass sie Freitag ihren letzten Schultag hatten. Doch dann musste sogar die Polizei einschreiten: Einige angehende Abiturienten schlugen dabei kräftig über die Stränge. Zwei Schulleiter reagierten prompt.

Angehende Abiturienten verunstalten die Europahalle

Diese und weitere Schmierereien und den Müll hinterließen die Schüler in der Nacht von Donnerstag auf Freitag an der Europahalle. Die Sachbeschädigungen entfernte die Forum GmbH schon am frühen Morgen. Das kostet: Der Schaden ist vierstellig. Foto: Forum GmbH

Auf der Europahalle prangten am frühen Morgen „Shaun, das Schaf“, der Hinweis auf das Abi 2018 und weitere „Verzierungen“: Sprüher hatten offenkundig in der Nacht ihr Unwesen getrieben, dabei den Bereich der Abendkasse in eine Bar umgewandelt, jede Menge Unrat in den Blumenkübeln entsorgt. Forumsleiter Peter Breuer war entsetzt, rief die Polizei und erstattete am Freitag Anzeige gegen unbekannt. Dies war nur eines der Vorkommnisse, mit dem Schüler die Schwelle von schlechtem Benehmen zu Ordnungswidrigkeiten und von Ordnungswidrigkeiten zu Straftaten überschritten.

Schüler zündeten Pyro am Kreisel

Auch am Kreisverkehr am Europaplatz musste die Polizei am Freitagmorgen einschreiten. Sie wurde gegen 8.40 Uhr gerufen, weil dort ein bengalisches Feuer gezündet worden war. Rund 50 Schüler, so Polizeipressesprecher Michael Franz, seien vor Ort gewesen. Die Polizei nahm Personalien auf und geleitet die Gruppe dann zu ihrer Schule, dem Ernst-Barlach-Gymnasium.

Angehende Abiturienten verunstalten die Europahalle

Schulleiter Dr. Friedrich Mayer empfing die Schüler dort und war alles andere als amüsiert. „Ich habe alle auf dem Schulhof versammelt, dann den ursprünglichen Plan einer gemeinsamen Zulassungsveranstaltung zu den Abiturprüfungen abgesagt“, sagte Mayer gegen Mittag auf Anfrage unserer Redaktion. Ursprünglich waren alle 125 Schüler in die Aula geladen. Stattdessen gab es nun kleine Gruppen zu je 20 Personen, die im Halbstundentakt anrücken durften: zur Zulassung und Belehrung. Für alle anderen galt außerhalb dieser Zeit ein Platzverbot, sie durften das Schulgelände nicht betreten. „Das trifft natürlich auch viele Unbeteiligte“, sagte der Schulleiter. „Etliche sind sicher daheim geblieben, um für 12 Uhr zu kommen.“

Schüler müssen mit Strafverfolgung rechnen

Die weniger friedlichen Schüler müssen nun mit einer Strafverfolgung rechnen. Die Polizei ermittele in dieser Sache, so Pressesprecher Michael Franz. Der bestätigte auch einen Einsatz an der Europahalle. Hier konnte die Polizei allerdings niemanden auf frischer Tat erwischen. Die blaue Farbe an den Wänden, am Treppenabsatz und an den Blumenkübeln war schon trocken, als die Polizei eintraf.

Angehende Abiturienten verunstalten die Europahalle

Am späten Vormittag waren diese Schäden zumindest notdürftig beseitigt. Umgehend hatte Forums-Chef Breuer die Säuberung mit Lösungsmitteln und Hochdruckreiniger veranlasst. „Wir haben am Wochenende Veranstaltungen, das können wir doch keinem Gast zumuten“, sagte er. Ein Spezialanstrich müsse aber noch her. Insgesamt ein teures Vergnügen – sicherlich vierstellig. „Für mich war der Tag schon am Morgen gelaufen, ich bin sauer“, schimpfte Breuer. „Viele Abiturienten feiern hier in den Hallen – das ist schön. Aber für derartige Sachbeschädigungen habe ich kein Verständnis.“

Und wie reagierten die anderen Schulleiter?

Violetta Kroll-Baues, Leiterin der Willy-Brand-Gesamtschule, am Freitagmorgen ebenfalls Besuch von der Polizei. Einige ihrer 47 Abiturienten waren am Europaplatz-Kreisel dabei. „Zum Glück nur als Zaungäste“, sagte sie. Das konnte die Polizei anhand der Sweatshirts mit Abi-Aufdruck auch zuordnen. Eine energische „Ansage“ der Schulleitung mussten sich die Schüler dennoch anhören.

Keine besonderen Vorkommnisse vermeldete Theo Albers, Schulleiter des Adalbert-Stifter-Gymnasiums. „Die drei Mottotage der 94 angehenden Abiturienten sind glatt gelaufen“, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion.

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Das steckt hinter dem Brauch „Mottotage“

Seit vielen Jahren ist es an Gymnasien und Gesamtschulen üblich, die letzten Schultage vor den Osterferien unter bestimmte Themen zu stellen, bevor die schriftlichen Abi-Arbeiten geschrieben werden. Schülerinnen und Schüler kleiden sich dem Motto entsprechend, organisieren Spiele und feiern.

Beliebte und regelmäßig auftauchende Themen der Mottotage sind zum Beispiel Kindheitserinnerungen, Asi-Tag, Nutten und Zuhälter, ein Pyjama-Tag, Idole, Früchte, Nightlife oder Vorurteile.

An ASG, EBG und WBG gehören die Mottotage für die Abiturienten dazu. Sie laufen in der Regel auch lustig und friedlich ab.

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