Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Alte Postkarten aus Castrop-Rauxel

Ansichtskarten sind persönliche Erinnerung und erzählen Stadtgeschichte

Castrop-Rauxel Dieter Dufhues ist Castrop-Rauxeler durch und durch. Aber nicht nur das. Er hütet auch einen Schatz an Postkarten, der die Stadtgeschichte seiner Heimatstadt dokumentiert. Die Sammlung begonnen hat sein Vater Wilhelm, sie umfasst heute bis zu 1800 Karten.

Ansichtskarten sind persönliche Erinnerung und erzählen Stadtgeschichte

Die 1912 erbaute Waldschule (l.) im Ortsteil Bladenhorst mit Lehrerwohnhaus (r.). In den 1960er Jahren wurde die Schule abgerissen. Hier vollendete Dieter Dufhues die vierte Klasse. Foto: Sammlung Dufhues

Dieter Dufhues wurde 1952 geboren, ist er aufgewachsen ist er in Rauxel und Ickern. In Ickern wohnten seine Großeltern mütterlicherseits, in Rauxel befand sich sein Elternhaus. Von der Stadtgeschichte weiß er viel zu berichten, denn er besitzt umfassendes Anschauungsmaterial. 2004 erbte er die Postkartensammlung seines Vaters Wilhelm, die er weiter ausbaute und auch heute noch erweitert. Uns hat er Einblick in die Karten gewährt, die in direkter Verbindung zu seiner eigenen Lebensgeschichte stehen.

Beginn der Sammlung ist nicht klar

Wir haben Dieter Dufhues gefragt, was es mit der Sammelleidenschaft auf sich hat: „Wann und aus welchem Grund mein Vater genau angefangen hat, die Postkarten zu sammeln, das weiß ich nicht. Ich interessierte mich als junger Steppke nicht für sowas, hielt das für ein Alte-Männer-Hobby. Er interessierte sich für Stadtentwicklung, sah das wohl als Möglichkeit, um auch sein eigenes Leben rund zu bekommen. Die Frage war nur: Woher konnte er mehr Karten bekommen?“

Ansichtskarten sind persönliche Erinnerung und erzählen Stadtgeschichte

Dieter Dufhues sammelt alte Postkarten aus Castrop-Rauxel. Foto: Ann-Kathrin Gumpert

Sein Vater habe sich im Freundes- und Bekanntenkreis umgehört, „und viele überließen ihm ihre Karten mit Freude. Von dort stammt ein großer Teil der Sammlung. Aber auch mit dem Stadtarchiv hat er viel kooperiert, und von dort ebenfalls Karten bekommen. Als ich die Sammlung nach seinem Tod 2004 übernahm, habe ich direkt angefangen, sie weiter auszubauen und zu erweitern.“

Älteste Karten stammen aus den 1870er-/1880er-Jahren

Mittlerweile fasst die Sammlung zwischen 1500 und 1800 Karten. Älteste Karten stammen aus den 1870er-/1880er-Jahren. Dieter Dufhues: „Sammeln ist heute durch das Internet viel bequemer geworden. Früher gab es viele Ansichtskartenbörsen und Tauschaktionen in ganz Deutschland, heute läuft da sehr viel über Ebay. Es gibt Händler, die bieten ausschließlich Ansichtskarten an – da muss man schon abwägen, worauf man bietet. Mich hat die Sammelleidenschaft genauso gepackt, wie meinen Vater damals.“

Ansichtskarten sind persönliche Erinnerung und erzählen Stadtgeschichte

In der katholischen St.-Antonius-Kirche wurde Dieter Dufhues getauft. Die Pfarrkirche am Ickerner Marktplatz wurde in den Jahren 1922 bis 1925 als moderne Parabelkirche erbaut nach dem Entwurf des Architekten Alfred Fischer. Die Postkarte stammt aus dem Jahr 1933. Die Kirche ist, anders als viele andere Gebäude in Ickern, bis heute weitestgehend in ihrer Ursprungsform erhalten geblieben. Foto: Sammlung Dufhues

Ansichtskarten sind persönliche Erinnerung und erzählen Stadtgeschichte

Hier wurde Dufhues Ostern 1958 eingeschult. Das war nichts Ungewöhnliches, denn früher wurden alle Kinder zu Ostern eingeschult, wie Dufhues berichtet. Damals war das Volksschulgebäude bereits sehr heruntergekommen, weshalb es in den 1960er-Jahren abgerissen wurde. Dufhues erinnert sich, dass er hier noch eine typisch alte Schulbank, mit einer Tintenfassaushebung in der Mitte, gedrückt hat. Foto: Sammlung Dufhues

Ansichtskarten sind persönliche Erinnerung und erzählen Stadtgeschichte

An der katholischen Hermannschule (links auf dem Bild zu sehen) in Ickern war Dieter Dufhues‘ Großvater früher als Rektor tätig. Das Wohnhaus der Dufhues-Großeltern befand sich direkt hinter der Schule, so dass er morgens durch die Gartenpforte den ganz kurzen Weg zur Arbeit gehen konnte. Das Gebäude wurde, ebenso wie die evangelische Vinckeschule (rechts), 1907 errichtet. Foto: Sammlung Dufhues

Ansichtskarten sind persönliche Erinnerung und erzählen Stadtgeschichte

Die Häuser links von der Bahnhofstraße, Höhe Maslingstraße, gibt‘s auch heute noch. Gebaut wurden sie, so Dufhues, als Wohnsiedlung für die Beamten und Angestellten der Klöcknerwerke vor dem Ersten Weltkrieg. Rechts im Bild befanden sich seinerzeit nur Felder und Wiesen von Hagemanns Hof. In den Jahren 1956/57 wurden dort dann Wohnungen für Betriebsangehörige der Gewerkschaft Victor gebaut. Foto: Sammlung Dufhues

Ansichtskarten sind persönliche Erinnerung und erzählen Stadtgeschichte

Die Bahnhofstraße mit Blick auf das alte Bahnhofsgebäude (graues Türmchen im Hintergrund). Hinter dem Geschäft auf der linken Seite mündet die Victorstraße ein. Die zwei niedrigen Gebäude links vor dem Bahnhof wurden in den 1960er Jahren abgerissen, hier befindet sich heute der Berliner Platz. Die Straßenbahn führte bis in die Innenstadt, nach Ickern, und sogar bis nach Witten. Foto: Sammlung Dufhues

Ansichtskarten sind persönliche Erinnerung und erzählen Stadtgeschichte

So kennt Dieter Dufhues die Friedrichstraße, Ecke Ickerner Straße, noch aus seiner Kindheit. In unmittelbarer Umgebung, in der Kirchstraße, befand sich damals das Haus seiner Großeltern, bei denen er mit seiner Mutter häufig zu Besuch war. Heute, so erklärt er, befinde sich an der Stelle, die diese Aufnahme zeigt, der Ickerner Knoten, der dort aus verkehrstechnischen Gründen gebaut worden ist. Foto: Sammlung Dufhues

Ansichtskarten sind persönliche Erinnerung und erzählen Stadtgeschichte

Diese Karte zeigt die Kirchlinder Straße in Frohlinde. Im Vordergrund rechts zu sehen ist die alte Dorfschmiede. Von Bedeutung ist die Karte für Dieter Dufhues insofern, als dass er für einige Zeit in Frohlinde wohnte. Ein Ausreißer in einen anderen Stadtteil sozusagen. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften in Bochum, arbeitete im Anschluss als Rechts- und Bauordnungsamtsleiter in Herne. Foto: Sammlung Dufhues

hzUnsere Heimat - Die Serie

Was Heimat für die Menschen bedeutet

NRW Noch nie veränderte sich Heimat so schnell wie heute. Mit unserer Serie „Heimat“ wollen wir Orientierung bieten und beschäftigen uns dazu mit vielen Facetten eines oft schwierigen Themas.mehr...

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Castrop Die Nachricht wird Kino-Fans betrüben: Die Kurbel an der Oberen Münsterstraße wird keine Zukunft als Kino mehr haben. Jetzt wird das Inventar verkauft.mehr...

Castrop-Rauxel Das Parkbad Süd ist zum dritten Mal Schauplatz des WLT-Freilichttheater-Wochenendes. Unter dem Motto „Bühne raus...! Theater im Freien“ geht vom 22. bis 24. Juni 2018 ein spannendes, abwechslungsreiches und auch musikalisches Happening über die Bühne. Mit dabei: Die 80er-Jahre.mehr...

Prozess am Amtsgericht Castrop-Rauxel

Trio stiehlt 37,5 Tonnen Schrott, um sie zu verkaufen

Castrop-Rauxel Schrottdiebstahl XXL hieß es am Dienstag am Amtsgericht. Auf der Anklagebank musste sich ein 32-Jähriger verantworten, der zusammen mit zwei anderen 37,5 Tonnen Schrott gestohlen haben soll. Doch der 32-Jährige scheint nur ein kleiner Fisch gewesen zu sein. Der mutmaßliche Drahtzieher ist flüchtig.mehr...

Sitzmeditation oder: Leute, die auf Wände starren

Zazen soll den Geist beruhigen - wir haben getestet, ob es wirkt

Habinghorst Zazen bedeutet Sitzmeditation, eine Meditationstechnik des Zen-Buddhismus, die Körper und Geist zur Ruhe bringen soll. Unser Mitarbeiter Christian Püls hat es ausprobiert. Wie wirkt Zazen? Sein Erlebnisbericht endet ruhig - aber auch ein bisschen unentschlossen.mehr...

Brennender Motorroller in Ickern

Haben vier Kinder den Brand gelegt?

Ickern Ein Motorroller brannte am Montagnachmittag in Ickern. Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren flüchteten. Ob sie etwas mit dem brennenden Motorroller zu tun haben, versucht die Polizei gerade zu klären. Dafür sucht sie Zeugen.mehr...

Freibadsaison in Ickern ist eröffnet

Freibad lockt in den Pfingstferien

ICKERN Das Freibad in Ickern ist seit Samstag geöffnet, mit Rücksicht auf das schöne Wetter 14 Tage vor dem eigentlichen Eröffnungstermin. Hier noch einmal die Öffnungszeiten und Eintrittspreise.mehr...