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Die Ex hat die Neue verklagt

CASTROP-RAUXEL „Ich schwöre, so wahr mir Gott helfe!“ Mit dieser Formel bekräftigte am Freitagmorgen die 46-jährige Zeugin im großen Saal des Amtsgerichtes, dass all ihre Aussagen der Wahrheit entsprechen.

Die Ex hat die Neue verklagt

Das Gericht setzte die Freiheitsstrafe gegen Auflagen auf drei Jahre zur Bewährung aus.

Ein wahrlich nicht alltäglicher Akt, den die 38-jährige Angeklagte fassungslos verfolgte. Ihr Verteidiger hatte die Vereidigung der Zeugin gefordert, weil deren Schilderungen den Angaben seiner Mandantin absolut gegensätzlich gegenüber stehen. Eine Situation, die bereits die verfahrene Lage widerspiegelt, die zwischen den Kontrahenten herrscht.

Die Seite gewechselt

Sie wohnen seit Jahren in derselben Straße. Der Mann der Zeugin jedoch hat vor einiger Zeit die Straßenseite gewechselt, ist seit kurzem mit der Angeklagten verheiratet. Und die Trennung von der ersten Ehefrau, das wurde gestern allzu deutlich, ist anscheinend alles andere als harmonisch vonstatten gegangen. Beleidigungen und Telefonterror werfen sich die Beteiligten gegenseitig vor. Zur Anzeige kam schließlich ein Vorwurf, der sich im Oktober letzten Jahres ereignet haben soll. Beim gewohnten Gassi-Gehen mit dem Hund am Morgen sei die neue Frau an der Seite ihres Ex-Mannes mit überhöhter Geschwindigkeit von hinten an sie herangefahren. Nur durch einen beherzten Sprung zur Seite habe sie sich retten können.

Beide Versionen durch Zeugen bestätigt

Diese detailliert beschriebene Situation wurde von ihrer Schwester, die ebenfalls als Zeugin geladen war, exakt bestätigt. Sie habe am Fenster gestanden und alles verfolgt. „Alles erfunden“, versicherte dagegen die Angeklagte, die am fraglichen Morgen ihr Haus überhaupt nicht verlassen haben will. Auch dafür gab es Zeugenaussagen. Weil sie am selben Nachmittag, wiederum beim Gassi-Gehen, von der Angeklagten wüst beschimpft worden sei, habe sie sich an ihre Anwältin gewandt. Die Anzeige folgte rund zwei Wochen später. Und überkreuzte sich mit einer Anzeige der gegnerischen Seite. Der erhobene Vorwurf: Beleidigungen.

Weitere Zeugen müssen gehört werden

Allen Beteiligten war wohl klar, dass viel schmutzige Wäsche gewaschen wurde bei dieser Trennung bzw. Zuwendung des Mannes zur Nachbarin. Um ein Urteil fällen zu können, auf das die verlassene Ehefrau besteht, müssen weitere Zeugen gehört werden. Dann wird hoffentlich ein Schlussstrich gezogen werden können.

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