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Wie Castrop-Rauxeler zu Europa stehen

EBG-Schüler machten Umfrage: „Europa bedeutet für mich...“

Castrop-Rauxel Gemeinschaft. Zusammenhalt. Freiheit. Frieden. Das sind die Begriffe, die Castrop-Rauxeler am häufigsten nennen, wenn man sie fragt: „Europa bedeutet für mich...“. Nur einer der Top-Begriffe, die bei einer Umfrage des Ernst-Barlach-Gymnasium fielen, geht in eine andere Richtung.

EBG-Schüler machten Umfrage: „Europa bedeutet für mich...“

Linda Brandt, Isabelle Schüsser, Christoph Seiler und Cara Rogalla (v.l.), allesamt Schüler der Einführungsphase der Oberstufe (10. Klasse) des Ernst-Barlach-Gymnasiums, waren am Freitag zusammen mit ihrem Mathelehrer Rainer Prösch (hinten) in der Altstadt unterwegs und befragten fast 100 Castrop-Rauxeler: „Europa bedeutet für mich...“. Der stellvertretende Bürgermeister Hans-Hugo Kurrek (r.) wurde auch befragt. Foto: Tobias Weckenbrock

Das Ernst-Barlach-Gymnasium hat für seinen Europatag in der vergangenen Woche eine Umfrage gemacht. In drei Gruppen waren Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren in der Stadt unterwegs: in Ickern, in Habinghorst und in Castrop. Eine der drei Befragungsgruppen trafen wir am Reiterbrunnen.

30 Mal nannten die 240 befragten Menschen außerhalb der Schule, die bei der Befragung mitmachten, den Begriff Gemeinschaft. Das war die Top-Nennung. Freiheit und Zusammenhalt landeten mit jeweils 17 Nennungen auf Rang 2. Frieden mit 12 Nennungen dahinter. Gleichauf allerdings mit Enttäuschung, ebenfalls 12 Mal genannt. Nach Einheit (10), Demokratie (6) und Euro (5) folgen Chaos (5) und Mittelmaß (4) als kritische Attribute. Unsicherheit (3), Durcheinander und schlechte Grenzkontrollen (jeweils 2 Nennungen) sind weitere negative Äußerungen – allerdings wurden sie tatsächlich nur vereinzelt genannt.

Castrop-Rauxel trägt seit 1962 den Beinamen „Europastadt“. Schon nach Ende des 2. Weltkriegs ging der Weg hier ganz klar in die eine Richtung: Schluss mit den Konflikten unter Nationalstaaten, hin zum vereinten Europa. So nahmen 74 Prozent der Wahlberechtigten am 16. Juli 1950 an einer Abstimmung teil, in der es um genau diese Frage ging. Laut Stadtverwaltung, die auf ihrer Homepage dazu einen kurzen historischen Beitrag veröffentlicht hat, stimmte die überwältigende Mehrheit, 96 Prozent, für die Aufgabe der eigenen Staatshoheit zugunsten eines vereinen Europas.

Castrop-Rauxel und sein Titel „Europastadt“


Das war damals. Heute ist ein vereintes Europa in Form der Europäischen Union längst Realität – mit vielen Vorteilen, wie die Umfrage ergab, aber eben auch Nachteilen. Der Titel Europastadt, den Castrop-Rauxel bis heute in offiziellen Verlautbarungen führt („Europastadt im Grünen“), wurde 1962 vom Europarat verliehen. Die Städtepartnerschaften waren dabei ein zentraler Bestandteil. Nur 20 weitere deutsche Städte tragen diesen Titel. Herausforderung und Ehre zugleich, wie der stellvertretende Bürgermeister Hans-Hugo Kurrek, der die Schüler am Freitag bei der Befragung am Reiterbrunnen besuchte, unterstrich.

Das Ernst-Barlach-Gymnasium befragte parallel intern all seine Schüler. Auch hier fiel das Ergebnis eher positiv aus: Zusammenhalt (71 Nennungen), Gemeinschaft (57), Freiheit (51), Frieden (39) und Heimat (42) sind hier die meistgegebenen Vervollständigungen für den Halbsatz „Europa bedeutet für mich...“.

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Castrop-Rauxel Zehntausende Menschen in Castrop-Rauxel nutzen WhatsApp. In der beliebten App gibt es jetzt auch die Nachrichten der Ruhr Nachrichten: täglich das Wichtigste der Europastadt. Hier können Sie sich für den kostenlosen Service anmelden.mehr...

Am Mittwoch, 9. Mai, feiert die ganze Schule einen Europatag. Die Ergebnisse der Umfrage werden dann in der Schule, die sich auch Europaschule nennt, vorgestellt. „Das EBG“, heißt es im Leitbild, „betrachtet es als seine pädagogische Aufgabe, Schüler und Schülerinnen zu einem gelingenden Leben in Europa zu befähigen.“

Der Mathelehrer Rainer Prösch, der die Schüler bei der Umfrage begleitete, sagte, es sei gelungen, „in der Castroper Öffentlichkeit Interesse und Verständnis an der europäischen Idee und der EU zu wecken und hoffentlich zu stärken“.

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