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Kino in Castrop-Rauxel

Für die Kurbel wird es keine Zukunft geben

Castrop Die Nachricht wird Kino-Fans betrüben: Die Kurbel an der Oberen Münsterstraße wird keine Zukunft als Kino mehr haben. Jetzt wird das Inventar verkauft.

Für die Kurbel wird es keine Zukunft geben

So sah der Eingangsbereich zur Kurbel im Oktober 2015 aus. Daran hat sich nichts geändert. Foto: Foto: Daniele Giustolisi

Wenn es auch jemals noch das kleinste Fünkchen Hoffnung gegeben hätte, dann ist das jetzt auch Geschichte: Die Kurbel wird kein Kino mehr werden. Sämtliche noch verbliebenen Einrichtungsgegenstände und Utensilien des 2014 geschlossenen letzten Lichthauses in unserer Stadt werden jetzt zum Verkauf angeboten. Sitze und Sitzbänke, Filmplakate, alte Filmprojektoren. „Alles soll weg“, sagt Peter Weise, bei dem die Fäden für die Abwicklung zusammenlaufen. Letzten Endes dann auch das Objekt an der Oberen Münsterstraße 4.

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Privatleute aus der Verwandtschaft von Weise hätten die Kurbel vor einem Jahr von einem Privatmann gekauft. Ob von Günter Schleich, dem die komplette Liegenschaft inklusive mehreren Ladenlokalen, Appartements und Bungalow lange Zeit gehörte oder zum Teil noch gehört, ist nicht bekannt. Schleich war telefonisch nicht erreichbar.

Kino-Idee ist letztlich verworfen worden

Aber zurück zur Kurbel. Tatsächlich habe es Überlegungen der neuen Besitzer aus dem Ruhrgebiet gegeben, dort wieder einen Kinobetrieb zu starten. Aber die Idee sei nach reiflichem Überlegen verworfen worden. „Allein schon aus Gründen des Brandschutzes“, sagt Peter Weise. Die Summe, die in das Objekt hätte hineingesteckt werden müssen, sei zu hoch gewesen und auch andere Nutzungsmöglichkeiten seien ausgeschieden.

Für die Kurbel wird es keine Zukunft geben

Das Inventar der Kurbel an der Oberen Münsterstraße wird verkauft Foto: Eigentümer

Am Mittwoch, 23. Mai, um 17 Uhr kommt es zum Finale: Wer Interesse hat, ein Stückchen alter Kino-Herrlichkeit zu besitzen, kann sich an der Oberen Münsterstraße einstellen. Peter Weise wird vor Ort sein. Allein im großen Saal, wo manche Liebesgeschichte angebandelt wurde, stehen 240 Stühle zum Verkauf. Im kleinen sind es 46. Sitze soll es ab 50 Euro geben. Doppelsitze sind auch im Angebot. Für Abbau und Abtransport ist der oder sind die Käufer selbst zuständig.

Viele Castrop-Rauxeler bedauern das Ende

In der Facebook-Gruppe „Du bist Castroper, wenn“, in der die Verkaufsaktion aufgeploppt ist, hat es längst Beiträge gegeben mit der Botschaft, dass es schade sei um das Kino. Aber das ist so auch schon in der Vergangenheit gelaufen: Die großen Kinos in Bochum und Dortmund sind halt nur ein paar Kilometer entfernt und in die Kurbel sind zum Schluss nur wenige gegangen. Da half auch die Unterstützungsaktion des damaligen Bürgermeisters Johannes Beisenherz nicht, als sich das Ende abzeichnete. Beisenherz hatte jahrelang die jungen Bürgerinnen und Bürger, die das 18. Lebensjahr vollendeten, einmal ins Kino eingeladen.

Die Familie Kern aus dem schwäbischen Geislingen hatte das Kult-Kino acht oder neun Jahre betrieben, das Gewerbe dann aber final am 1. Februar 2014 abgemeldet. Unverändert idyllisch geblieben ist der Bereich, wenn man das Kino links liegen lässt und den privaten Bereich mit viel Grün und antiken Figuren und Fresken, der mal von einem berühmten Gartenbauer angelegt worden sein soll. Hier gibt es im Internet schon seit geraumer Zeit ein Kaufangebot für eine Immobilie.

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