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32-Jähriger wegen Stalking vor dem Amtsgericht

Liebesschwüre gehen in Drohungen über

Castrop-Rauxel Ein 32-Jähriger stand wegen Stalking, Bedrohung und Beleidigung vor Gericht. Der Grund dafür war verschmähte Liebe.

Liebesschwüre gehen in Drohungen über

Ein 32-Jähriger musste sich jetzt wegen Stalkings vor dem Amtsgericht verantworten. Foto: Foto: Tobias Weckenbrock

Enttäuschte Liebe tut weh. In manchen Fällen bringt sie den verschmähten Verehrer sogar vor den Strafrichter – wie im Fall eines 32-Jährigen. Stalking, Bedrohung und Beleidigung wurden ihm vorgeworfen.

Liebesschwüre übers Handy

Zunächst hatte er die junge Frau, die er in der Werkstatt, in der beide arbeiteten, kennengelernt hatte, per Handy-Mitteilungen mit Liebesschwüren überhäuft. Über Monate. Doch der Ton schlug um, als diese Beteuerungen keine Wirkung zeigten. Nun beleidigte er die 24-Jährige mit üblen Unterstellungen, es „mit anderen zu treiben“ und Drohungen. „Morgen bist du tot“, soll er beispielsweise geschrieben haben. Diese Entwicklung zog sich vom vergangenen Sommer bis fast zum Jahresende hin.

Inzwischen ist Ruhe eingekehrt. Er habe keine Mitteilungen mehr geschrieben seit Jahresbeginn, bekräftigte auch die Betreuerin, die ihren Schützling, den Angeklagten, begleitete. Der räumte die Vorwürfe ein. „Das ist Geschichte, vorbei“, sagte er. Und erklärte weiter, dass er seit zwei Monaten auch nicht mehr in der Werkstatt arbeite, derzeit eine neue Beschäftigung suche. Der Vater der jungen Frau war als Zeuge geladen. Er beschrieb, dass seine Tochter sehr unter der Situation gelitten hätte, manchmal deswegen nicht zur Arbeit gehen konnte. Er bestätigte aber auch, dass es keinen Kontakt mehr gebe.

Keine Entschuldigung

Das erklärte auch die junge Frau selbst. Der Richter hätte ihr sogar die Aussage erspart, doch sie wollte gehört werden. Die Beleidigungen und Bedrohungen musste sie in der Öffentlichkeit nicht wiederholen. Doch der 24-Jährigen war es wichtig zu sagen, wie mies sie es fände, dass sich der Angeklagte nicht einmal bei ihr entschuldigt hätte.

Das tat der 32-Jährige umgehend. Formulierte ein „Entschuldigung“ und guckte weg. Weil er bislang unbescholten durch sein Leben gegangen ist, stellte der Richter das Verfahren nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft ein. Gleichzeitig machte er dem Angeklagten zur Auflage, 300 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu spenden. Diesen Betrag muss der 32-Jährige in sechs Raten an das Kinderhospiz in Datteln überweisen.

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