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Grimbergstraße: Haus nach Brand noch unbewohnbar

Nach dem Feuer auf Schwerin sind viele Spenden eingegangen

Schwerin An der Grimbergstraße laufen nach dem Brand Anfang März die Arbeiten. Mindestens bis zum 31. Mai dürfen die Mieter nicht zurück. Der Knackpunkt ist das Treppenhaus.

Nach dem Feuer auf Schwerin sind viele Spenden eingegangen

Die Sanierungs-Arbeiten im Brandhaus auf Schwerin sind angelaufen, eine Fertigstellung kann sich laut Hausbesitzer aber im schlimmsten Fall noch bis zu zwölf Monate hinziehen. Foto: Thomas Schroeter

Rund fünf Wochen nach dem Brand an der Grimbergstraße ist das Haus nach wie vor unbewohnbar. Die Stadt hat ein Betretungsverbot bis zum 31. Mai verhängt. Nach dem Brand hatte das zunächst ein Sicherheitsdienst kontrolliert, in der Zwischenzeit wurde eine neue Haustür eingebaut.

Die rund 30 Mieter müssen also nach wie vor woanders unterkommen. Viele haben Unterschlupf bei Freunden und Verwandten bekommen.

Handtasche und Katze gerettet

So auch Janine Noack, die jetzt bei ihrem Freund in Gladbeck wohnt. In der Brandnacht habe sie sich noch ihre Handtasche und ihre Katze geschnappt und sei dann von der Feuerwehr über eine Drehleiter gerettet worden.

Noack: „Es ist absolutes Glück, das ich bei meinem Freund wohnen kann, bei Freunden oder auch der Familie ist das irgendwann unzumutbar.“ Oder, wie es der Schweriner Jürgen Wischnewksi erklärt: „Mit Besuch ist es wie mit Fisch – nach drei Tagen fängt er an zu stinken.“

Verursacher hatte keine Haftpflicht

Der Rechtsanwalt hatte sich nach dem Brand stark gemacht für die Opfer, Spenden gesammelt und einigen sogar eine neue Bleibe vermittelt.

Nach dem Feuer auf Schwerin sind viele Spenden eingegangen

In das Haus, in dessen gesperrter Einfahrt ein Container steht, ist eine provisorische neue Eingangstür eingebaut worden, damit das Betretungsverbot der Stadt eingehalten wird, bis das Haus wieder freigegeben werden kann. Foto: Thomas Schroeter

Das Problem ist, dass der 69-jährige Brandverursacher keine Haftpflichtversicherung hat und somit nicht für die Schäden der anderen Mieter aufkommt. Von denen hat wiederum nicht jeder eine Hausratversicherung.

„Auf den Spendenaufruf haben sich überwältigend viele gemeldet“, so Wischnewski.

Von Hausrat über Bettwäsche bis hin zu einer kompletten Wohnungsmöblierung wäre alles angeboten worden. Auch die Kleiderkammer vom Roten Kreuz hatte sich gemeldet. An Geldspenden seien knapp 2.000 Euro zusammengekommen.

Das einzige Problem: „Die Renovierung nimmt mehr Zeit in Anspruch, als angenommen.“ Durch den Brand im Erdgeschoss sei das Treppenhaus in Mitleidenschaft gezogen worden. Es sei unklar, wann die Renovierungen abgeschlossen werden können.

Einen Monat lang schlaflose Nächte

Hauseigentümer Christian Plätzsch sagt, er gehe davon aus, dass die Mieter in zwei bis zwölf Monaten zurück könnten. Er habe jetzt einen Monat lang schlaflose Nächte gehabt und die Arbeiten ins Rollen gebracht.

Das Treppenhaus sei mittlerweile zurück im Rohbau-Zustand - alles was gebrannt hat wurde entfernt. Die Frage sei jetzt, ob die Treppe statisch zu erhalten sei oder raus muss.

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„Der Statiker war am Montag da. Ich warte jetzt auf seine schriftliche Stellungnahme“, so Plätzsch, der auch bereits einen Architekten beauftragt hat. Letztendlich müssen die Verantwortlichen im Bauamt ihren Stempel unter die Sache drücken - und das auch erst nachdem Chemiker sichergestellt haben, dass alle Schadstoffe raus sind. Plätzsch: „In zehn Tagen weiß ich mehr.“

Neuer Spendenaufruf

Für Wischnewski bedeutet das, dass die Spenden nicht abgerufen werden können. Er habe zwar eine Garage zur Verfügung, aber die sei ruckzuck voll. Er könne die Sachen schlichtweg nicht lagern.

Wenn es soweit ist, werde er einen erneuten Spendenaufruf starten und die Mieter weiter unterstützen.

Janine Noack durfte nach dem Brand noch einmal in ihre Wohnung und die Wertgegenstände rausnehmen. Eine Sanierungsfirma sei auch bereits da gewesen und habe die Situation in Augenschein genommen. Für die 30-Jährige steht fest: „Ich will zurück in meine Wohnung.“

Brandhaus Lange Straße

  • Gebrannt hat es am 5. Februar auch im fünften Geschoss des Hauses Lange Straße 107/Nordstraße 1/3.
  • Auch dort hat die Stadt ein Betretungsverbot für die Wohnungen und Räumlichkeiten im fünften und sechsten Obergeschoss verhängt.
  • Das Nutzungsverbot ist zunächst bis zum 30. April befristet, kann aber bei nicht abgeschlossenen Sanierungsarbeiten verlängert werden.

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