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Erste Abiturklausuren am Mittwoch

Pauken in letzter Minute ist selten erfolgreich

Castrop-Rauxel Kurz vor den ersten Abiturklausuren am Mittwoch raten Lehrer und Psychologen dazu, keinen neuen Stoff mehr zu lernen. Der lässt sich in so kurzer Zeit sowieso nicht mehr richtig verinnerlichen. Sie geben andere Tipps – auch aus eigener Erfahrung.

Pauken in letzter Minute ist selten erfolgreich

Viele Schüler haben in den vergangenen Wochen für die Abschlussprüfungen gepaukt. Heute ist der Tag vor der ersten Abi-Klausur. Was soll man als Schüler jetzt noch tun? Foto: picture alliance / dpa

Den letzten Tag vor den ersten Abiturprüfungen sollten Schüler möglichst sinnvoll nutzen – pauken auf den letzten Drücker führt allerdings nicht mehr zum gewünschten Ergebnis. Am Mittwoch stehen die ersten Klausuren im Zentralabitur an – die in den Naturwissenschaften Bio, Physik, Chemie und Informatik. Was tun also am Dienstag?

„Am Besten ist es, gar nichts mehr zu machen und den Stoff sacken zu lassen“, ist daher die – für einen Lehrer ungewöhnlich klingende – Empfehlung von Theo Albers, Schulleiter des Adalbert-Stifter-Gymnasiums. Was er an seinem eigenen letzten Tag vor den Abiklausuren 1973 gemacht hat, weiß Albers nicht mehr genau. „Aber mit Sicherheit war es relativ relaxed.“

Schwimmen gehen statt lernen

„Irgendwann muss es mit dem Lernen mal gut sein“, sagt Friedrich Mayer, Schulleiter am Ernst-Barlach-Gymnasium. An den Tag vor den eigenen Prüfungen 1978 kann Mayer sich noch gut erinnern. „Wir sind damals mit ein paar Freunden schwimmen gewesen.“ Er empfiehlt grundsätzlich, langfristig zu lernen. Das sei effektiver und mit weniger Stress behaftet. Kurz vor den Abiturprüfungen sei es wichtiger, seine Kräfte zu sammeln, damit man alles geben kann, wenn die Leistung abgefragt wird.

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„Am letzten Tag noch zu büffeln, bringt nicht mehr viel“, sagt Heinz-Hermann Tophoven, Oberstufenleiter an der Willy-Brandt-Gesamtschule. Es könne jedoch sinnvoll sein, Übersichten der Lernfelder noch einmal durchzugehen und sich das Gelernte ein letztes Mal vor Augen zu führen.

Eigene Prüfung vergeigt


Wie es laufen kann, wenn man genau das Gegenteil versucht, weiß Tophoven aus erster Hand. „Vor meiner mündlichen Abiturprüfung war ich super nervös.“ Das verzweifelte Pauken einen Tag davor ging dann auch daneben. „Die Prüfung war nicht der Knaller“, sagt Tophoven, der 1978 sein Abitur dennoch erfolgreich bestanden hat.

Und mit welchen Gedanken lenkt man sich am besten ab? „Man kann an die tolle freie Zeit denken, die nach den Prüfungen kommt“, sagt Kinder- und Jugendpsychotherapeut Olaf Maletzki. Die sei schließlich einmalig und werde mit großer Vorfreude erwartet. „Positive Gedanken bauen Stress ab.“

Tipps für die Prüfung

Was kann man am letzten Tag vor den Prüfungen noch lernen?

Wenig bis nichts, ist Psychotherapeut Olaf Maletzki sich sicher. „Was man bis dahin nicht beherrscht, lernt man auch nicht mehr neu.“ Stoff, der bereits gelernt wurde, kann wiederholt werden. „Zum Beispiel, indem man es mit eigenen Worten jemand anderem erzählt“, sagt Barbara Cirkel, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin. Ewig lange sollte am letzten Tag vor den Prüfungen aber nicht mehr wiederholt werden.

Warum ist Ablenkung kurz vor Prüfungen so wichtig?

„Sie hilft die Panik und die Unsicherheit abzubauen“, sagt Barbara Cirkel. Ein bisschen nervös sein sei normal, könne sogar hilfreich sein. Es spornt dazu an, höchste Leistung zu bringen. Bei zu viel Angst macht dagegen der Kopf zu, es kommt im schlimmsten Fall zum Blackout. Damit das nicht ausgerechnet in der Abiturklausur oder bei anderen Prüfungen passiert, ist es wichtig, kurz vorher abzuschalten und Stress abzubauen.

Was kann man tun, wenn in der Prüfung der Blackout doch zuschlägt?

Zunächst einmal: Ruhe bewahren! Olaf Maletzki empfiehlt: „Man legt die rechte Hand auf den Bauch und atmet so, dass die Hand sich bewegt.“ Das Ganze sollte man zwei bis drei Minuten lang tun. So könne man wieder runterfahren. „Das mag einem sehr lange vorkommen, aber bei einer Klausur über fünf bis sechs Stunden ist das kein Problem“, so Maletzki. Danach fängt man noch mal von vorne an. Ein weiterer Tipp: Immer mit den leichten Aufgaben beginnen und sich dann zu den schweren vorarbeiten.

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