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Prozess um Pfandbetrug

Pfandautomaten im Getränkemarkt waren für Kunden offenbar tabu

Castrop-Rauxel/Bochum Im Prozess um den angeklagten Ex-Azubi, der 1,2 Millionen Euro durch manipulierte Pfandautomaten erbeutet haben soll, gab es die ersten Zeugenaussagen. Ex-Mitarbeiter des Getränkemarkts sagten, dass die Pfandautomaten für Kunden Sperrzone waren.

Pfandautomaten im Getränkemarkt waren für Kunden offenbar tabu

Prozess um Pfandbetrug am Landgericht: Der Angeklagte (r.) an der Seite seines Verteidigers Dieter Tomczyk aus Marl. Foto: Werner von Braunschweig

Im Pfandbetrugs-Prozess gegen einen Ex-Azubi (27) aus Castrop-Rauxel haben am Freitag zwei frühere Mitarbeiter des Getränkemarkts am Landgericht ausgesagt. Das Duo enthüllte, dass die Pfandautomaten offenbar absolutes „Kunden-Sperrgebiet“ gewesen sind.

Castrop-Rauxel/Bochum Mit manipulierten Pfandflaschenautomaten soll ein Familienvater aus Castrop-Rauxel einen Millionenschaden angerichtet haben. Vor Gericht beteuert er seine Unschuld und sagt, dass er nur als „Strohmann“ fungiert habe. mehr...

Die Rücknahme-Geräte hätten teils eingezäunt am Rande der Halle gestanden. „Kunden sollten da ja auch gar nicht drangehen“, sagte ein Ex-Mitarbeiter vor dem Bochumer Landgericht. Das Pfandgeld sei direkt ausgezahlt worden, die zurückgegebenen Flaschen und Dosen an der Kasse in Säcken gesammelt worden. „Wenn mal Leerlauf im Laden war, habe ich zwischendurch auch mal ein paar Plastikflaschen da reingeschmissen“, erinnerte sich einer der Ex-Mitarbeiter. Dabei habe das Gerät auch hörbar „Krrr...“ gemacht. „Die Flaschen waren klein gecrushed wie eine Briefmarke.“

„Schummel-Schiene“ am Automaten?

Beide Zeugen berichteten jedoch auch, dass sie im Tagesverlauf häufiger unbekannte Personen an den Automaten beim Pfandeinwurf beobachtet hätten. Möglicherweise war exakt in diesen Befüllzeiten eine Art „Schummel-Schiene“ in dem Automaten angebracht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Castrop-Rauxeler vor, als Geschäftsführer des Markts die zwei Automaten so manipuliert zu haben, dass Flaschen nicht zerstört und daher immer wieder neu eingeworfen werden konnten. Auf diese Weise soll sich der Ex-Azubi mehr als 1,2 Millionen Euro Pfandgeld zu Unrecht von der Getränkeindustrie zurückerstatten lassen haben.

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