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Castrop-Rauxeler Fußballer diskutieren über WM-Kader

Teuber, Kapitza und die Lösung der Stürmerfrage

Castrop-Rauxel Bundestrainer Joachim Löw hat am Dienstag seinen vorläufigen WM-Kader bekannt gegeben. Diskutiert wird auch über die Stürmerposition. Timo Werner, Thomas Müller, Mario Gomez und Nils Petersen heißen die offensiven Optionen. Sandro Wagner fehlt. Wer ist die geeignete Sturmspitze der Nationalmannschaft? Wir haben bei zwei Experten nachgefragt.

Teuber, Kapitza und die Lösung der Stürmerfrage

Haben beide klare Favoriten für die Stürmerposition in der deutschen Nationalmannschaft: Dennis Teuber entscheidet sich für Timo Werner (RB Leipzig), Martin Kapitza für Thomas Müller (FC Bayern). Foto: Christian Woop

Die Namen Dennis Teuber (VfB Habinghorst) und Martin Kapitza (Spvg Schwerin) stehen in der Castrop-Rauxeler Torschützenliste stets weit oben. Über die Stürmerfrage in der deutschen Nationalmannschaft haben beide eine klare Meinung.

Herr Teuber, angenommen Sie wären Bundestrainer und morgen stünde das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM an. Wen würden Sie als Sturmspitzen spielen lassen?

Teuber: Ich würde auf jeden Fall Timo Werner spielen lassen, weil er einfach so unfassbar schnell ist. Das ist auch der große Vorteil, den er gegenüber anderen Kandidaten wie Sandro Wagner oder Mario Gomez hat.

Was spricht für Gomez?

Teuber: Er ist ab der 70. Minute immer für ein Tor gut, zum Beispiel per Kopf. Werner macht momentan einfach viele Tore, auch im Europapokal. Mit Müller, Kroos und Özil dahinter ist es im Trikot der Nationalmannschaft für ihn sicher noch ein Stück einfacher, weil im Vergleich zu den Leipzigern diese Spieler nochmal eine ganz andere Qualität haben.

Wen würden Sie aufstellen, Herr Kapitza?

Kapitza: Ich würde Thomas Müller den Vorzug geben, weil er schon bei den vergangenen Weltmeisterschaften bewiesen hat, dass er immer für einen Treffer gut ist. Mittlerweile ist auch er sehr erfahren. Daher steht er für mich auch vor Werner, dem das noch fehlt, der aber durch seine Schnelligkeit überzeugt.

Wie sieht es mit den klassischen Strafraumstürmern aus?

Kapitza: Statt Wagner würde ich ebenfalls Gomez mitnehmen. Einfach weil mir dieser Stürmertyp besser gefällt und weil er schon bewiesen hat, dass er es auch in der Nationalmannschaft kann. Und den Dennis Teuber hätte ich auch noch mitgenommen.

Teuber: (lacht)

Der Brasilianer Ronaldo oder Sandro Wagner sagen, dass eine Mannschaft einen richtigen Mittelstürmer brauche, um erfolgreich zu sein. Stimmt das?

Kapitza: Es kommt ja immer darauf an, was für ein System gespielt wird. Daher sind mehrere Optionen denkbar. 2014 lief es mit Mario Götze vorne ja auch, obwohl er kein gelernter Stürmer ist.

Teuber: Das Problem ist einfach, dass Deutschland nie wirklich viele gute Stürmer hatte. Ein paar Jahre lief das gut mit Klose, jetzt hat man Werner. Sonst ist da nicht wirklich viel.

Teuber, Kapitza und die Lösung der Stürmerfrage

Dennis Teubers Favorit auf den Platz im Sturm: Timo Werner von RB Leipzig. Foto: picture alliance / Christian Cha

In der Bundesliga machen aber noch andere Spieler auf sich aufmerksam.

Teuber: Spieler wie Mark Uth von Hoffenheim sind zwar in den Vereinen relativ gut. Ich weiß aber nicht, ob das für mehr reicht. Bei Werner glaube ich sowieso, dass er nicht mehr lange in Leipzig spielen wird, sondern sich auch international einen Namen macht. Spätestens bei der EM 2020 wird er dann gesetzt sein.

Über Nils Petersen wird gesagt, dass es etwas anderes sei, bei einer WM gegen Brasilien zu treffen oder seine Tore für Freiburg gegen Mainz, Augsburg oder Wolfsburg zu erzielen. Immerhin wurde er bei den Olympischen Spiele 2016 Torschützenkönig.

Teuber: Petersen spielt mit Freiburg immer wieder erste und zweite Liga im Wechsel, das bringt dich auf Dauer nicht nach vorne. Dann machst du in Liga zwei 20 Tore, in der ersten 14 oder 15. Das ist alles gut und schön, aber das reicht nicht. Die anderen können sich noch in der Champions League beweisen, Freiburg spielt gegen den Abstieg.

Seine Hauptaufgabe, Tore zu schießen, erfüllt er aber.

Kapitza: Ein Stürmer wird immer dafür da sein – und dafür ja auch ausgebildet. Aber ich bin der Meinung, dass jeder in der Offensive zu jeder Zeit ein Tor schießen kann. Außenstürmer und hängende Spitze treffen ja meistens auch – sogar häufiger als der eigentliche Stürmer. 2014 und 2010 hat etwa Müller die meisten Tore gemacht.

Was muss denn ein guter Stürmer noch können?

Kapitza: Den Ball halten, festmachen, die Übersicht haben und Freiräume für die Mitspieler schaffen. Dann gibt es Leute wie Luca Toni, der stand immer nur im Strafraum richtig. Solche Stürmertypen sind definitiv weniger geworden, weil sich die Ausbildung so sehr verändert hat.

Teuber, Kapitza und die Lösung der Stürmerfrage

Martin Kapitzas Favorit auf den Platz im Sturm: Thomas Müller vom FC Bayern München. Foto: picture alliance / Federico Gamb

Vor der EM 2016 avancierte plötzlich der aussortierte Mario Gomez zum Hoffnungsträger einer stürmerlosen Mannschaft. Wie kam es dazu?

Kapitza: In der Türkei bei Besiktas hat er ja fast in jeder Partie getroffen. Es ist ja klar, dass jeder ihn dann fordert.

Teuber: Daran hat sich ja nichts geändert. Wir haben immer noch nur wenige Stürmer, die in Frage kommen – Torhüter hingegen ohne Ende, wie immer. In einem System mit einer Spitze kannst du aber eh jeden vorne reinstellen.

Auch Leroy Sané, der von Schalke 04 zu Manchester City gewechselt ist?

Kapitza: Ja klar. Er ist dribbelstark, kann sich im Zweikampf aber noch verbessern, da er ziemlich schmal ist.

Teuber: In England macht er das ja ziemlich gut. Damit habe ich nicht gerechnet.

Nun die Fragen für die wahren Experten: Wie weit kommt die DFB-Elf bei der WM?

Teuber: Hoffentlich bis ins Finale. Deutschland hat klar eine Turniermannschaft. Die Testspiele sind zum Ausprobieren da und dürfen daher nicht überbewertet werden.

Kapitza: Bis auf ein paar Änderungen handelt es sich immer noch um das gleiche Team wie vor vier Jahren. Deutschland ist Mitfavorit, aber auch England, Frankreich oder die Mannschaften aus Südamerika. Russland sollte man im eigenen Land auch nicht unterschätzen.

Dortmund. Joachim Löw hat wieder einmal alle verblüfft. Im vorläufigen WM-Kader für die Titelverteidigung steht Nils Petersen und nicht Sandro Wagner. Auch Rio-Held Mario Götze fährt nicht nach Russland. Torwart Manuel Neuer muss seine Fitness im Trainingslager beweisen.mehr...

Zum Abschluss noch zwei persönliche Thesen, die Sie gerne kommentieren dürfen. Zum einen: Martin Kapitza und die Spvg Schwerin spielen in den kommenden Jahren wieder um den Landesliga-Aufstieg mit.

Kapitza: Das wäre natürlich stark, keine Frage. Aber in der Bezirksliga gibt es immer stärkere Teams, die dazu kommen. Jeder kann jeden schlagen. Um den Aufstieg mitzuspielen, wird da natürlich schwierig. Fakt ist, dass wir uns jedes Jahr verbessern und nicht gegen den Abstieg spielen wollen.

Dennis Teuber knackt in den kommenden Jahren nochmals seinen eigenen Castrop-Rauxeler Tor-Rekord von 44 Toren.

Teuber: Als Stürmer macht es immer Spaß, Tore zu erzielen, sonst würde ich auch etwas falsch machen. Habe ich Chancen für vier oder fünf Tore, mache aber nur zwei, bin ich nach Abpfiff richtig angefressen. Auf der anderen Seite: Bei fünf Toren pro Woche würde ich auch nicht in der Kreisliga B spielen. Ob ich das nochmals schaffe, muss man sehen. Wenn wir kommende Saison aufsteigen sollten, ich den Rekord jedoch nicht knacke, ist mir das aber ebenfalls recht.

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