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CAS-Sounds - Folge 20

The Plectones spielen Ska und nennen es „komische Musik“

CASTROP-RAUXEL Die Ska-Band „The Plectones“ will mit einem speziellen Sound begeistern. Einem Sound, der von der Karibikinsel Jamaika kommt. Wir hörten im Probenraum zu, stellen die Sechskopf-Combo vor - und zeigen, ob es wirklich komisch klingt.

The Plectones spielen Ska und nennen es „komische Musik“

Zur Band The Plectones gehören (v.l.) Daniel Ehrenreich, Daniel Adiek, Dirk Rasmußen, Thomas Siewert, Kai Fiebig und Markus Malchow. Bei ihren Proben sieht man sie selten alle zusammen. Für uns aber machten die sechs das möglich und erzählen auch von der Arbeit an ihrem ersten Album. Foto: Christian Püls

Wenn The Plectones vor Publikum spielen, beginnen sie ihren Auftritt stets mit einer kleinen musikalischen Einführung und singen: „Komische Musik. Was soll denn das bloß sein? Fragen, was ist Ska? Und wir sagen: Das hier!“

The Plectones spielen also Ska. Tanzbare Rhythmen, Offbeat-Gitarren und Bläsersätze sind typisch für die Musik, die sich in den 1950er-Jahren von Jamaika über die Welt verbreitete, dabei jedoch stets ein Nischendasein fristete. Abgesehen vielleicht von den auch kommerziell erfolgreichen Bands Madness (Nightboat To Cairo, One Step Beyond, Our House) aus Großbritannien, ehemals Kolonialmacht auf der karibischen Insel.

„Wir machen die Musik für uns“

Und auch in Castrop-Rauxel hört man den Ska-Sound nicht gerade an jeder Ecke. „Ich glaube nicht, dass es hier eine zweite Ska-Band gibt“, sagt Sänger und Gitarrist Kai Fiebig (37). „Das ist aber nicht der Grund, warum wir diese Musik machen“, ergänzt Trompeter Thomas Siewert (37), „wir machen die Musik für uns.“

Ska höre man nicht allein, im stillen Kämmerlein, sondern eher draußen, gemeinsam mit anderen. Das geht dieses Jahr auch noch: Live sehen kann man die Band im September beim Save The Planet auf der Waldbühne und im Agora Kulturzentrum in Ickern.

„Wir wollen jung und alt tanzen lassen“, erklärt Thomas Siewert. „Ska ist die älteste Jugendkultur der Welt und daher sehr erhaltungswürdig“, führt Kai Fiebig als weiteren Grund an, warum sich die Band für diesen Musikstil begeistert – und andere begeistern will.

Das Studium führte sie aus dem Münsterland ins Ruhrgebiet

2014 begannen The Plectones in Castrop-Rauxel mit Kai Fiebig, Schlagzeuger Daniel „Addi“ Adiek (36) und Daniel „Django“ Ehrenreich (37) am Bass. Kai Fiebig und Daniel Adiek spielten bereits im münsterländischen Rheine gemeinsam in der dort bekannteren Ska-Band Plastic Gangsters. „Mit 14 Jahren hatten wir schon eine gemeinsame Band“, so Kai Fiebig. Das Studium führte sie dann ins Ruhrgebiet. Hier gründeten sie ihre Familien, hier sind sie beruflich eingespannt – hier blieben sie hängen. Aus beruflichen Gründen ist es eher die Ausnahme als die Regel, dass die sechsköpfige Band bei einer Probe am Donnerstagabend vollzählig ist. Derzeit arbeitet man am ersten Album – da spielen ja sowieso alle nacheinander ein. 15 Stücke sollen es werden, alles Eigenkompositionen. In letzter Zeit schreibt die Band ihre Texte vermehrt auf Deutsch.

Proberäume bleiben vorerst

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Genretypisch feiern sie den Ska selbst, es gibt aber auch sozialkritische Zeilen. In unserem Video aus dem Proberaum präsentieren The Plectones „Out Of Your Head“: ein Stück, in dem es darum geht, sich von den schlechten Dingen im Leben nicht einschränken zu lassen und seinen Kopf von Druck und Zwängen zu befreien.

Die Suche nach dem Trompeter

Ein prägender Teil der Ska-Musik ist die Blechbläser-Abteilung, die beim heimischen Sextett allein aus Thomas Siewert besteht. „Ich habe 2015 eine Anzeige gelesen“, erzählt er, „,Ska-Band sucht fortgeschrittenen Trompeter‘. Ich habe mich damals nicht gemeldet, weil ich 15 Jahre aus der Übung war.“ Über Umwege fand er dann doch den Weg in die Band. Keyboarder Markus Malchow (auch bekannt als Marlow Callahan, 39) war zunächst nur Gast bei den Proben. „Hier stand ein Keyboard rum und ich habe zunächst nur mitgeklimpert“, so Malchow. Letztes Jahr machte Dirk Rasmußen (36) die Besetzung an der zweiten Gitarre komplett. Zuvor hatte er bei der Untermieter-Band im Proberaum den Sechssaiter bedient. Kai Fiebig: „Wir sind alle Kumpels, das ist die Hauptsache.“

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