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„Zweier großer Kriege“ bleibt – Hindenburg nicht

Ehrenbürgerschaft soll aberkannt werden

85 Jahre, nachdem Paul von Hindenburg Ehrenbürger Castrop-Rauxels wurde, soll er es jetzt nicht mehr sein. Das wird in einer der nächsten Ratssitzungen wahrscheinlich so entschieden. Und es gibt eine weitere Entscheidung in diesem historischen Kontext, die die Politik bald auf den Tisch bekommt.

Castrop-Rauxel

von Tobias Weckenbrock

, 05.06.2018
„Zweier großer Kriege“ bleibt – Hindenburg nicht

Diese Schautafel am Krieger-Ehrenmal in Castrop löst Ärger aus. Es wurde errichtet, als die Nazis auch in Castrop-Rauxel das Regiment übernahmen - und es gab einen Architektenwettbewerb, bei dem sich der bis heute bestehende Denkmals-Entwurf durchsetzte. Für Diskussionen aber sorgt der Spruch und die Umschreibung „großer Kriege“.

Zusammen mit Adolf Hitler wurde dem einstigen Generalfeldmarschall und Reichspräsident Hindenburg 1933 die Ehrenbürgerschaft Castrop-Rauxels verliehen. Jetzt schafft er es noch einmal auf die politischen Agenda der Stadt: Denn Ehrenbürger soll Hindenburg wahrscheinlich nicht länger bleiben. Auch beim Krieger-Ehrenmal in Castrop wird es Änderungen geben.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das Krieger-Ehrenmal von Castrop

08.03.2018
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Diese Schautafel am Krieger-Ehrenmal in Castrop löst Ärger aus. Es wurde errichtet, als die Nazis auch in Castrop-Rauxel das Regiment übernahmen - und es gab einen Architektenwettbewerb, bei dem sich der bis heute bestehende Denkmals-Entwurf durchsetzte. Für Diskussionen aber sorgt der Spruch und die Umschreibung "großer Kriege".
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Um dieses Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist ein politischer Streit entbrannt: Darf man von den "Großen Kriegen" schreiben, wie es auf der Gedenktafel getan wurde, oder nicht?© Tobias Weckenbrock
Auf der Rückseite des Kriegerdenkmals gibt es zwei solcher Ritzungen, die einst als Hakenkreuze angelegt wurden. Gleich nach Kriegsende entfernte man die Haken.© Tobias Weckenbrock
Auf der Rückseite des Kriegerdenkmals gibt es zwei solcher Ritzungen, die einst als Hakenkreuze angelegt wurden. Gleich nach Kriegsende entfernte man die Haken.© Tobias Weckenbrock

Das sind zwei zentrale der drei Ergebnisse eines informellen Treffens im Rathaus, bei dem Stadtarchivar Thomas Jasper in der vergangenen Woche historische Hintergründe für die versammelte Politik lieferte. Ingo Boxhammer und Detlef Konis (Die Linke), Daniel Molloisch (SPD) und Nils Bettinger (FDP) waren zugegen. Zu einem solchen informellen Treffen war im Einvernehmen nach einer Ratssitzung im Frühjahr eingeladen worden. Im Einzelnen:

  • Die mehrfach diskutierte Ehrenbürgerschaft Hindenburgs wird zurückgenommen, wenn die Politik das mitträgt. Die Stadtverwaltung will für die nächste politische Runde einen Antrag dazu formulieren. „Es besteht Einigkeit“, so Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann – und es soll möglichst schon in der nächsten Ratssitzung darum gehen. Die nicht anwesenden Fraktionen werden kontaktiert.
  • Das Denkmal mit dem Schriftzug „Den Opfern zweier großer Kriege“ an der Dortmunder Straße / Kreuzung B 235 bekommt eine erklärende Infotafel. „Es besteht Einigkeit darüber, dass dringend Handlungsbedarf bezüglich des Mahnmals vor dem Haus Goldschmieding besteht“, teilt die Stadt mit. Es sei zu einem Minimalkonsens der Anwesenden gekommen: „Die Verwaltung soll einen Vorschlag zu einer weiteren Tafel erarbeiten, die das Mahnmal erklärt und historisch einordnet“, so Maresa Hilleringmann.
  • Das Denkmal an der Leonhardstraße mit der Aufschrift „Opfer der Hitler Diktatur“ wird gereinigt und aufgefrischt, wie der Rat es schon beschlossen hat. Es wurde einst von der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, ein 1947 gegründeter antifaschistischer Verband, mitgestaltet, darum gilt der umstrittene Schriftzug als legitimiert. Er bleibt, wie er ist, obwohl NS-Diktatur aus der Sicht mancher historisch Interessierter treffender wäre, weil er sich nicht allein auf eine Person als Schuldigen bezieht.