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Barkenberger Palmen-Wahl

Die Palmen Am Gecksbach dürfen stehen bleiben

Dorsten Mit einem deutlichen Ergebnis endete das Bürgervotum in Barkenberg. 86 Prozent der Wähler sprachen sich dafür aus, dass neue Regeln für den Umgang mit städtischen Grünflächen gelten sollen. Palmen-Besitzer Andreas Türpe ist heilfroh. „Die Umpflanzung hätte mich sonst 2.000 Euro gekostet.“

Die Palmen Am Gecksbach dürfen stehen bleiben

Andreas Türpe hat allen Grund zum Strahlen: Seine Palmen vor dem Haus dürfen stehenbleiben. Foto: Bludau

Andreas Türpe, Hauseigentümer Am Gecksbach und stolzer Plamenbesitzer, hat allen Grund zur Freude: Seine Palmen an der Grundstücksgrenze zu seinem Haus dürfen auf städtischem Grund stehen bleiben. Denn die Barkenberger haben mit überwältigender Mehrheit zugestimmt, dass sie neue Regeln für den Umgang mit öffentlichen Grünflächen wünschen und nichts gegen Türpes eigenwillige Bepflanzung einzuwenden haben. „Das ist ein grandioses Ergebnis“, sagte Türpe am Sonntag auf Anfrage. Mit so viel Zustimmung habe er nicht gerechnet. „Ich war schon ganz schön nervös, dass die Sache gegen mich entschieden wird.“ Das hätte ihn 2000 Euro für die Umpflanzung der Palmen gekostet. So aber konnte Türpe sich am Sonntag entspannt zurücklehnen.

86 Prozent stimmten mit Ja

86 Prozent der 1098 Wähler stimmten bei der Palmenwahl mit „Ja“. Die Wahlbeteiligung lag laut Auskunft der Stadt bei 16 Prozent. Rainer Diebschlag, Ur-Barkenberger und ein entschiedener Verfechter des überlieferten Grünkonzeptes, zeigte sich am Sonntag nicht überrascht vom Wahlausgang: „Mit 80 plus hatte ich gerechnet“, sagte er. „Das ist auch ein stückweit eine Abrechnung mit der Stadt, die die Pflege des öffentlichen Grüns vernachlässigt hat.“

Keine Vorliebe für Exotisches

Diebschlag sagte zudem: „Gesiegt hat wohl nicht die Vorliebe der Barkenberger für Exotisches, sondern der gepflegte Eindruck der Anpflanzung am Gecksbach. Die Mehrheit hätte es wohl gerne überall so adrett und aufgeräumt. Ich gehe mal davon aus, dass den allermeisten die Kosten und der enorme Arbeitsaufwand für exotische Pflanzendeko zu hoch ist. Also werden die ökologischen Folgen Gott sei Dank überschaubar sein.“ Ein Kompliment richtete Rainer Diebschlag an die Stadt. Sie habe es geschafft, das Palmenvotum geschickt mit einer gleichzeitigen Abstimmung über die Regelung für die Übernahme von Grünpatenschaften auf öffentlichem Grund zu verbinden. „Ganz gleich, ob die Bürger mit ja oder nein gestimmt haben, sie haben auf jeden Fall dafür gesorgt, dass es von jetzt ab eine Orientierung für die Gestaltung des öffentlichen Grüns entlang der Eigenheime gibt.

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Die fünf im Stadtrat vertretenden Ratsfraktionen haben bereits erklärt, dass sie das Ergebnis der Bürgerabstimmung übernehmen wollen.

Im Ergebnis bedeutet das:

„Ja“: Bei der Übernahme von Grünpatenschaften für öffentliche Flächen darf von den bisher geltenden Leitlinien der Gestaltung abgewichen werden.

Dabei gelten folgende Bedingungen:

•Die Grünpatenschaft wird in Absprache mit der Stadt übernommen.

•Grün bleibt Grün: keine Versiegelung, keine Abdeckung mit Kies, keine private Vereinnahmung öffentlicher Flächen durch Zäune oder Bebauung.

•Umgestaltung von Flächen, die mehreren (meist Reihen-)Häusern zuzuordnen sind, nur bei Einigkeit aller unmittelbaren Anwohner.

•Über Baumbestand wird nicht im Rahmen einer Grünpatenschaft entschieden.

•Bei Wegzug oder Aufgabe der Patenschaft müssen Veränderungen eventuell in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.

•Ein bereits vorgenommener Eingriff in öffentliches Grün kann auf Antrag nachträglich legalisiert werden, wenn er den vorgenannten Bedingungen entspricht.

•Von der Beschränkung auf standortgerechte Gehölze, Sträucher und Pflanzen kann im Einzelfall abgewichen werden.

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