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74 Kinder ohne Kitaplatz

Dorsten muss Kindertagesstätten zügig ausbauen

Dorsten Die Wartelisten in den Dorstener Kindergärten sind lang. Vor allem in Hervest, in Holsterhausen und in Wulfen sind Plätze heiß begehrt. Für 74 Kinder konnten die Eltern keinen Kita-Platz ergattern. Jetzt muss Dorsten seine Kindertagesstätten zügig ausbauen.

Dorsten muss Kindertagesstätten zügig ausbauen

Dorstener Eltern können sich freuen, wenn sie einen Kitaplatz für ihre Kleinen ergattern. Die sind nämlich noch Mangelware. Foto: picture alliance / Jens Büttner

Für die Stadt, so Kinder- und Jugenddezernent Lars Ehm, komme der Kinderzuwachs eigentlich nicht überraschend. „Die Geburtenzahlen sind nur sehr moderat angestiegen, wir haben pro Jahrgang leicht über 600 Kinder“, sagte Ehm. Allerdings wachse seit Jahren der Anteil der Kinder zwischen dem vollendeten ersten und dritten Lebensjahr, die den Kindergarten auf Wunsch ihrer Eltern besuchen sollen.

Nicht alle von ihnen konnten zu Beginn des Kindergartenjahres 2017/18 versorgt werden, räumt der Dezernent ein. Das Jugendamt habe 258 Familien mit unversorgt gebliebenen Kindern angeschrieben, um den Fehlbedarf zu ermitteln. „Danach waren 74 Kinder leer ausgegangen. Einige dieser Kinder konnten wir vermitteln. Wir arbeiten daran, für die anderen unversorgt gebliebenen Kinder einen guten Betreuungsplatz zu finden“, sagte Lars Ehm auf unsere Anfrage.

Gespräche mit Trägern geführt

Parallel dazu habe die Stadt Gespräche mit den Trägern von katholischen und evangelischen Einrichtungen geführt. „Beide Träger planen Erweiterungen ihrer Tageseinrichtungen. Das gilt für alle Altersgruppen“, hat die Stadt dabei herausgefunden.

Stefanie Reich, beim Verband Evangelischer Kirchengemeinden als Fachbereichsleiterin zuständig für die elementare Bildung, sagte bei einem früheren Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Wartelisten in Hervester Einrichtungen lang seien.

Ein Grund dafür seien sicher auch die Neubaugebiete, die im Ortsteil geschaffen wurden und werden. „Wir haben sechs Einrichtungen, davon fünf, die jetzt erweitert und ausgebaut werden, darunter auch die Kita Regenbogen an der Glück-Auf-Straße“, kündigte Reich an.

Umzug ins Paul-Gerhardt-Haus

Sie ziehe in das benachbarte Paul-Gerhardt-Haus um und bekomme eine vierte Gruppe. Das Paul-Gerhardt-Haus wird bis 2020 als Familienbildungsstätte genutzt und läuft dann aus. Denkbar sei, dass einige Angebote der Familienbildungsstätte neben der Kita fortgesetzt werden, so Reich.

Die Stadt selbst baut in Holsterhausen eine neue Kita an der Antonius-/Breslauer Straße. In Holsterhausen bestehe Nachholbedarf, sagte Lars Ehm. Aber auch in Hervest, im Dorstener Süden und in Wulfen.

Dorsten Unverhofft kommt oft: Wegen eines unvorhergesehenen Kinderzuwachses fehlen in Dorsten Kitaplätze. Die Stadt hat die kirchlichen Träger um Hilfe gebeten. Die bauen nun fleißig ihre bestehenden Kitas aus. Der Verband Ev. Kirchengemeinden in Dorsten schafft bis zum Sommer 60 weitere Plätze. Das wird Eltern freuen, deren Kinder bislang auf der Warteliste standen.mehr...

Trotz des Fehlbedarfes hätten Eltern ihren Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz nicht einklagen müssen. „Wir haben immer einen gangbaren Weg gefunden und sind zuversichtlich, dass uns das im neuen Kindergartenjahr wieder gelingen wird.“ Die SPD-Fraktion hat die langen Wartelisten in einigen Einrichtungen und den Fehlbedarf zum Anlass genommen, eine Anfrage zur Versorgung der Kinder in der nächsten Jugendhilfeausschusssitzung zu stellen. Es habe sich bereits in vergangenen Diskussionen gezeigt, schreibt Swen Coralic für seine Fraktion, dass die vorhandenen Kitaplätze so gut wie ausgeschöpft seien. Die SPD will nun von der Stadtverwaltung wissen, wie hoch die Diskrepanz zwischen Planung und den aktuellen Zahlen ist.

4355 Kinder von 0 bis sechs Jahren

Sozialdezernent Lars Ehm sagte auf unsere Anfrage, dass das Jugendamt nicht erst seit der Anfrage der SPD daran arbeite, die Dorstener Kinder mit Kindergartenplätzen zu versorgen. Der Kindersegen, 4355 Kinder zwischen null und sechs Jahren wachsen laut Statistik der Stadt in Dorsten heran, habe auch Auswirkungen auf die künftige Schullandschaft. „Abweichungen und daraus resultierende Konsequenzen sollten frühzeitig im Schulausschuss kommuniziert werden“, so Coralic.

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