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Dorsten sagt Kinderarmut den Kampf an

DORSTEN „Das ist nicht allein das Problem von Großstädten – die Kinderarmut ist auch in Dorsten angekommen!“

Sollte es daran noch irgendwelche Zweifel gegeben haben, dann räumte sie der umfassende Bericht aus, den Verwaltungsvertreter am Montag im Rathaussaal bei einer Sondersitzung für drei Ausschüsse erläuterten. „Diese erste Bestandsaufnahme soll nun Grundlage unserer Arbeit sein, die wir gezielt in den Fachausschüssen fortsetzen wollen“, gab der Bürgermeister den weiteren Weg vor.

Besonders gefährdet sind Kinder arbeitsloser Eltern, aus kinderreichen Familien, mit Migrations-Hintergrund (also Ausländer, Spätaussiedler, frisch Eingebürgerte etc.) und aus „Ein-Eltern-Familien“. Als arm gelten in NRW Familien mit mindestens zwei Kindern unter 14 Jahren, die monatlich über ein Netto-Einkommen von weniger als 1660 Euro verfügen.

Nicht nur Geld zählt

„Nicht allein Geld macht Armut aus. Ein positives Familienklima, Unterstützung durch Freunde, Schule und Nachbarn – das alles ist wichtig, damit Kinderarmut nicht erblich wird“, betonte Amtsleiterin Agnes Kuhlmann.

Bei den Ausschuss-Mitgliedern kam die Botschaft richtig an. Alle lobten den Bericht und sahen dringenden Handlungsbedarf. Außerdem gab es viele Nachfragen, kritische Anmerkungen und Vorschläge, die nun in den jeweiligen Ausschüssen aufgegriffen und in konkrete Maßnahmen umgemünzt werden sollen.

Armut ist gewachsen

Einige gegensteuernde Projekte zeigte die Verwaltung bereits auf. „Die Armut ist gewachsen, obwohl das Land in den letzten Jahren um ein vielfaches reicher geworden ist“, analysierte Dr. Hans-Udo Schneider, „das ist der eigentliche Skandal.“ Er wusste aber auch: „Nur der geringste Teil der Ursachen geht zu Lasten der Stadt.“ Also geht es darum, die örtlichen Stellschrauben für die künftige Arbeit zu finden. Denn, so Herbert Rentmeister: „Vom Wiegen allein wird die Sau nicht fetter.“

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