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Gedenktafel für jüdische Familie

ERLE "Die Geschichte ist das Lagerhaus unserer Erfahrungen. Man muss sie kennen, um aus ihr bestätigt oder gewarnt zu werden."

Gedenktafel für jüdische Familie

Die neunte Geschichtstafel in Erle wurde am Samstag am jüdischen Friedhof aufgestellt. Sie erinnert an das Schicksal der jüdischen Familie Cahn.

Mit diesen Worten beendet Klaus Werner vom Heimatverein Erle seinen Bericht über das Leben und Sterben der jüdischen Familie Cahn, die 114 Jahre in Erle lebte. Ihnen zu Ehren wurde am Samstag am jüdischen Friedhof an der Schermbecker Straße eine Geschichtstafel aufgestellt, die neunte von insgesamt zwölf geplanten.

Im Jahre 1824 zog das junge Paar Moises Cohn, wie sie damals noch hießen, und seine Frau Sophia von Werne nach Erle. Sie brachten auch die Mutter mit. Die Familie verbrachte all die Jahrzehnte gut integriert im katholisch dörflichen Gefüge, wenn sie auch durch die Fremdartigkeit ihres Glaubens und die Andersartigkeit vieler ihrer Gewohnheiten und Gebräuche bei den Dorfbewohnern in gewisser Weise wesensfremd wirkten.

 Nicht ins Ausland gegangen

Im Jahre 1938 verließen die letzten der Familie Cahn das Dorf. Erna ging nach Südafrika, Else zog nach Schermbeck, wo sie Hugo Schönbach heiratete. Sie nahm ihre kranke Mutter mit. Hier begann ihr Leidensweg, den sie nur hätte umgehen können, wenn sie, wie ihre Schwester, ins Ausland gegangen wäre.

Kurz nach Ausbruch des Krieges verstarb Elses Mutter und am 4. August 1940 kam Elses und Hugos Tochter Mirjam zur Welt. Um den 17. Oktober 1941 begannen die Deportationen der Juden aus dem Reichsgebiet. Ziele waren Kowna und Riga.

Wenige Tage vor dem 11. Dezember 1941 erhielten auch Else, Hugo und die kleine Mirjam den Befehl, die notwendigen Dinge zu packen und sich auf die "Evakuierung" vorzubereiten, zur "Ansiedlung im Osten" wie es hieß.

Ein Handwagen, geliehen von einem Nachbarn, nahm alle Habseligkeiten auf. Es war frühmorgens, als sich Hugo, seine Schwester Amalie und Else, auf dem Arm die kleine Mirjam, auf den Weg zum Schermbecker Bahnhof aufmachten. Von dort sollte es nach Wesel gehen.

Geschichte wird sichtbar und bewusst

Bürgermeister Udo Rößing sprach dem Heimatverein Dank und Anerkennung aus. "Mit der neunten Geschichtstafel wird uns ein weiterer Teil der Geschichte sichtbar und bewusst." Ein herzliches Dankeschön ging auch an die Eheleute Gutschow, die diese Station finanziell gefördert haben.

Im Heimathaus fand der Vormittag bei einer Tasse Kaffee seinen Ausklang. Hier werden die jüdischen Gegenstände der Familie Cahn ausgestellt.

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