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Höhere Strafe für Hundehändler

DORSTEN / ESSEN Eigentlich wollte er vor dem Landgericht einen Freispruch erwirken. Stattdessen wurde die Bewährungsstrafe gegen einen Hundehändler aus Altendorf-Ulfkotte um fünf auf 15 Monate erhöht.

Denn die Berufungskammer des Landgerichts Essen befand den 34-Jährigen auch noch in einem Betrugsfall für schuldig.

Am 19. April 2002 gab es eine groß angelegte Durchsuchungsaktion des Altendorfer Betriebes. Aufgefunden wurden nicht nur kranke, sondern auch psychisch gestörte Hunde. „Unter dem Zufügen von Leiden fällt auch das Versetzen in Angst- und Panikzuständen“, führte Richter Edgar Loch aus. Dass einige Welpen unter solchen Angstzuständen litten, machte er am Beispiel der Huskywelpen fest, die panisch versuchten, an den glatten Wänden ihrer Behausung hochzugehen, wenn sich jemand der Box näherte.

Tierhalter ist verantwortlich

„Für die Amtstierärzte, die dem Betrieb einen Besuch abgestattet haben, hat es keine Verhaltensauffälligkeit gegeben. Und der Angeklagte muss nicht klüger sein als der Amtstierarzt.“, hatte der Verteidiger argumentiert und dem Kreisveterinäramt Recklinghausen Versagen vorgeworfen.

Doch Richter Loch ließ dieses Argument nicht gelten: „Der Angeklagte kann die Verantwortlichkeit nicht auf das Kreisveterinäramt abwälzen. Er ist als Tierhalter verantwortlich, als fachkundiger Tierhalter erst recht.“

Hund hatte keinen Marktwert

Des Betrugs habe sich der Angeklagte im Oktober 2002 schuldig gemacht, als er einem Kunden sagte, den gewünschten Rottweilerwelpen habe er selbst gezüchtet. Das war definitiv falsch. Das Tier war zudem „todkrank“, wie der Richter sagte, „und stellte überhaupt keinen Marktwert dar“. Der Kunde konnte das Tier weder an den Angeklagten zurückgeben, noch bekam er seine gezahlten 375 Euro zurück.

Inzwischen haben sich die Verhältnisse völlig geändert. Der Betrieb des Altendorfers wurde nach EU-Richtlinien neu errichtet und soll europaweit anerkannt sein.

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