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Jeder muss sich selbst vor „Langfingern“ schützen

Taschen-Diebstahl

Hildegard Bach hat bis heute vor Ärger kaum ein Auge zugetan. Am Freitag wurde ihr beim Einkauf bei Lidl an der Borkener Straße 43 aus der Tasche das Portemonnaie geklaut. Und nicht nur ihr.

Dorsten

von Anke Klapsing-Reich

, 02.07.2018
Jeder muss sich selbst vor „Langfingern“ schützen

© dpa

Große Aufregung im Hause Bach: Portemonnaie weg, alle Karten weg - das volle Ärger-Programm vom Karten-sperren-lassen bis zum Neubeantragen. „Meine Frau hatte das Portemonnaie in die Einkaufstasche gesteckt und die lag im Einkaufswagen“, sagen die Eheleute durchaus selbstkritisch: „Okay, selber schuld.“

Als sie den Diebstahl bei der Polizei meldeten, stellte sich heraus, dass am selben Tag am selben Ort gegen 12 Uhr einem anderen Kunden aus dem Rucksack heraus Geldbörse und Mobiltelefon geklaut worden sind. „Und ich habe noch von einem dritten Geschädigten gehört“, ergänzt Hans-Jürgen Bach und fragt: „Hätte die Filialleitung da nicht mal eine Durchsage zur Warnung der Kundschaft machen können? Dann hätte sich meine Frau sicherlich einen dicken Knoten in die Tasche gemacht.“

Videoüberwachung schreckt ab

„Wir können den Geschäften da keine Vorgaben machen, aber natürlich ist eine Durchsage eine Möglichkeit, zu erhöhter Aufmerksamkeit aufzurufen“, sagt Michael Franz von der Pressestelle der Kreispolizei auf unsere Anfrage. Auch eine Videoüberwachung, auf die im Vorfeld hingewiesen würde, sei in manchen Ladenlokalen als Abschreckung für Langfinger durchaus üblich.

Letztendlich müsse sich aber jeder selbst vor Übergriffen schützen. „Die unbeaufsichtigte Tasche im Einkaufskorb ist quasi eine Einladung an jeden Taschendieb, zuzugreifen, und ist dann schneller weg, als man denkt“, warnt Michael Franz. Die Tasche geschlossen halten und bestenfalls am Körper tragen, sind die ersten Grundregeln zum Schutz. Auch Geld, Kreditkarten und Papiere an verschiedenen verschlossenen Stellen zu tragen, sei eine wichtige Verhaltensregel.

Der Supermarkt-Trick

Beliebt bei den Profi-Langfingern ist auch der Supermarkt-Trick: Fremde fragen nach einer bestimmten Ware. Während der Angesprochene danach sucht, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt. „Bei engen räumlichen Verhältnissen, wo körperliche Berührungen vorkommen, ist die Gefahr besonders groß“, weiß Michael Franz.

Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2017 in Deutschland insgesamt 127.376 Taschendiebstähle angezeigt. Die Polizei führt immer wieder gezielte Aktionen zum Thema Taschendiebstahl durch. Präventionshinweise und Tipps findet man auf einem bundesweiten Portal.