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Kanufahrer findet Reisetasche mit Krankenakten

SCHERMBECK Die Reisetasche am Ufer der Lippe hatte Ludger Lappe schon vor einigen Tagen gesehen. Da paddelte er mit einer Gruppe weiter. Am Dienstag sah er sich die Tasche näher an - und machte eine unglaubliche Entdeckung.

Kanufahrer findet Reisetasche mit Krankenakten

Ludger Lappe mit Krankenhaus-Akte, die durch das Wasser schon arg ramponiert ist.

Dutzende personenbezogene Krankenakten u.a. aus dem Jahr 2000 trieben vermutlich schon länger im Wasser. Namen von Patienten, Diagnosen, psychiatrische Gutachten - Daten, die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen und eigentlich nicht in fremde Hände gehören. Ludger Lappe informierte umgehend den Lippeverband und die Polizei in Wesel, die die Unterlagen am Nachmittag sicherstellte und die Ermittlungen aufgenommen hat.

Doch Erkenntnisse gibt es naturgemäß noch nicht, bestätigte eine Polizeisprecherin am frühen Abend. "Die Unterlagen müssen erst mal trocknen, bevor sie ausgewertet werden können." Völlig unklar also, ob es sich um eine schlichte Fundsache oder eine Straftat handelt.

Akten stammen aus Oberhausen

Nach Informationen unserer Zeitung stammen die Akten aus dem Katholischen Klinikum in Oberhausen. Chefarzt Dr. Christoph Zimmermann kann sich dem Vernehmen nach nicht erklären, wie sie in den Fluss gekommen sind. Er kündigte umfassende Recherchen an. 

Dass der Gelsenkirchener auf seiner Paddeltour von Dorsten nach Schermbeck überhaupt  die Tasche entdeckte,  war wohl dem Umstand zu verdanken, dass der Wasserstand der Lippe in den letzten Tagen gesunken ist. So tauchte die mysteriöse Tasche am Ufer der "Insel Mainau", so nennt sie der Lippeverband, auf.  Ansonsten ist die Sandbank nämlich nicht zu sehen.

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