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Kirchenkreis prüft Fusion

DORSTEN Der Ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten will sich in den von der westfälischen Landeskirche angestoßenen Dialogprozess für faire Bedingungen in der Globalisierung einbringen.

Kirchenkreis prüft Fusion

Superintendent Detlef Mucks-Bücker sieht in Dorsten "alarmierende Fakten".

Inhaltlicher Schwerpunkt und Hauptthema der diesjährigen Kreissynode des Kirchenkreises in Dorsten war die so genannte Hauptvorlage der Landeskirche "Globalisierung gestalten". Das Impulspapier beschreibt die umfassenden Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftsverflechtungen und stellt ihnen die Funktionen des demokratischen Rechtsstaates gegenüber.

Kinderarmut ist alarmierend

Die Synode forderte die Kirchengemeinden auf, auf Grundlage der Vorlage praktische Ideen und Projekte zu entwickeln sowie mit der Politik, der Wirtschaft, Gewerkschaften, Schulen und anderen gesellschaftlichen Bereichen einen Dialog zum Thema zu führen.

Mit Blick auf den aktuellen Bericht "Kinderarmut in Dorsten" durch die Stadtverwaltung und den Gladbecker Familienbericht stellte Mucks-Büker "alarmierende Fakten" fest. "Dass sich dazu die Schere zwischen Reich und Arm in unseren Städten immer weiter öffnet, ist und bleibt ein Skandal, auf den wir als Evangelische Kirche mit allen uns verfügbaren Mitteln aufmerksam machen werden."

Gemeinsame Vorgeschichte

Unter dem Motto "Kirche bewegt - neuen Wegen vertrauen" beschloss die Kreissynode mit großer Mehrheit einen Prüfauftrag zur Vereinigung der beiden Nachbarkirchenkreise Gladbeck-Bottrop-Dorsten und Recklinghausen. Beide Kirchenkreise seien durch eine lange gemeinsame Vorgeschichte verbunden und seien erst 1961 getrennte Wege gegangen, so Mucks-Büker. Er warf die Frage auf, wie zukünftig ein lebens- und leistungsfähiger Kirchenkreis aussehen könnte - "als Kirche in einer Region".

Der Superintendent zeigte sich überzeugt, dass eine Fusion jetzt geprüft werden müsse, um die Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeit für die Zukunft der kirchlichen Arbeit in der Region sicher zu stellen.

Deutlicher Mitgliederschwund

Bedingt durch den demografischen Wandel und dessen auch finanzielle Auswirkungen - 1961 hatte der "Alt"-Kirchenkreis Recklinghausen ca. 240.000 Mitglieder, heute haben beide Kirchenkreise gemeinsam etwa 186.000 Mitglieder - würden beide Kirchenkreise allein zunehmend handlungsunfähiger werden. 2012 enden die Wahlperioden der beiden Superintendenten und der Kreissynoden - ein geeigneter Zeitpunkt für einen eventuellen Zusammenschluss.

Als ersten Schritt in diese Richtung verabschiedete das Kirchenparlament eine gemeinsame Satzung für die Verwaltung beider Kirchenkreise.

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