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Nach "Malle" mit dem Rad

DORSTEN Die einfachste Möglichkeit, einen Freund auf Mallorca zu besuchen, wäre es, in einen Flieger zu steigen. Doch einfach kann jeder, dachten Ernst-Georg Lohöfener und Johannes Tischer.

Nach "Malle" mit dem Rad

Ernst-Georg Lohöfener und sein Kumpel mussten sich auf dem Weg nach Spanien ganz schön abstrampeln.

Die beiden Dorstener stiegen auf ihre Rennräder und legten die Strecke bis zur Fähre in Barcelona mit Muskelkraft zurück. Neun Tage brauchten sie, um die knapp 1900 Kilometer hinter sich zu bringen. Mit dem Pkw wären es gut 200 Kilometer weniger gewesen, aber Autobahnen sind für Fahrräder nun einmal tabu.

Die Idee zu diesem Trip hatte das Duo einige Monate zuvor: "Als die Wettervorhersage dann eine Woche Sonnenenschein für Europa ankündigte, ging es ruckzuck", sagt Lohöfener, der sich innerhalb weniger Tage mit seinem Kumpel zum Start bereit machte. Die Hauptarbeit war die Tourplanung, denn viel Gepäck nahmen die beiden nicht mit. Ganze sechs Kilo hingen an jedem Rad, darunter je ein Trikot zum Wechseln, ein Hemd, ein Paar Schuhe und mehrere Reserveschläuche und -mäntel.

Umwege in den Ballungsgebieten

Schon nach wenigen Kilometern merkten Lohöfener und Tischer, dass es schwierig ist, einen Weg durch die Ballungsgebiete zu finden: "Egal, welche Großstadt es war, wir mussten immer lange suchen, um wieder hinaus auf unsere Route zu finden." Schon in Duisburg-Neumühl kurvten sie einige Kilometer durch ein Wohngebiet, bevor sie die B 8 entdeckten.

Die ersten 230 Kilometer führten die Dorstener nach Rhens am Rhein. Ein heftiger Gegenwind machte den zweiten Tag zur Tortur, sodass die Etappe etwas kürzer ausfiel als geplant. Nach dem Stopp in Impfingen (Pfalz) überquerten Lohöfener und Tischer am Tag darauf die Grenze nach Frankreich. Dort nutzten sie die Chance zu einem Besuch des Straßburger Doms.

Viele Steigungen im Juragebirge

"Mit dem Fahrrad kann man direkt die Ziele in den Innenstädten ansteuern. Es war einfach schön, unter dem Dom zu sitzen, oder später in Avignon in der Altstadt in einem Café zu sitzen", erläutert Johannes Tischer die Vorteile gegenüber einer Reise mit dem Auto.

Die Steigungen des Juragebirges verlangten den Radfahrern an Tag fünf einiges ab. Das Abendessen, ohnehin schon große Portionen, fiel an diesem Tag noch etwas üppiger aus.

Ein schönes Erlebnis gab es in Lyon. Als die Dorstener am fünften Tag an einer Tankstelle nach dem Weg fragten, bot eine Französin an, mit ihrem Kleinwagen vorzufahren. Die zwei Radler hatten ganz schön Mühe, mit 50 km/h dem Wagen zu folgen. Zu allem Überfluss stürzte Johannes Tischer später im Berufsverkehr, die Blessuren hielten sich aber in Grenzen.

Schlechtes Wetter und Reifenpanne

Die folgenden Etappen führten von Vienne nach Avignon, weiter nach Narbonne und am achten Tourtag erreichten Tischer und Lohöfener Spanien. Bis dahin waren die beiden Reisenden von Pannen verschont geblieben, doch auf der letzten Etappe kam es ganz dick. Rund 40 Kilometer vor Barcelona durchnässte ein Wolkenbruch die Dorstener bis auf die Haut. Dann verlor Löhöfeners Rad sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad Luft.

Bei dem Wetter war an Flicken nicht zu denken, sodass immer wieder gepumpt werden musste. Als dann die Luftpumpe auch noch den Geist aufgab und das Erreichen der Fähre in Gefahr geriet, hatten die Zwei die Nase voll: "Wir sind für die letzten Kilometer in einen Zug gestiegen, in Barcelona über die Las Ramblas geradelt und waren pünktlich an der Fähre."

Auf Mallorca haben sich Johannes Tischer und Ernst-Georg Lohöfener erst einmal erholt, doch vom Radfahren konnten sich nicht lassen: "Wir sind noch eine Tour von 160 Kilometern gefahren. Schließlich wollten wir die 2000 Kilometer voll kriegen."

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