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Petrinum-Schüler zeigen, dass es auch ohne CO2 geht

Energieautarkes Haus

Wie kann die Energiewende funktionieren? Ein Physik-Kurs am Gymnasium Petrinum zeigt, wie es gehen könnte - mit einem Modell-Haus, das sich selbst mit Energie versorgt.

Dorsten

von Robert Wojtasik

, 10.07.2018
Petrinum-Schüler zeigen, dass es auch ohne CO2 geht

Die Klasse 10b des Gymnasiums Petrinum hat im Physik-Kurs von Klemens Schüler (r.) mit Unterstützung von Henning Horstkamp (2.v.r.) von der Maschinenbaufirma Diegner und Schade ein Modellhaus gebaut, das ohne CO2-Ausstoß elektrische Energie bereitstellt © Robert Wojtasik

Selbst an diesem wolkenverhangenen Dienstag reicht die Energie noch, um zwei Glühbirnen und einen Tischventilator zu betreiben. Die sonnigen Tage zuvor haben nämlich so viel Energie geliefert, dass immer noch etwas davon übrig ist in der Batterie, die das kleine Modell-Haus versorgt.

Das Haus, das die Klasse 10b des Petrinum-Gymnasiums entwickelt hat, ist energieautark. Es nutzt also lokal verfügbare Energieträger wie beispielsweise die Sonne, um unabhängig von Gas, Öl und Strom aus dem Netz zu sein. Eine Solarzelle mit 100 Watt und ein Sonnenkollektor wandeln die solare Energie, die anschließend per Warmwasserspeicher und Batterie gespeichert wird. „Die Anlage soll später auch noch mittels Wind- und Wasserenergie versorgt werden“, sagt Physiklehrer Klemens Schüler.

Die Idee dazu hatten Schüler und Lehrer schon im vergangenen Jahr. „Wir haben uns mit dem Thema Energie beschäftigt und überlegt, wie wir darstellen können, was wir selbst in Zeiten des Klimawandels tun können“, sagt Klemens Schüler. „Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht - eben ohne CO2.“

Maschinenbau-Unternehmen hilft bei der Konstruktion

Etwas fachmännische Unterstützung hat sich die Gruppe auch geholt. Henning Horstkamp, Betriebsleiter bei der Dorstener Maschinenbaufirma Diegner und Schade, hat bei der Entwicklung des Gerüsts geholfen und es gesponsert. Der Physik-Kurs musste es dann nur noch passend zugesägt abholen. Horstkamp ist begeistert von der Technik, er hat auch sein Haus mit Solarzellen ausgestattet, die im Sommer für warmes Wasser sorgen. Er weiß aber auch: „Da gehört derzeit noch eine Menge Idealismus dazu.“

Am Petrinum bietet das Modellhaus nun Anwendungsmöglichkeiten, die über den physikalisch-technischen Aspekt hinausgehen. Die Konstruktion ermöglichte den Schülern einen Zugang zu handwerklichen Tätigkeiten. Die Erfassung und Auswertung der Daten betrifft die Bereiche Software und Programmierung. Und letztlich werden große gesellschaftspolitische Themen wie die Energiewende durch das Modell real erfahrbar.