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Bezirksdienststelle nur noch mit einem Beamten besetzt

Polizei-Situation ärgert den Bürgermeister

Schermbeck „Das geht so nicht“, sagt Bürgermeister Mike Rexforth über die derzeitige Besetzung der Schermbecker Polizeidienststelle. Dass da im Moment nur ein Bezirksbeamter seinen Dienst verrichtet, ärgert den Bürgermeister.

Polizei-Situation ärgert den Bürgermeister

Zum zwölfköpfigen Mitarbeiterteam der Hünxer Wache, die von Klaus Herbst (r.) geleitet wird, gehört auch der Schermbecker Bezirksdienstbeamte Uwe Schwenzfeier (l.). Das Foto entstand vor dem Standort des Büros im ehemaligen Schermbecker Rathaus. Foto: Foto: Helmut Scheffler

Was in Schermbeck oft als „Polizeiwache“ bezeichnet wird, ist im Sinne der Polizeiorganisation eine „Bezirksdienststelle“. Vor zwei Jahren, als unsere Zeitung diese vorstellte, waren tagsüber noch drei Beamte im Alten Rathaus an der Weseler Straße 1 beschäftigt. Ein Bezirksbeamter, Polizeihauptkommissar Uwe Schwenzfeier, sowie Kriminalhauptkommissar Ulrich Rütter und Kriminalhauptkommissarin Stefanie Selle. Derzeit ist Schwenzfeier dort allein, wenn er nicht gerade im Bezirk unterwegs ist.

Kriminalitätsentwicklung

„Das Büro des Kommissariats bleibt weiter bestehen und wird bei Bedarf besetzt“, sagt dazu Polizeisprecherin Andrea Margraf auf Anfrage unserer Zeitung. Angesichts der aktuellen Kriminalitätsentwicklung sei es aber erforderlich gewesen, die Kräfte zu bündeln. Für Schermbeck hatte die Kriminalitätsstatistik 2017 einen Rückgang an Straftaten belegt (wir berichteten).

Das bedeute aber nicht, dass weniger Beamte in Streifenwagen oder in Zivil in Schermbeck unterwegs seien, sagt Margraf. Auf der Straße seien diese besser eingesetzt, als am Schreibtisch, „um auf Bürger zu warten, die entweder kommen oder nicht“.

Der Bezirksbeamte Uwe Schwenzfeier ist Ansprechpartner für Bürger, überwacht die Verkehrssicherheit, wirkt bei der Unfallprävention mit (etwa bei Schul- und Kindergartenkindern) und begleitet größere Veranstaltungen. Für die sofortige Bewältigung polizeilicher Einsatzlagen ist hingegen der Wach- und Wechseldienst der Polizei zuständig. Tagsüber ist die Wache in Hünxe für Schermbeck zuständig, nachts die in Dinslaken.

Notruf

Wenn ein Notruf unter 110 bei der Leitstelle eingehe, schaue diese, welche Kräfte dem Einsatzort am nächsten seien, so Margraf. Durch die neue Organisation in Schermbeck ändere sich „für den Bürger zum größten Teil nichts“, so die Polizeisprecherin. Selbst bei kleineren Delikten könne man die 110 rufen. „Wenn etwa der älteren Dame das Portemonnaie gestohlen wurde, die vielleicht gehbehindert ist, kein Auto hat, keine Angehörigen, die sie fahren können“, müsse diese nicht zur Wache nach Hünxe oder Dinslaken, um Anzeige zu erstatten, sondern erhalte Besuch von den Beamten.

„Der Service für den Bürger ist eingeschränkt“, sagt hingegen Rexforth. Ihm sei bewusst, dass es personelle Engpässe bei der Polizei gebe und das Land mit verstärkter Ausbildung und mehr Einstellungen darauf reagiere. Die Engpässe kann Margraf bestätigen. Von der Änderung in Schermbeck sei die Verwaltung nicht durch den Landrat informiert worden, sagt Rexforth. „Das muss er auch nicht.“ Man versuche derzeit, eine Lösung zu finden, sagt Rexforth: „Ich bleibe da definitiv dran.“ Am Montag (9. April) seien weitere Gespräche geplant.

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