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Rentner beleidigte den Bürgermeister

DORSTEN / MARL Mehrmals lachte der Angeklagte höhnisch auf. Dabei wurde dem Rentner (64) räuberische Erpressung zur Last gelegt. Seine Opfer: Mitarbeiter der Dorstener Stadtverwaltung und Bürgermeister Lambert Lütkenhorst.

 Im Juli 2007 war der hoch verschuldete und geschiedene Angeklagte in Dorsten mit seinem Pkw mit 55 Stundenkilometern erwischtt worden. Erlaubt waren 50 km/h. Den Bescheid über ein Verwarnungsgeld fasste der Rentner als persönliche Beleidigung auf.

In einem Beschwerdebrief an die Stadt Dorsten beschimpfte er deren Mitarbeiter als „Judenschweine“ und Bürgermeister Lütkenhorst als „hochverachteten Bürgermeister und Strolchdieb“. Zudem verlangte der Marler in diesem Brief, den er - wie er zugab - unter Alkoholeinfluss geschrieben hatte, eine Entschädigungszahlung von 500 Euro der Stadt Dorsten. Schließlich dürfe man sich kein Bild von Allah machen, „also auch nicht von mir!“

"Meine Killertruppe loshetzen"

Ein „Taschengeld“ von 20 Euro billigte er dem Bürgermeister zu, sodass er eine Zahlung von 480 Euro auf sein Konto erwartete. Ansonsten werde er „meine Killertruppe mit Baseballschlägern loshetzen, die euch auf die Fresse hauen“.

Richter Michael Brechler vom Schöffengericht in  Marl wandelte den anfänglichen Vorwurf der räuberischen Erpressung in den Tatbestand der Beleidigung um. Es sei offensichtlich, dass der Angeklagte, ein „typischer Querulant mit skurrilen Ansichten“, nicht vorhatte, seine Drohungen auch wirklich in die Tat umzusetzen. Eindeutige Ausländerfeindlichkeit lasse sich aber unzweifelhaft feststellen.

Ständige Zwischenrufe

Richter Brechler verurteilte den Rentner ihn zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt sechs Monaten auf Bewährung. Dabei spielte auch eine Körperverletzung gegen einen 14-Jährigen eine Rolle. Zudem muss er 200 Euro Schmerzensgeld an den Jugendlichen und 500 Euro an den Marler Verein Herzlia, der sich für die Partnerschaft mit der israelischen Stadt Herzlia einsetzt, zahlen.

Damit nicht genug: Wegen anhaltender Zwischenrufe („Scheiß Gericht“, „Das kotzt mich alles an!“) verhängte das Gericht zudem ein Bußgeld von 200 Euro. Auf den Punkt brachte es Staatsanwalt Schütz: „Wenn ich den Angeklagten so sehe und höre, dann fällt mir nichts mehr dazu ein!“

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