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Stadt sucht Wohnheim-Standort

DORSTEN Nachdem alle Missverständnisse mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ausgeräumt sind, begibt sich die Stadt erneut auf die Suche nach einem Standort für ein Wohnheim für chronisch Suchtkranke.

Gesucht wird ein Bauplatz in zentraler Lage. Grundsätzlich kommen dafür die Kernbereiche aller Ortsteile in Frage, lediglich der zunächst vom LWL favorisierte Standort am Schluerweg in Lembeck ist ausgeschlossen. Darüber hatte es im Rat im Dezember letzten Jahres heftigen Streit gegeben, bevor die CDU-Fraktion mit ihrer Mehrheit den Ablehnungs-Beschluss durchsetzte. Begründung: Dieser Standort sei wegen der fehlenden Bevölkerungs-Akzeptanz ungeeignet, vor allem aber habe der LWL den Bedarf nicht plausibel nachweisen können und sich in Widersprüche verstrickt.

Irritationen ausgeräumt

Diese Irritationen sind nach mehreren Gesprächen und einem zähen Schriftwechsel nun ausgeräumt. Sozialdezernent Gerhard Baumeister: "Das Missverständnis, dass anderswo fünf Prozent der Pflegeplätze abgebaut werden sollten, um dann fünf Prozent in Dorsten aufzustocken geht zu Lasten des LWL. Jetzt aber ist geklärt, dass dies nicht der Fall ist."

Daher kommt nun der zweite Teil des Ratsbeschlusses vom Dezember zum Tragen und die Stadt begibt sich erneut auf die Standort-Suche. Dabei wollen alle Beteiligten diesmal im Interesse der kranken Menschen an einem Strang ziehen.

Kritik an der CDU

Dennoch gab es rückblickend heftige Kritik am Verhalten der CDU. Susanne Fraund (Grüne): "Die Sache hat einen sehr negativen Beigeschmack, ähnlich wie bei der unsäglichen Forensik-Debatte." Sozialpfarrer Dr. Hans-Udo Schneider monierte die handstreichartige Ablehnung im Rat, ohne nochmals den Sozialausschuss gehört zu haben. Und Dirk Groß (SPD) vermutete: "Man wollte Lembeck um keinen Preis, wohl, weil man schon Wahlen im Hinterkopf hatte."

Am Ende waren sich jedoch alle einig, dass diesmal die Suche neutral und sachlich verlaufen müsse.

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