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Verbundschule soll erster Schritt in die Zukunft sein

Grundschulen in Schermbeck

Als Verbundschule sollen die Schermbecker Grundschulen bald geführt werden. Schulleiterin Jessica Steigerwald: „Das Konkurrenzdenken beider Schulen ist für Schermbeck nicht zielführend.“

Schermbeck

von Helmut Scheffler

, 13.07.2018
Verbundschule soll erster Schritt in die Zukunft sein

Im Rathaus beteiligten sich am Donnerstag etwa 120 Besucher an einer Informationsveranstaltung zur künftigen Gestaltung der Grundschullandschaft in Schermbeck. © Helmut Scheffler

Jessica Steigerwald leitet die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) und seit Februar auch die Maximilian-Kolbe-Schule (MKS). Wie es mit den Schulen weitergeht, darum drehte sich am Donnerstagabend eine Infoveranstaltung im Rathaus, an der 120 Eltern und Lehrer teilnahmen. Eingeladen hatten die Schulpflegschaften der Schulen.

Starke Überalterung

Bürgermeister Mike Rexforth erläuterte die Hintergründe: Die Bevölkerungsprognose für Schermbeck von 2015 bis 2040 weist einen Rückgang der bis zu 20-Jährigen um 18,5 Prozent und der 20- bis 65-Jährigen um 24,8 Prozent aus, andererseits einen sehr starken Zugang der Menschen im Rentenalter. Die kreisweit stärkste Überalterung zwinge dazu, die Lebensbedingungen älterer Menschen zu verbessern und den Zuzug junger Familien zu erleichtern.

90 Kinder pro Jahr

Während 1998 noch 651 Kinder Schermbecker Grundschulen besuchten, sind es im Schuljahr 2018/2019 nur noch 381. Die Geburtenrate sinkt seit 2000 – in den letzten zehn Jahren wurden etwa 90 Schermbecker Kinder pro Jahr geboren. Da einige auch Grundschulen in benachbarten Orten besuchen, reicht die Zahl nicht für eine dauerhaft sichere Vierzügigkeit. Mit einer Anweisung zur Zusammenlegung der Schulen seitens der Bezirksregierung sei zu rechnen.

Dem will die Gemeinde zuvorkommen. Wie berichtet soll der Gemeinderat in einer Sondersitzung am 26. Juni beraten, ob die Grundschulen im neuen Schuljahr als Verbundschule geführt werden. Die SPD hat bereits angekündigt, zustimmen zu wollen.

Parallel dazu soll ein Planungsbüro eine Machbarkeitsstudie erstellen, deren 70-prozentige Finanzierung seitens des Landes seit einigen Tagen gesichert ist. Das Büro soll die Ist-Situation und Soll-Situation ermitteln und einen Vorschlag für bauliche Maßnahmen unterbreiten.

Drei Varianten

Denkbar, so Rexforth, seien drei Möglichkeiten:

1. Sanierung und Erweiterung des Bestands, wobei beide Grundschulen bestehen bleiben,

2. Sanierung und Erweiterung einer vierzügigen Grundschule, wobei die Möglichkeit bleibe, eine konfessionelle Schule neben einer freien Grundschule zu bilden.

3. Abbruch des Bestandes und Neubau vor. Geklärt werden müsse dann, so Rexforth, wohin der Neubau kommen soll. Denkbar wäre sogar ein völlig neuer Standort. Solche Standorte habe die Gemeinde. Um Spekulationen zu vermeiden, teilte Rexforth die Standorte aber nicht mit.

Pastor unterstützt Zusammenlegung

Schulleiterin Steigerwald und Pastor Klaus Honermann setzten sich für eine organisatorische Zusammenlegung der beiden Schulen ein. „Es kommt nicht auf den Namen auf dem Schild an der Schule an“, unterstützte Pastor Honermann die Möglichkeit der Zusammenlegung: „Eine Schule ist so katholisch wie die Überzeugung ihrer Lehrkräfte.“ Als Beispiel für die gute Zusammenarbeit von Schule und Kirche nannte Honermann die Schermbecker Gesamtschule.

Als Zeitrahmen für die Erstellung der Machbarkeitsstudie nannte Rexforth vier bis sechs Monate. Die Bürger sollen mehrfach beteiligt werden. Die Chancen, Fördermittel für einen Architektenwettbewerb zu bekommen, stünden nicht schlecht. Als Zeitraum für die Fertigstellung nannte Rexforth das Jahr 2022 oder später.