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Historiker vermutet Reste von Hauskellern und Öfen in der Baustelle

Archäologen begleiten Ausschachtung

Noch darf der Bagger an der Baustelle Hühnerstraße die Schaufel nicht zu voll nehmen: Unter archäologischer Anweisung zieht der Baggerführer vorsichtig das Gelände ab, auf dem Bauunternehmer Winfried Krukenberg ein Siebenfamilienhaus errichtet.

Dorsten

von Anke Klapsing-Reich

, 17.04.2018
Historiker vermutet Reste von Hauskellern und Öfen in der Baustelle

Mauerreste werden sichtbar: Archäologen begleiten die Ausschachtung an der Baustelle Hühnerstraße © Foto: Anke Klapsing-Reich

Rafael Roth gehört zu dem Archäologen-Team der Dürener Firma Goldschmidt, Archäologie und Denkmalpflege, die im Auftrage des Investors und unter Aufsicht des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) dafür sorgt, dass eventuelle relevante historische Zeugnisse ordnungsgemäß gesichert werden.

Ziegelmauerreste

Denn da es sich wegen der zentralen Altstadtlage um keine „gewöhnliche“ Baustelle handelt, gelten besondere Auflagen für die Bebauung. „Wir begleiten den Aushub, haben einen Blick darauf, wenn neuzeitliche und ältere Strukturen freigelegt werden“, deutet Roth auf Ziegelmauerreste, die bereits ans Tageslicht gekommen sind. Ziegel, Bruchsteine und Keramik werden eingesammelt, die Funde dokumentiert und somit wird puzzleartig ein Stück Stadtgeschichte für die Nachwelt gesichert.

Keine „sensationellen“ Funde

Der in Dorsten wohnende und lokalgeschichtlich aktive freiberufliche Historiker René Franken rechnet nicht mit sensationellen Funden: „Bei dem Areal handelt es sich um die Hinterhofbebauung handwerklich genutzter Häuser, die nicht an der Wall- und Grabenanlage gelegen haben. Da wird man vielleicht Reste von Hauskellern und Öfen finden“, mutmaßt er. Und wenn vielleicht doch ein Schmied seinen Münzschatz hinterm Ofen versteckt hat? „Dann rufe ich Sie sofort an“, scherzt Rafael Roth mit einem Augenzwinkern.