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Kreuzungen mit Nerv-Faktor

Rote Welle ärgert Autofahrer in Dorsten

Im Bereich Südwall/B 225/Julius-Ambrunn-Straße in Dorsten kommt es immer wieder zu Rückstaus vor den Ampeln. Über die Gründe dafür sind sich die Behörden uneinig.

Dorsten

23.04.2018
Kreuzungen mit Nerv-Faktor

Im Bereich des Südwalls Richtung ZOB kommt es wieder zu Rückstaus.

Die Ampelschaltungen in Dorsten sind seit Jahren ein steter Quell des Ärgers – denn sie sorgen dafür, dass die Autofahrer häufiger, als ihnen lieb ist, „rote Welle“ haben. Großen Nerv-Faktor weist derzeit die stark befahrene Kreuzung Südwall/B225/ZOB-Zufahrt auf.

Thema in der Politik

Die alltäglichen Zustände dort beschäftigten jetzt auch die Kommunal-Politik. CDU-Sprecher Dr. Thomas Grund machte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses die „fragwürdige Ampelschaltung“ zum Thema. Seit geraumer Zeit kämen auf den vom Südwall kommenden und nach links weisenden Fahrspuren nur „zwei, drei Autos“ pro Grünphase über die Ampel, um Richtung Vestische Allee/Kanalbrücken weiterfahren zu können. „Nur ab und an mal haben die Autofahrer länger Zeit, bei Grün abzubiegen“, so Grund.

Wer diese Strecke häufiger befährt, kann diese Erfahrung bestätigen. Durch die Halte-Phasen kommt es sogar immer wieder zu Rückstaus. Und die haben oft zur Folge, dass die Autofahrer schon auf der Kreuzung Voßkamp/Südwall/Julius-Ambrunn-Straße hängen bleiben und diese komplett blockieren. Wenn das passiert, bildet sich auch auf dem Voßkamp noch eine längere Fahrzeug-Schlange.

Abbiegen ist ein Problem

Verschärft wird die Situation durch die in Richtung Vestische Allee fahrenden Autofahrer: Wer von ihnen an der nächsten Ampelkreuzung nach rechts Richtung Marler- oder Bochumer Straße einbiegen muss, der weiß nämlich, dass er sich am besten schon vorher auf dem Südwall auf der rechten der beiden dortigen Linksabbiegespuren einreiht. Konsequenz: Wer auf die linke der beiden Linksabbiegespuren will, kommt da oft gar nicht erst hin, weil die Straße bereits vorher von den Vorderleuten dichtgemacht worden ist.

Autofahrer kürzen ab

Um diese Schikane zu umgehen, fahren etliche Autofahrer vom Südwall aus geradeaus über die Ampel (weil die eine andere Schaltung hat), wenden auf dem ZOB-Gelände, um von dort aus nach rechts auf den Willy-Brandt-Ring abzubiegen. Und sind dann oft schneller als diejenigen Verkehrsteilnehmer, die den eigentlich vorgesehenen Weg nehmen.

Die Stadt hat das Problem inzwischen auch erkannt. „Wir werden uns Gedanken machen, wie wir die Fahrbahnmarkierung so gestalten, dass die Autofahrer ermuntert werden, einfacher auf die linke der beiden Abbiegespuren zu gelangen“, so Ludger Böhne von der der Stadt. Was die Ampelschaltung angehe, habe die Stadt den für die Bundesstraße zuständigen Straßenbaulastträger Straßen-NRW „darauf hingewiesen, dass Verbesserungsbedarf besteht“, so Böhne.

Busse haben Priorität

Straßen-NRW-Pressesprecher Peter Beiske gibt den Schwarzen Peter zurück. Auf Anfrage erklärte er, seine Behörde habe eine Signalbaufirma vor Tagen damit beauftragt, vor Ort nachzuschauen, ob ein technischer Fehler vorliege. „Das ist aber nicht der Fall“, so Beiske. „Einzig logische Erklärung“ für die Situation an der Kreuzung sei die Vorrangschaltung für die Busse, die vom ZOB kommen. „Da diese fast alle gleichzeitig zur halben und zur vollen Stunde dort ankommen oder abfahren, kann es sein, dass zu diesen Zeiten nur zwei, drei Autos über die grüne Ampel kommen.“ Das sei „politisch ja so gewollt“, dass Busse dort Priorität haben.

Ändern könne dies nur die Stadtverwaltung selbst, so Beiske. „Bei Signalanlagen und Schildern sind wir dort nur im Auftrag tätig.“