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28-Jährige rammte Taxifahrer Spritze in die Wange

Berufungsprozess

Um den Fahrpreis nicht bezahlen zu müssen, soll eine Frau einem Taxifahrer mit einer Spritze in die Wange gestochen und dabei gerufen haben: "Ich habe Aids!"

Dortmund

von Martin von Braunschweig

, 12.07.2018

28 Jahre ist die Angeklagte alt und bereits sieht man ihr ein Leben mit vielen Drogen an. Zu den aktuellen Vorwürfen der Staatsanwaltschaft am Dortmunder Landgericht will sie nichts sagen.

Die Angeklagte hatte kein Geld für die Fahrt

Im Januar 2017 soll die Angeklagte mit einem Bekannte unterwegs gewesen sein. Laut Anklage bestellte das Paar ein Taxi zu einem Café in der Nordstadt. Als der Fahrer kam und sich zu erkennen gab, stiegen die Beiden ein. Der Mann soll sich auf den Beifahrersitz gesetzt haben, die Angeklagte nahm offenbar hinter dem Fahrer Platz.

Schon nach kurzer Zeit beschlich den Taxifahrer jedoch ein ungutes Gefühl. "Irgendwie habe ich geglaubt, dass die gar kein Geld dabei hatten", sagte der Zeuge am Donnerstag vor Gericht. Er habe deshalb angehalten und gesagt, er werde erst weiterfahren, wenn er Geld sehen würde. "Da haben sie mir ein paar alte Handys als Pfand angeboten", schüttelte der Taxifahrer den Kopf.

28-Jährige sitzt bereits wegen anderer Delikte ein

In dem dann folgenden Streit soll die 28-Jährige schließlich eine Spritze genommen und die Spitze tief in die rechte Wange des Taxifahrers gestochen haben. "Ich hatte Angst und habe gezittert", erinnerte sich das Opfer vor Gericht an den schrecklichen Moment. Vor allem der Ausruf, sie leide an der Immunschwächekrankheit Aids habe ihn sehr mitgenommen, sagte der Mann.

In erster Instanz hatte das Amtsgericht sie im Juli 2017 wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Wegen früherer Delikte, die vorher zur Bewährung ausgesetzt waren, sitzt die 28-Jährige inzwischen im Gelsenkirchener Frauengefängnis ein. Die jetzige Tat hat die Bewährungs- in eine Haftstrafe umgewandelt. Eine neue Haftstrafe würde auf das jetzige Strafmaß aufgerechnet werden.

Das Opfer hat seinen Beruf inzwischen aufgegeben

Dreimal hat der Taxifahrer seit der Tat sein Blut untersuchen lassen. Bisher sind alle Tests negativ verlaufen. Das heißt, dass er keine Krankheit in sich trägt. "Natürlich bin ich erleichtert", sagte der Zeuge. Dennoch habe er sich beruflich neu orientiert und arbeite heute vornehmlich als Fahrer für die Deutsche Bahn. "Taxi fahre ich nur noch manchmal, und wenn, dann auch nur tagsüber", sagte der 31-Jährige. "Ich fahre lieber Omas und Opas zum Arzt als so was noch mal zu erleben."

In der Berufung hofft die Angeklagte nun auf eine geringere Strafe. Der Prozess gegen die 28-Jährige wird fortgesetzt.

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