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Bahn an Bahn mit Siegern

Wellinghofen Wer im Freibad am Hopmanns Mühlenweg seine Trainingsrunden dreht, teilt sich die Bahn mit Weltmeistern, Europameistern und einer Olympiasiegerin.

Bahn an Bahn mit Siegern

"Lass uns noch gucken, wie Frau Happe ins Wasser springt", sagt eine Schwimmerin, sobald sie die große schlanke Frau mit der weißen Badekappe erkennt, die hier täglich ihre Runden dreht.

Wie eine Welle gleitet die 81-Jährige Ursula Happe mit einem Startsprung ins Wasser und fasziniert die Umstehenden. Als hätte ihr durchtrainierter Körper vergessen, dass er schon acht Jahrzehnte auf dem Buckel hat. "Die haben immer gesagt, ich hätte Styropor gefressen", ulkt die Schwimmerin, die 1956 mit außergewöhnlichem Gleitvermögen über 200 Meter Brust zu olympischem Gold und Weltrekord schwamm.

Doch inzwischen bade sie nur noch im Freibad. "Schöne, lustige, langsame Gymnastik in diesem sehr schönen, alten Bad" nennt sie die 2000 Meter, die sie jeden Tag durchs Wasser krault und dabei manch trainierten Schwimmer wie in Zeitlupentempo hinter sich lässt.

"Ich hab die Zeiten gestoppt. Mit den Zeiten, in denen Ursula Happe hier badet, wäre sie in allen Disziplinen ihrer Altersklasse Europameisterin", rückt Rainer Opitz die Leistungen der gebürtigen Danzigerin zurecht, die seit 1949 in Wellinghofen lebt. Er muss es wissen. Schließlich schwimmt der 66-jährige Europameister über 200 Meter Brust seit Jahren mit hartem Training nach wissenschaftlichen Büchern zu Titeln und Rekorden unter den Masters-Schwimmern. Derzeit trainiert der pensionierte Lehrer für die Verteidigung seiner Titel bei den Deutschen Meisterschaften vom 4. bis 6. Juli in Sindelfingen. Dabei ist er in guter Gesellschaft mit Manfred Bickel. Am Beckenrand oft mit einer Melodie auf den Lippen, durchpflügt der 77-jährige Weltmeister über 200 Meter Schmetterling die Trainingsbahn. Unglaublich, wie der ausgebildete Opernsänger aus Aplerbeck nach diesem Kraftakt auch noch scherzen und singen kann.

Doch Bickel setzt noch eins drauf. Um den Wasserwiderstand zu erhöhen, bindet er sich ein Band mit einem Alu-Trichter um den Bauch und deklassiert damit die Sportschwimmer ohne Titel und Rekorde auf der Nebenbahn.

Neben dem Gleitvermögen Ursula Happes, der Trainingsdisziplin Rainer Opitz' und Manfred Bickels humorvollem Kraftakt fühlen die sich wie bleierne Schwimmanfänger. Heike Thelen

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