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Bundespolizei zieht positive Bilanz

Waffenverbot am Hauptbahnhof

Eine positive Bilanz hat die Bundespolizei am Sonntag nach dem ersten Wochenende mit Waffenverbot am Dortmunder Hauptbahnhof gezogen. Waffen wurden allerdings nur wenige sichergestellt.

Dortmund

von Oliver Volmerich

, 01.07.2018
Bundespolizei zieht positive Bilanz

Mit mehreren Kontrollteams war die Bundespolizei am Wochenende im Hauptbahnhof im Einsatz, um das Waffenverbot zu überwachen. © Volmerich

Sie waren nicht zu übersehen: Mit gelben Polizeiwesten durchstreiften gleich mehrere Teams von vier bis sechs Beamten den Hauptbahnhof. Im Blick: „Männergruppen, die dominant auftreten“, erklärt Polizeisprecher Volker Stall. So sieht nach den einschlägigen Erfahrungen der Beamten die typische Klientel aus, die im Bahnhofsbereich immer wieder für Ärger sorgt, erst recht, wenn Alkohol im Spiel ist.

Weil bei Streitigkeiten immer öfter Waffen zum Einsatz kommen, hat die Bundespolizei per „Allgemeinverfügung“ zum ersten Mal ein Waffenverbot für den Hauptbahnhof verhängt. Gültig für die Nächte auf Samstag und Sonntag zwischen 18 und 2 Uhr. „Das gab es schon in Hamburg und Berlin. Hier in Nordrhein-Westfalen ist es ein Pilotprojekt“, erklärt Volker Stall.

Fünf Messer wurden sichergestellt

Und die Ankündigung des Waffenverbot hat offenbar Wirkung gezeigt. Ganze fünf Messer, ein Teleskop-Schlagstock und ein nicht zugelassenes Pfefferspray wurden bei den 391 kontrollierten Personen gefunden. Nicht in allen Fällen wurde das angedrohte Zwangsgeld von 100 Euro vollstreckt. In einigen Fällen waren es ganz normale Reisen, die nichts von dem Waffenverbot mitbekommen hatten, berichtet Stall. Anders sah es bei einem 17-jährigen Dortmunder aus, der neben einem Teleskop-Schlagstock auch Marihuana dabei hatte.

Solchen „Beifang“, wie es Volker Stall nennt, gab es jede Menge bei den nächtlichen Einsätzen: 18 Drogendelikte wurden registriert, ein unerlaubter Aufenthalt festgestellt. Einmal schritten die Beamten wegen Beleidigung ein, es gab einen Diebstahl und zwei Körperverletzungen. Insgesamt wurden 27 Ermittlungsverfahren eingeleitet, 15 Leute kamen vorübergehend ins Polizeigewahrsam, ein Haftbefehl wurde vollstreckt und 126 Platzverweise wurden ausgesprochen.

Während der Überprüfung leisteten auch mehrere Personen Widerstand und griffen Bundespolizisten an, heißt es in der Bilanz. Es wurden deshalb vier Strafverfahren wegen Widerstands beziehungsweise tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte eingeleitet.

Positive Resonanz bei Reisenden

Bei den „normalen Reisenden“ war die Resonanz positiv, stellt Stall fest. „Besonders bei den Frauen.“ Und warum gilt das Waffenverbot für den Hauptbahnhof dann nicht dauerhaft? „Das Bundespolizeigesetz lässt das bislang nicht zu“, erklärt Stall. Nicht zuletzt käme man auch personell an Grenzen, wenn das Verbot überwacht werden soll. „Mit den üblichen sechs Leuten ist das nicht zu machen“, sagt der Polizeisprecher. In den beiden Verbotsnächten waren bis zu 50 Bundespolizisten im Einsatz.

Man werde die Erfahrungen jetzt auswerten, kündigt die Bundespolizei an. „Wir von der Inspektion Dortmund finden, dass es eine gute Sache ist. Wir würden es gern regelmäßig machen“, sagt Stall. „Aber das ist nicht unsere Entscheidung.“

Hintergrund des Waffenverbots ist ein Anstieg der Gewaltstraftaten im Bereich der für die Ruhrgebietsbahnhöfe zuständigen Bundespolizeiinspektion Dortmund um 18,7 Prozent im Jahr 2017. Besonders im Blickpunkt steht dabei der Dortmunder Hauptbahnhof, der täglich von etwa 125.000 Reisenden genutzt wird und als wichtiger Knotenpunkt für den Fernverkehr der Bahn gilt Im laufenden Jahr wurden von der Bundespolizei schon 54 Fälle registriert, bei denen Waffen eine Rolle spielten.
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