Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

„Das Projekt EU ist viel zu wichtig“

Junge Europäische Föderalisten

Die Skepsis gegenüber der EU wächst gerade. Die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) halten dagegen – und gründen jetzt auch einen Kreisverband in Dortmund.

Dortmund

von Hannah Schmidt

, 28.06.2018
„Das Projekt EU ist viel zu wichtig“

Die JEF bei der Veranstaltung „Bunt statt braun“: Der Abgeordnete Sven Giegold, die Leiterin der EDIC Dortmund, Lena Borgstedt, und Niklas Reininghaus. © JEF NRW

Wohl um die wenigsten politischen Gegenstände ranken sich derart viele Mythen wie um das Thema Europapolitik: Es fängt an bei Gerüchten wie: die EU wolle den Döner verbieten oder man dürfe zu Hause keine Pommes mehr frittieren, und reicht bis zu sich mittlerweile verselbstständigten Annahmen, durch die Einführung des Euro sei alles teurer geworden oder Deutschland zahle von allen Mitgliedsstaaten die meisten Abgaben. „Wohl nirgends sonst existieren so viele Vorurteile, die derart inhaltslos sind“, sagt Niklas Reininghaus. „Das ist gefährlich für die EU.“

Der 24-Jährige ist erst im vergangenen Oktober zum Studium nach Dortmund gezogen, mitten in die Innenstadt – eigentlich kommt er aus Hamburg. Er ist Teil des Landesvorstands der JEF und einer von rund einem Dutzend junger Dortmunder, die sich bei den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) engagieren. Sie wollen in ihrer Stadt über das Thema Europapolitik aufklären und Ende Juli in Dortmund einen weiteren Kreisverband gründen.

Gegen antieuropäische Tendenzen

„Das ‚Ob‘, die Existenzberechtigung der EU, diskutieren wir gar nicht, das ist obsolet“, sagt Reininghaus. „Das Projekt EU ist viel zu groß und viel zu wichtig, es ist einmalig und einzigartig auf der Welt. Nirgendwo sonst haben Staaten auf Vertragsbasis und mit solcher Weitsicht und Freiwilligkeit eine Gemeinschaft gegründet, die eine so enge Zusammenarbeit ermöglicht.“ Es gehe den jungen Proeuropäern deshalb darum, antieuropäischen Tendenzen entgegenzuwirken, indem sie über die Relevanz der Politik auf EU-Ebene informieren – vor allem im Hinblick auf die Europawahlen im Mai 2019.

Dabei ist ihr Ansatz die Herstellung von Nähe und Konkretion: „Europa ist überall“, sagt Reininghaus. „Ob wir mit dem Euro bezahlen, am U vorbei fahren, das von der EU mit etwa 23.000 Euro gefördert wurde, oder ob wir irgendetwas kaufen, was kaputt ist – denn auch da fängt EU-Recht an.“ Zwei Mal im Monat soll sich der Kreisverband Dortmund treffen und verschiedene Veranstaltungen planen: Podiumsdiskussionen, Exkursionen oder Stadtführungen zum Thema. Außerdem will Reininghaus mit Schülern die Arbeit im Europaparlament simulieren – in einer Runde, in der die Teilnehmer Richtlinienvorschläge diskutieren sollen.

750 Mitglieder in NRW

Die ersten Gruppierungen der Jungen Europäischen Föderalisten organisierten sich Mitte der 40er Jahre, aus dem Protest gegen den Nationalsozialismus. Sie veranstalteten 1945 ihren ersten Kongress in Paris, 1947 gründete sich die Vorgängerorganisation „Bund europäischer Jugend“. Offiziell gründete sich der Jugendverband im Jahr 1972, am 25. und 26. März in Luxemburg. Doch trotz der langen Geschichte wuchs die Organisation in den vergangenen Jahren in NRW besonders stark: Von rund 300 Mitgliedern in den Jahren 2013 und 2014 wuchs die Zahl auf mittlerweile 750 im Bundesland.

Geplant sind eine ganzen Reihe von Aktionen unter dem Motto „Die EU + Du“. Der Kreisverband Dortmund der JEF gründet sich voraussichtlich Ende Juli.

Die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) wollen die Arbeit und Relevanz der Europapolitik bekannter machen – vor allem vor dem Hintergrund der anstehenden Europawahlen im Mai 2019. Weitere Informationen über die Organisation gibt es unter www.jef.de.