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Ein Monat nach dem Messerangriff am Bahnhof Hörde

Das macht die Stadt jetzt für Jugendliche in Hörde

Hörde Ein Monat ist vergangen, seit ein schreckliches Verbrechen unter Jugendlichen in Hörde die ganze Stadt erschüttert hat.Das sind die Lehren daraus.

Das macht die Stadt jetzt für Jugendliche in Hörde

Mitten in Hörde, auf dem Platz an der Schlanken Mathilde, liegen Gedenktafeln für das am Bahnhof des Stadtteils im Süden Dortmunds getötete Mädchen. Foto: Felix Guth

Oberbürgermeister Ullrich Sierau spricht am Freitag (23.3.) in der Bezirksverwaltungsstelle Hörde, nur wenige Schritte vom Tatort entfernt, über die Zeit der Aufarbeitung der Tat vom 23. Februar. Mit ihm am Tisch sitzen Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger, die Leitung von Ordnungsamt und Jugendamt, Vertreter von Bundespolizei und Polizei Dortmund sowie der zuständige Bahnhofsmanager der Deutschen Bahn. Er spricht den Namen des getöteten Mädchens aus, spricht über ihre Geschichte, sieht aber auch die Tatverdächtige als „Opfer“.

„Kein Hörder Problem“

Die eskalierte Gewalt am Bahnhof sei kein Hörder Problem, sondern ein allgemeines, sagt Ullrich Sierau, übereinstimmend mit Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris. Es gehe jetzt darum, einen Plan zu entwickeln, was jetzt „gesamtgesellschaftlich“ dafür getan werden könnte, um Jugendliche besser aufzufangen, sagt Sierau. „Viele Jugendliche wachsen eben nicht in heilen Familien auf, es gibt viele überforderte familiäre Zusammenhänge.“

Am Bahnhof Hörde treffen sich Jugendliche aus fast allen Stadtbezirken. Dieser Mobilität mit städtischen Angeboten zu begegnen ist nicht einfach. Für Hörde haben die Stadtverwaltung und die weiteren Akteure diese Ideen erarbeitet:

Aufsuchende Jugendarbeit

Ab dem 1. Juni wird ein Programm wieder aufgenommen, das es bis 2014 schon einmal gab. „Rampe II“ knüpft an ein Netzwerk-Projekt in der evangelischen Kirchengemeinde ein, das stark auf Streetwork-Arbeit und mobile Projekte setzt. „Rampe“ hatte hiermit viele Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen erreicht.

Weil Fördermittel ausliefen und man die Situation für „stabilisiert“ hielt, wurde „Rampe“ Ende 2014 eingestellt. Für die Neuauflage investiert die Stadt Dortmund 130.000 Euro und jeweils rund 200.000 Euro für zwei Folgejahre.  „Es muss möglich sein, dass solche Dinge aus dem Projektstatus herauskommen und verstetigt werden“, sagt Ullrich Sierau.

Bestehende und neue Angebote

Die Jugendfreizeitstätte Wellinghofen erhält eine zusätzliche halbe Stelle für aufsuchende Jugendarbeit. Die Jugendfreizeitstätten Hörde, Aplerbeck und Hombruch sind bis zum Start von „Rampe II“ verstärkt in der mobilen Jugendarbeit in Hörde tätig.

Bis November 2018 entsteht auf einer Fläche an der Brücke B 236 N der „You Point“, an dessen Planung Jugendliche beteiligt waren. Er soll Sicht- und Wetterschutz bieten und auch über die technische Ausstattung für Mediennutzung sowie für Sport und Freizeitaktivitäten verfügen, so die Stadt. Das Land NRW fördert den „You Point“ mit 320.000 Euro.

Das Sicherheitskonzept am Bahnhof Hörde

Seit dem Vorfall schließt das Parkhaus um 22.30 Uhr. Über eine Verbesserung der Sauberkeit im Bahnhofsumfeld beraten derzeit Deutsche Bahn, DSW21 und EDG sowie die anliegenden Gewerbetreibenden. Für die Polizei Dortmund teilt Kerstin Montag mit: „Hörde ist kein Brennpunkt, es gib deutlich belastetere Bereiche.“ Weil es aber im Falle des Bahnhofs häufig um Delikte im „Dunkelfeld“ gehe, wie Vandalismus oder Betäubungsmittelmissbrauch, habe es in der jüngeren Vergangenheit mehrere Schwerpunkteinsätze gegeben.

Nach dem Willen der Stadtverwaltung soll künftig ein Phänomen in den Fokus rücken. Die Verkehrsknotenpunkte Bahnhof Hörde, Willem-van-Vloten-Straße und Clarenberg werden wegen ihrer guten Erreichbarkeit von Drogenhändlern und anderen Kriminellen missbraucht. Das stört das Sicherheitsgefühl hier und auch anderen Stellen der Stadt.

hzHörde nach dem Tod einer 15-Jährigen am Bahnhof

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Der tragische Vorfall vor einem Monat hinterlässt im Stadtbild von Hörde immer noch Spuren. Die Schlanke Mathilde, das Denkmal im Zentrum des Ortes, ist immer noch umgeben von selbst gemalten Gedenktafeln mit Texten und Fotos, ein Ort der Trauer und des Innehaltens. Die Blumen welken langsam. Im Bahnhofs-Parkhaus, wo die Tat geschah, ist die Wand mit den Gedenksprüchen mittlerweile überstrichen.

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