Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Bahnübergang der U41 war „Realer Irrsinn“

Das steckt hinter der Ampel für Pferde aus „Extra 3“

Brechten Die Satire-Fernsehsendung „Extra 3“ hat einen Bahnübergang in Dortmund-Brechten zum „Realen Irrsin“ gekürt: Der Weg führt auf eine Weide. Und dort steht eine Ampel, die für die Pferde den Verkehr regelt. Die DSW 21 hat eine Erklärung für den „Realen Irrsin“.

Das steckt hinter der Ampel für Pferde aus „Extra 3“

Hier führt an der Brechtener Straße einer von insgesamt vier Überwegen über die Gleise der Stadtbahnlinie 41 nur zu einer Pferdekoppel. Jedes Mal, wenn eine Bahn kommt, springen die Zeichen der Signalanlage auf Rot. Foto: Oliver Schaper

Für ein Satiremagazin wie „Extra 3“ (NDR-Fernsehen) war es eine Steilvorlage: ein Bahnübergang, der nur auf eine Pferdekoppel führt, den Tieren dort aber immer, wenn die Stadtbahnlinie 41 vorbei kommt, Rot zeigt. Was „Extra 3“ in der vergangenen Sendung zum „Realen Irrsinn“ kürte, spielt sich in Höhe der Haltestelle Herrenthey zwischen Brechten und Brambauer ab.

Während die Macher des Satiremagazins Anwohner über die „Fehlplanung“ und über die Ampel, die den „Weg ins Nichts, ins Nirwana“ regelt, schimpfen lassen, erhält man bei einem Anruf beim Dortmunder Verkehrsunternehmen DSW 21 eine Erklärung für den vermeintlichen Irrsinn.

Anlage wurde schon 2001 errichtet

„Die besagte Ampelanlage wurde im Zuge des kompletten Neubaus der Stadtbahnstrecke von Brechten nach Brambauer in den Jahren 2000/2001 errichtet. Anlass war die Absicht eines dort ansässigen Gärtnereibetriebes, in unmittelbarer Nähe des Übergangs die Gärtnereianlagen zu erweitern“, sagt Bernd Winkelmann, der Pressesprecher von DSW 21. Und er ergänzt: „Hätten wir den Übergang nicht sofort vorgesehen und wären später nochmal angefangen zu bauen, hätte jeder gesagt: Die wussten doch, dass da noch ein Betrieb öffnen soll.“

Bernd Winkelmann hat der „Extra 3“-Redaktion eine ausführliche Stellungnahme zugeschickt, die aber stark verkürzt wiedergegeben wurde und den Eindruck von Planlosigkeit entstehen ließ. Von der Gemüse-Manufaktur Wegener aus Brambauer, für die der Bahnübergang vorgehalten wurde, war jedenfalls in dem gesendeten Beitrag nicht die Rede.

Bernd Winkelmann sagt, dass das Unternehmen noch vor einigen Jahren einen Bauantrag für eine zweite Zufahrt, die über den besagten ampelgesicherten Weg zu seinem Hofladen an der Straße „In den Hülsen“ führen sollte, stellte. „Das ist jedoch an der Landesbehörde Straßen NRW gescheitert, die von uns ein Verkehrsgutachten und die Übernahme der Kosten für eine Ampel verlangte. Das wären 250.000 Euro gewesen“, sagt Inhaber Thomas Wegener. Er hat sich damals natürlich überlegt, wie viel Tomaten er verkaufen muss, um diese Summe wieder zu erwirtschaften. „Wir haben“, sagt er, „unseren Bioladen dann aufgegeben und verkaufen heute an den Großhandel und zum Beispiel auf dem Dortmunder Wochenmarkt.“

Abschaltung ist kompliziert

So gibt es also seit vielen Jahren diese kuriose Ampel zur Pferdekoppel – die sich auch nicht abstellen lässt, wie Bernd Winkelmann erklärt: „Auf der Strecke zwischen Brechten und Brambauer sind die Signale an vier Übergängen miteinander gekoppelt. Die Abschaltung einer einzelnen Ampel würde eine aufwändige Software-Umprogrammierung aller vier gekoppelten Anlagen erfordern. Dazu sehen wir keine Notwendigkeit.“

Wahrscheinlich ist man auch bei DSW 21 mit der vermeintlich vorausschauenden Planung, die auch nach 18 Jahren immer noch ins Nirwana führt, nicht glücklich, will das aber öffentlich nicht eingestehen. „Wir verstehen durchaus Spaß“, sagt Bernd Winkelmann, „halten aber das Thema Sicherheit an Stadtbahnüberwegen für nicht satiretauglich. Lieber haben wir einen Überweg zu viel, als einen zu wenig.“

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Dortmund Acht Jahren nach dem Umzug des Museums Ostwall in den U-Turm gibt es eine neue Initiative für eine Namensänderung. Vorschläge für einen neuen Titel gibt es noch nicht.mehr...

Dortmund Erschreckend ist die Anzahl der Verstöße, die die Dortmunder Polizei am Mittwoch bei der Verkehrskontrolle in Körne festgestellt hat – quasi am laufenden Band über mehrere Stunden.mehr...

Dortmund Mücken haben Hochsaison: Durch das warme Wetter hat die Zeit der Plagegeister begonnen. In vielen Hautarztpraxen der Region geben sich Stich-Opfer die Klinke in die Hand. Eine Mücken-Art sorgt für besonders schmerzhafte Stiche.mehr...

Dortmund Eike Immel blieb der WM-Titel 1990 verwehrt, aber er ist der Torwart mit den zweitmeisten Bundesligaeinsätzen nach Oliver Kahn und zweimaliger Vize-Weltmeister. Doch wer weiß das noch?mehr...

Dortmund Plötzlich gut gefüllte Geschäfte prägen die Erinnerung an die Währungsreform am 20. Juni 1948. Einen Tag zuvor bekamen die Dortmunder ihr „Kopfgeld“ nach Hause.mehr...

Dortmund Nach dem Großeinsatz am Dienstag an der Kirchderner Grundschule sucht die Polizei weiter nach den Tätern. Unterricht hatten die Schüler auch am Mittwoch nicht – das hatte aber andere Gründe.mehr...