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Fitness First in der Dortmunder City schließt

Die Fitnesskette zieht sich aus Dortmund zurück

Dortmund „Wir sind geschaffen, um uns zu bewegen“, heißt es im Konzept der Fitnesskette Fitness First. Für das Studio in Dortmund bedeutet das: wegbewegen. Der Standort in der Dortmunder City schließt zum 30. April.

Die Fitnesskette zieht sich aus Dortmund zurück

Das Fitnessstudio Fitness First in der Dortmunder City schließt zum 30. April 2018. Foto: Christin Mols

Der Besuch der Homepage zeigt es auf den ersten Blick: „Liebes Mitglied, bedauerlicherweise müssen wir dir mitteilen, dass wir diesen Club zum 30.04.2018 schließen“ ploppt in einem Fenster auf, wenn man sich online über das Fitness-First-Studio in Dortmund informieren will. 

Für Club-Mitglieder, die nach Unternehmens-Angaben über E-Mail oder Brief über die Schließung informiert wurden, bedeutet das, dass ihre „bestehenden Mitgliedschaften vertragsgemäß und unter Einhaltung der Kündigungsfrist gekündigt“ wurden, sagt Fitness-First-Sprecherin Julia Lehmann. „Die Mitglieder können bis einschließlich 30. April uneingeschränkt trainieren.“

Studio entsprach nicht mehr den Anforderungen

Fitness First hatte am 1. Januar 2007 über Karstadt Sports im Hansa-Carrée eröffnet. Die Entscheidung, das Fitnessstudio zu schließen, sei in jüngerer Vergangenheit getroffen worden, teilt Julia Lehmann mit. Zu den Gründen sagt sie auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Geschäftsleitung von Fitness First immer gründlich prüfe, „ob das bestehende Club-Portfolio den Anforderungen des Unternehmens und des Marktes noch gerecht wird. Unsere Analyse hat ergeben, dass der Standort den gestiegenen Anforderungen des Unternehmens nicht mehr entspricht. Folglich wurde entschieden, den Standort in Dortmund nicht weiter zu betreiben.“

Die Fitnesskette zieht sich aus Dortmund zurück

Bei Fitness First in Dortmund wird nur noch bis Ende April trainiert. Foto: Christin Mols

Auf Nachfrage heißt das konkret: „Der Club erfüllt unsere wirtschaftlichen Ziele seit längerer Zeit nicht mehr.“ Wann und in welcher Form in den vergangenen Jahren in den Standort Dortmund investiert worden sei, wollten wir von der Fitness First Germany GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main wissen. Doch dazu wolle man keine Angaben machen.

„Seit Jahren lief der Club auf Sparflamme“

Club-Mitglieder bemängeln schon seit längerer Zeit den „veralteten“ Zustand des Studios. „Schon vor drei Jahren hat man sich gedacht: Mensch, diese uralten Geräte, das kann doch nicht mehr lange gehen“, berichtet ein Mitglied unserer Redaktion. „Seit Jahren lief der Club auf Sparflamme.“ Ein anderes Mitglied bedauert: „Es wurde länger nicht investiert.“

Bereits 2017 hatte es Gerüchte über eine baldige Schließung gegeben. Mitarbeiter des Fitnessstudios hätten in die Kasse gegriffen, hieß es damals, und viele Kunden waren verärgert.

In letzter Konsequenz sei die Schließung für die Mitglieder jedoch plötzlich und überraschend gewesen. Entgegen der Aussage der Fitness-First-Sprecherin berichten mehrere Mitglieder, sie seien weder durch eine E-Mail noch durch einen Brief informiert worden. Von der Schließung erfuhren sie erst beim Studio-Besuch in dieser Woche, einen Aushang gebe es dort nicht.

Werden die Mitarbeiter weiterbeschäftigt?

Auch hatten sie den Eindruck, dass selbst einige Mitarbeiter erst durch Mitglieder von der nahenden Schließung erfahren hätten. Julia Lehmann sagt dazu: „Wir haben aktuell keinen Clubmanager. Eine qualifizierte Mitarbeiterin mit großer Berufserfahrung begleitet den Prozess der Clubschließung. Die Mitarbeitergespräche haben am 13. und 14. März stattgefunden.“

Die E-Mails an die Kunden seien am Dienstag versendet worden, die Briefe am Mittwoch. „Daher besteht die Möglichkeit, dass die Briefe noch bei den Mitgliedern ankommen. Sollten uns falsche E-Mail-Adressen vorliegen, versenden wir auch hier Briefe“, erklärte Julia Lehmann am Donnerstag.

Ob Mitarbeiter aus Dortmund in anderen Fitness-First-Studios weiterbeschäftigt werden könnten, werde aktuell individuell besprochen. Die beiden Mitarbeiter, die am Mittwochmittag im Studio zugegen waren, durften sich nicht zur Schließung äußern. „Wir haben zuletzt schon genügend Hiobsbotschaften bekommen“, sagte eine Mitarbeiterin sichtlich enttäuscht.

Enttäuschte Mitglieder bei Facebook

Enttäuschte Mitglieder drücken ihr Bedauern auch bei Facebook aus. Auf der Seite „Fitness First Club Dortmund“, auf der am 24. März noch für die „effektiven Freestyle-Kurse“ geworben wurde, schreibt ein Nutzer: „Das darf jetzt nicht sein. Ich hoffe, dass so schnell wie möglich ein Nachfolger gefunden wird. Die anderen Fitnessstudios in Dortmund sind für mich keine wirkliche Alternative.“ Darunter der Post einer Nutzerin: „Hier gibt man den schönsten Club Dortmunds aus den Händen. Ein Filetstück mit unendlichem Potential. Beste Lage! On the Rooftop mit Blick auf den U-Turm und den größten Weihnachtsbaum, Sonnenterrassen usw.“

Welcher Nachmieter die schöne Aussicht aus dem etwa 3000 Quadratmeter großen Studio in Zukunft genießen darf, steht laut Eigentümer DIAG Verwaltungsgesellschaft mbH noch nicht fest. „Die Größe gibt vieles her, wir sind für Gespräche in alle Richtungen offen“, sagte ein Mitarbeiter des Dortmunder Unternehmens am Donnerstag auf Nachfrage.

- Nach eigenen Angaben zählt Fitness First mehr als 70 Clubs und rund 245.000 Mitglieder.

- Zur aktuellen Mitgliederzahl in Dortmund machte das Unternehmen auf Anfrage keine Angaben.

- Mit der Schließung des Studios an der Brauhausstraße 7 zieht sich Fitness First gänzlich aus Dortmund zurück. „Aktuell gibt es keine Pläne für einen alternativen Fitness-First-Club in Dortmund“, teilt Unternehmens-Sprecherin Julia Lehmann mit.

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