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Leihräder aus China lassen auf sich warten

Es gibt keinen festen Termin für die 1000 Leihräder

Dortmund Eigentlich sollten 1000 Leihfahrräder aus China schon im April den umweltfreundlichen Verkehr in Dortmund vorantreiben. Doch nun ist unklar, wann sie in Dortmund anrollen. Darunter könnten auch Räder aus München sein, die dort nach zahlreichen Beschwerden bereits wieder eingesammelt wurden.

Es gibt keinen festen Termin für die 1000 Leihräder

Die chinesischen Leihrräder lassen in Dortmund noch auf sich warten. Foto: picture alliance / Hauke-Christi

Im Februar hieß es, zwei chinesische Leihrad-Anbieter kommen im April mit je 500 Rädern nach Dortmund. Am Mittwoch stellte Umweltdezernent Ludger Wilde auf Anfrage fest: „Es gibt noch keinen Termin.“

Die zunächst 1000 Leihräder der beiden Anbieter oBike und ofo sollen das bestehende Ausleihsystem von Nextbike („metropolradruhr“) ergänzen.

Doch im Gegensatz zu den 500 stationsgebundenen Rädern von Nextbike müssen die Leihrräder aus China nicht an festen Stationen abgegeben werden. Es handelt sich um sogenannte Freefloater, die an jeder Straßenecke abgestellt und dort vom nächsten Kunden ausgeliehen werden können. Das Verleihsystem funktioniert nur über eine App und ein smartes Schloss.

Reichlich Ärger in München

In München hat das bereits für reichlich Ärger gesorgt, als Anbieter ohne Absprache mit der Stadt die bayrische Metropole mit 6800 der robusten Einfach-Räder fluteten. Das führte zu vielen Beschwerden über Räder, die in Grünanlagen herumlagen, und ramponierte Drahtesel, die Gehwege versperrten. Laut Medienberichten plant Obike, daraufhin wieder einkassierte Räder nach Dortmund zu bringen.

Davon hat man in der Dortmunder Stadtverwaltung noch nichts gehört. Hier setze man auf eine schriftliche Vereinbarung mit den Anbietern, um die Zahl und Standorte der Leihräder zu kanalisieren und Schrotthaufe zu vermeiden, kündigte Wilde an. Rechtlich ist das nicht ganz einfach: denn Anbieter von Freefloating-Systemen brauchen keine Genehmigung der Stadtverwaltung.

“Anderes Qualitätsmanagement als München“

“Wir haben ein anderes Qualitätsmanagement als das von München“, sagte dazu Oberbürgermeister Ullrich Sierau und erklärte zur Verschiebung des Starttermins: „Immer das gleiche Spiel. Da werden Termine in den Raum gestellt, aber nichts wird dafür getan.“

Zudem vermisst Sierau strategische Allianzen zum Beispiel mit den Hochschulen, Branchenriese Ofo, der nach eigenen Angaben weltweit mehr als zehn Millionen schwarzgelbe Fahrräder im Einsatz hat, lotet zurzeit auch eine Zusammenarbeit mit dem BVB aus. Dann möglicherweise ausgerechnet in der spielfreien Zeit mit so einem Angebot an den Start gehen zu wollen, hält Sierau nicht für optimal: „Es ist nicht damit getan, ein paar Fahrräder in die Gegend zu stellen.“

Sparausführung mit Vollgummireifen

Eine weitere Frage sei die technische Ausstattung so Sierau: „E-Bikes sind das Gebot der Stunde“. Der Ruf der einfachen China-Räder ist allerdings eher schlecht: Es handelt sich um eine Sparausführung mit schweren Vollgummireifen und ohne Gangschaltung.

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