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Büroflächen werden in Dortmund knapp

Für Büro-Vermarkter gibt es Grund zur Sorge

Nicht nur auf dem Wohnungsmarkt, auch auf dem Büromarkt wird es in Dortmund eng. Vermarkter schlagen Alarm, dass die Flächen für Neuvermietungen knapp werden. Die Wirtschaftsförderung hofft auf neue Investoren.

Für Büro-Vermarkter gibt es Grund zur Sorge

An der Stockholmer Allee an der Stadtkrone-Ost entstehen aktuell neue Büroflächen. Die sind allerdings schon vergeben. Denn es handelt es sich um eine Erweiterung der Firmenzentrale von Adesso. Foto: Dieter Menne

Der Immobilienmarkt boomt. Auch und gerade in Dortmund. Das belegt der aktuelle Büromarkt-Bericht, den der im Ruhrgebiet ansässige Vermarkter Cubion veröffentlicht hat. Demnach wurden im vergangenen Jahr 87.500 Quadratmeter Bürofläche neu vermarktet. Das ist zwar weniger als im Vorjahr, als mit mehr als 100.000 Quadratmetern ein absoluter Rekord verzeichnet wurde, liegt aber immer noch knapp im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Lässt man Eigennutzer außer Acht und schaut nur auf die Vermietungen, ist der Büroflächen-Umsatz sogar konstant. „Der Bürovermietungsmarkt Dortmund verfügt über eine außerordentliche Stabilität“, stellen die Experten von Cubion fest.

Zu wenig Neubau-Projekte

Doch es gibt aus Sicht der Büro-Vermarkter durchaus Grund zur Sorge. Denn es sind kaum noch Neubau-Projekte, die noch nicht vermarktet sind. Schon jetzt liegt die Leerstands-Quote auf dem Büromarkt bei 3,3 Prozent – und sie wird „ihre Talfahrt weiter fortsetzen“, heißt es im Marktbericht. Flächen, für die Mieter gesucht werden, entsprechen oft nicht mehr modernen Anforderungen. Andersherum sind Neubauflächen sehr gefragt und kaum noch verfügbar. Deshalb könne in Dortmund nahezu von Vollvermietung gesprochen werden, berichtet Cubion.

Ähnlich wie auf dem Wohnungsmarkt droht also auch bei Büroflächen ein akuter Engpass. Die Dortmunder Wirtschaftsförderer können das nur bestätigen. Vize-Chef Pascal Ledune spricht vom „Fluch der guten Tat“. Denn Dortmund sei als Wirtschaftsstandort sehr gefragt.

Nicht alle Wünsche nach Büroflächen erfüllbar

„Wir sind im Fokus vieler Unternehmen, die ihren Sitz nach Dortmund verlagern wollen“, berichtet Ledune. Das sorge für eine große Nachfrage auf dem Büromarkt. „Wir können aber nicht mehr alle Wünsche nach Büroflächen erfüllen“, bedauert der Wirtschaftsförderer. Er hofft allerdings, dass sich die Lücke bald schließen lässt. „Auch bei den Investoren ist das Interesse an Dortmund nach wie vor groß“, berichtet Ledune. Mehrere Büroprojekte seien in Planung. Weil es am Phoenix-See kaum noch Flächen gibt, ist nun wieder die B1 stark im Fokus.

Etwa bei der Ido Immobilien mit Sitz an der Märkischen Straße. Zum Portfolio gehört das Sparkassen-Gebäude an der markanten Ophoff-Kreuzung. Nach einem mit der Stadt entwickelten Masterplan könnte hier ein 15- bis 20-geschossiges Bürohochhaus mit etwa 10.000 Quadratmetern Fläche entstehen. „Wir sind noch relativ am Anfang der Planungen“, berichtet Jörg Schrameyer von Ido-Immobilien. Bei einer Vorvermietung von etwa 50 Prozent könne es aber schnell losgehen.

Hoffen auf Flächen rund um den Hauptbahnhof 

Ledune wirbt allerdings bei Investoren dafür, stärker ins Risiko zu gehen. „Wir sagen allen: Baut auf Vorrat“, erklärt er. Sorgen, dass ein Bürohaus wie vor einigen Jahren der Westfalentower an der B1 längere Zeit leer steht, hat Ledune nicht. „Ich hätte gern noch einmal einen leeren Westfalentower. Den würden wir schnell vermietet kriegen“, ist der Wirtschaftsförderer überzeugt.

Eine Durststrecke wird es trotzdem auf dem Büromarkt geben. Wegen der ungenügenden Flächenverfügbarkeit wird der bisherige Durchschnitt bei der Vermarktung von Flächen in diesem Jahr wohl nicht mehr zu halten sein, prognostizieren die Vermarkter von Cubion. Immerhin braucht es drei bis vier Jahre für Planung und Bau von neuen Büroprojekten.

Einige Investoren denken aber noch langfristiger. So berichtet Ledune von großem Interesse an der Entwicklung der Flächen rund um den Hauptbahnhof auf der internationalen Immobilien-Messe Mipim in Cannes. Anfang des Jahres hatte die Stadt dazu die Ergebnisse eines städtebaulichen Wettbewerbs vorgestellt, die Grundlage für einen Rahmenplan werden sollen. Ledune ist nach den Gesprächen in Cannes überzeugt, dass sich Investoren für die geplanten Bürobauten finden: .„Viele warten darauf, dass es da los geht.“

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