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Gericht muss weiter auf ballistisches Gutachten warten

BVB-Attentat

Das Gericht wartet im Prozess gegen den mutmaßlichen BVB-Attentäter Sergej W. weiter auf ein Gutachten. Die Verhandlungstermine fallen daher erstmal recht kurz aus – am Montag fünf Minuten.

Dortmund

von Martin von Braunschweig

, 09.07.2018
Gericht muss weiter auf ballistisches Gutachten warten

Ein Richter rückt im Gerichtssaal (Symbolbild). © dpa

Weil das Gericht auf ein ballistisches Gutachten wartet, nimmt der Prozess gegen den mutmaßlichen BVB-Attentäter Sergej W. ungewöhnliche Formen an: Für einen 5-Minuten-Termin vor dem Schwurgericht kamen am Montag zwei Verteidiger, drei Staatsanwälte, zwei Nebenklägervertreter, eine Dolmetscherin zusammen. Nur der Anwalt des verletzten Motorrad-Polizisten fehlte. Die Zuschauerbänke blieben dagegen bis auf einen einzigen Platz leer.

Vor etwa zwei Wochen hatte der Vorsitzende Richter Windgätter zuletzt Kontakt mit dem Experten des Fraunhofer Instituts, den er mit der Erstellung des ballistischen Gutachtens beauftragt hat. "Da hat er mir gesagt, er sei so gut wie fertig", sagte Windgätter am Montag. Auf die Übersendung der Papiere wartet das Gericht allerdings trotzdem bis heute. "Uns sind die Hände gebunden", sagte der Richter fast ein bisschen resigniert.

Termin vor Gericht frühestens im August

Tatsache ist: Das ballistische Gutachten ist inhaltlich der letzte wichtige Mosaikstein, ehe man an eine Urteilsverkündung denken könnte. Fest steht aber auch, dass alle Beteiligten die schriftlichen Ausführungen des Sachverständigen erst einmal lesen müssen, bevor der Experte dann selbst in den Gerichtssaal geladen wird. Und da jetzt die Urlaubszeit ansteht, ist mit der Erstattung des Gutachtens im Gericht wohl frühestens im August zu rechnen.

Überbrückt wurde die Zeit am Montag mit der Verlesung eines ergänzenden DNA-Gutachtens. Dabei sollte ein Fachmann des Bundeskriminalamts zu der Frage Stellung nehmen, ob die DNA von Marc Bartra an dem Metallstift aus der Kopfstütze möglicherweise auch deshalb dort zu finden war, weil Bartra seinen Kopf zuvor schon einmal an das Polster angelehnt hatte. Die Antwort: "Das ist nicht auszuschließen."

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