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Fuchswelpe für 750 Euro zum Verkauf angeboten

Kleiner Fuchs wird als Haustier handzahm gemacht

Dortmund „Verkaufe Mitte Mai einen Rotfuchswelpen“ stand auf dem Schwarzen Brett im Supermarkt. Es meldete sich kein Interessent bei der Verkäuferin. Dafür aber der Stadtförster und das Umweltamt; denn die Empörung über den Verkauf eines Wildtieres war groß. Doch der kleine Fuchs ist gar nicht so wild.

Kleiner Fuchs wird als Haustier handzahm gemacht

Der drei Wochen alte Fuchswelpe von Martina Warren. Sie zieht das Zuchttier mit der Flasche groß. Ihr Aushang zum Verkauf des Tieres in einem Aplerbecker Supermarkt hat für Empörung gesorgt. Foto: Stephan Schütze

Kunden im Kaufland in Dortmund-Aplerbeck glaubten ihren Augen nicht zu trauen, als sie den Aushang am Schwarzen Brett lasen. Dort bot Martina Warren einen Rotfuchswelpen für 750 Euro an. Geimpft, entwurmt und tierärztlich untersucht. Die Kunden informierten den Tierschutzverein und die Stadt. Ein frei lebendes Wildtier zum Verkauf? Das kann doch nicht sein.

Zuerst rief in der vergangenen Woche der Stadtförster bei Martina Warren an. Doch sie kann Herkunftspapiere für das Tier vorweisen. Danach handelt es sich nicht um ein frei lebendes Wildtier, sondern um einen Nachkommen von domestizierten Füchsen. Eltern, Großeltern und Urgroßeltern des Tieres stammen aus einer Zucht aus Leipzig.

Böse Anrufe nach dem Aushang

Martina Warren bedauert bereits, dass sie die Anzeige ausgehängt hat; denn seitdem bekommt sie böse Anrufe. „Ich werde immer gleich verurteilt, weil die Leute es nicht besser wissen und mich es erst gar nicht erklären lassen.“ Man könne diese Füchs nicht auswildern, sagt sie. Der Welpe ist drei Wochen alt und wird von ihr mit der Flasche aufgezogen. Und damit handzahm.

Da das Muttertier kränklich sei und einen großen Wurf zu versorgen habe, habe sie den kleinen Fuchs von der ihr bekannten Züchterin übernommen. In sieben Wochen, wenn er festes Futter frisst, will sie ihn aber verkaufen. „Wegen meiner Arbeit habe ich momentan nicht so viel Zeit, mich um das Tier zu kümmern“, sagt die Altenpflegerin. Alle drei Stunden muss der kleine Fuchs die Flasche bekommen. Martina Warren nimmt ihn in einer Tasche mit zur nächtlichen Arbeit. „Er frisst und schläft nur.“

Einige Füchse gehen aufs Katzenklo

Es ist bereits der zweite Fuchs von Martina Warren. 13 Jahre lang lebte Skipper mit ihr in der Wohnung, bis sie ihn vor zwei Jahren einschläfern lassen musste. Stinken Füchse nicht? „Nein“, sagt sie, was rieche, seien der Urin und der Stuhl. Nicht alle Füchse würden stubenrein und gingen aufs Katzenklo. Aber einige. Ansonsten könne man mit ihnen angeleint Gassi gehen.

Kleiner Fuchs wird als Haustier handzahm gemacht

Der Welpe ist drei Wochen alt und wird von ihr mit der Flasche aufgezogen. Foto: Stephan Schütze

Einen Namen hat der Welpe noch nicht. Der Preis von 750 Euro für den kleinen Fuchs sei angemessen, sagt Martina Warren. Zum einen seien darin die bis dahin von ihr bezahlten Tierarztkosten enthalten. Zum anderen koste der Fuchs „ein bisschen mehr“, weil er durch die zeitintensive Flaschenaufzucht so zahm sei. Sie werde ihn nur als Wohnungstier oder an jemandem mit ausbruchsicheren Garten abgeben, sagt Martina Warren. Sonst bestehe die Gefahr, dass er geschossen werde. „Man könnte denken, er hat Tollwut, weil er auf Menschen zugeht.“

Kritik vom Tierschutzverein

Erika Scheffer, Vorsitzende des Dortmunder Tierschutzvereins, glaubte erst an einen Fehler, als sie von Martina Warrens Aushang am Schwarzen Brett hörte: „Ich habe gedacht, dass es sich um einen Harzer Fuchs handelt, das ist eine Hunderasse. Für mich ist das totales Neuland, dass man Füchse privat züchtet und in Haushalten hält.“ Sie habe für so etwas überhaupt kein Verständnis. Am Samstag treffe sich der Tierschutzverband NRW zur Hauptversammlung. „Da werde ich das zum Thema machen.“

Am Dienstag schellten zwei Mitarbeiter des Umweltamtes bei Martina Warren, um sich den Herkunftsnachweis für den Fuchswelpen zeigen zu lassen. Den kleinen Fuchs ließen die Behördenvertreter da, wo er ist. Sie wollen nach Auskunft von Martina Warren mit der Züchterin in Leipzig sprechen. Sie muss die Namen der Elterntiere mit in den Herkunftsnachweis für den Welpen schreiben.

Ein Forschungsprojekt in Sibirien wurde 1959 von russischen Biologen gestartet.

Es ging darum, herauszufinden, wie der Mensch vor Jahrhunderten den Wolf gezähmt hat und zum Hund machte.

Das Ergebnis ist verblüffend. Bereits nach einigen Dutzend Generationen hat sich das Verhalten der Füchse grundlegend gewandelt.

Sie haben keine Angst vor dem Menschen. Sie bellen. Sie winseln, sie wedeln mit dem Schwanz, wenn sie einen vertrauten Menschen sehen, verhalten sich also wie Haushunde.

Auch ihr Äußeres hat sich verändert: Sie haben Schlappohren, kurze Schwänze und Fell in unterschiedlichen Färbungen. Ihr Skelett ist schwächer, Knochen und Zähne sind kleiner.

Sie wurden nicht auf Intelligenz hin gezüchtet, sondern sie wurden nur nach ihrer Toleranz gegenüber dem Menschen ausgewählt.

Die sibirischen Forscher halten auch eine Kontrollgruppe von Füchsen, deren Auslese nicht auf fehlende Angst vor dem Menschen beruht. So sind Vergleiche möglich.

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